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    Estenfeld

    Für das Baugebiet Westring ist ein Lärmschutzwall geplant

    Die Gabionenwand ist eine Möglichkeit für den Schallschutz im Baugebiet Westring in Estenfeld (das Symbolbild zeigt eine Gabionenwand in Ochsenfurt). Foto: Gerhard Meißner

    Die Planungen und Arbeiten für das Baugebiet Westring in Estenfeld gehen voran. Das neue Wohnbau- und Mischgebiet umfasst eine Fläche von 6,6 Hektar und 63 Grundstücke. Beim Vortrag von Bauingenieur Tobias Schneider vom Ingenieurbüro ARZ (Würzburg) in der Gemeinderatssitzung ging es um eine kleine Tektur der Gehwegbreite im Bereich eines alten Baumbestands, um ein weiteres Regenrückhaltebecken und vor allem um die Gestaltung des Lärmschutzwalls. Zur Umgehungsstraße des Westrings hin sind Lärmschutzeinrichtungen vorgeschrieben.

    Stichstraßen führen vom Westring in das Baugebiet, das sich damit in vier Segmente unterteilt. Im ersten Teilabschnitt ist kein Lärmschutzwall nötig, aber in den Teilen zwei und drei sowie zur Hälfte im vierten Teil. Insgesamt müssen 630 Meter Lärmschutzwall gebaut werden. Ein reiner Erdwall würde mäßig ansteigen, ein breites Fundament haben und damit viel Baulandgrund benötigen. Deshalb plädiert Ingenieur Schneider für ein Steilböschungssystem mit Kunststoff- oder Drahtkörben und Metallbügeln. Die Körbe werden mit einer besonderen Substratschicht befüllt, so dass eine ordentliche Begrünung möglich ist.

    Lärmschutzwall kann aus mehreren Materialien gestaltet sein

    Der Lärmschutzwall hat je nach Gelände und Bauabschnitt eine Höhe zwischen 50 Zentimetern und drei Metern. Dazu kommt ein einheitlicher Aufbau von einem Meter Höhe. Dieser Aufbau kann aus einem, zwei oder mehreren Materialien gestaltet werden. Dazu kommt eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten mit Farben und Formen. Ingenieur Schneider erläuterte die Vor- und Nachteile von Gabionenwänden (mit Steinen gefüllte Drahtkörbe) mit verschiedenen Steinen und Pfostensystemen, von vorgemauerten Wänden aus Natursteinen, von Holz, Glasteilen mit Vogelschutzstreifen, Beton oder Aluminium.

    Nach eingehender Diskussion kristallisierte sich heraus, dass die Ratsmitglieder als Grundlage entweder für eine durchgehende Gabionenwand mit Lärmschutzkern oder für eine fortlaufende Betonwand plädieren. Sie soll ein gleichmäßiges Bild abgeben und vor allem zur Seite der Grundstückseigentümer hin einheitlich sein.

    Bauingenieur Schneider schlug für die Außenseiten des Grundelements zwei Materialien im Verhältnis 60 zu 40 vor. Dieses Verhältnis sei für das menschliche Auge gefällig. Möglich wären beispielsweise 60 Prozent Steine in einer bestimmten Form, Größe und Farbe sowie 40 Prozent Holz- oder Glaselemente.

    Bedenken aus dem Gemeinderat wegen möglicher Folgekosten

    Gemeinderat Matthias Pfister sah in der Wartung des Wallaufbaus ein Problem. Wie oft etwa müssten Glasteile geputzt werden? Weil der Wallaufbau im Eigentum der Gemeinde sein wird, sind die Folgekosten mit Blick auf die Dauer und Wartung für die Kommune wichtig. Wartungsarbeiten müssten von Bauhofmitarbeitern durchgeführt oder an eine Firma vergeben werden.

    Bürgermeisterin Rosi Schraud bat das Ingenieurbüro schließlich um eine Vergleichsberechnung des fortlaufenden Kerns aus Gabionen oder aus Beton. Die Ermittlung dieser Kostenfrage sei eine wichtige Entscheidungsgrundlage. "Wir haben dann von der Bemusterung her noch alle Möglichkeiten", meinte sie.

    Einige Gemeinderäte hatten den Wunsch nach anschaulichen Modellbeispielen vor Ort. Eine Entscheidung dieser Größenordnung solle jedenfalls nicht überstürzt werden. Schließlich prägt der Wallaufbau mit seinen 630 Metern einmal erheblich und für lange Zeit das Ortsbild der Stadtrandgemeinde.

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