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    Rimpar

    Für eine solidarische und gerechte Welt

    Wo man früher Wolle und andere Kurzwaren kaufen konnte, sollen schon bald Lebensmittel und Handwerksartikel aus Entwicklungsländern angeboten werden. Dies ist das Ziel einer Gruppe von Bürgern, die schon für den kommenden Mittwoch, den 18. Juli, um 19.30 Uhr im Rittersaal von Schloss Grumbach die Gründung eines Trägervereins für einen Weltladen plant. Um dem Weltladen im Altort auf die Beine zu verhelfen, sind noch weitere Mitstreiter und Helfer nötig.

    Bei einer Informationsveranstaltung mit gut 30 Teilnehmern - viele von ihnen wollen ehrenamtlich mitwirken - berichtete Werner Stumpf von dem Konzept und den Erfahrungen in Güntersleben. Dort gibt es seit 26 Jahren einen Weltladen, der inzwischen fünfmal in der Woche geöffnet hat. Der Trägerverein hat etwa 100 Mitglieder, davon sind gut 40 ehrenamtlich im Laden tätig. "Was uns verbindet, ist der Gedanke einer fairen und solidarischen Weltgemeinschaft", fasste er ihren Antrieb zusammen.

    Fair heißt für die Weltläden, dass die Menschen, die die Dinge herstellen, besser entlohnt werden und unter geregelten und gesünderen Bedingungen arbeiten als bisher. Hohe Zölle der Industrie- und Schwellenländer auf landwirtschaftliche und arbeitsintensive Erzeugnisse verhinderten einen gerechten Handel. Die Weltläden verzichten auf einen Teil ihrer Gewinnspanne. Die Kleinerzeuger in den Entwicklungsländern bekommen damit überhaupt erst die Möglichkeit, ihre Waren zu exportieren und so höhere Preise zu erzielen. An die 150 Millionen Euro wurden 2016 von den 800 Läden in der Bundesrepublik weitergegeben. Immerhin etwa elf Millionen Menschen konnte damit geholfen werden.

    In Rimpar kann sich die Weltladen-Initiative auf einen breiten Rückhalt stützen. Auf Antrag der Fraktion IGU-RL hatte der Gemeinderat vor einigen Monaten einstimmig zugestimmt, einen Laden im Alten Rathaus einzurichten. Das Gebäude gehört der Gemeinde, die die Räume zu einer geringen Miete an den Verein abgeben möchte. Um die Ehrenamtlichen zu entlasten, übernimmt sie die Verwaltung und Abrechnung. Die Gemeinde ist derzeit zudem dabei, sich als "Fair Trade Town" zu bewerben. Einer Steuerungsgruppe gehören die Kindergärten, Schulen, die Kirche und Vereine ebenso wie Bürgermeister Burkard Losert und Mario Grömling von der Bauverwaltung an. Er steht den Bürgern als Ansprechpartner der Gemeinde zur Seite. Unterstützung gibt es zudem vom Dachverband der Weltläden, dem der Rimparer Laden angehören soll.

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