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    OBERALTERTHEIM

    Fürs Theater wird aufs Konzert gepfiffen

    Die evangelische Landjugend Oberaltertheim feiert dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen mit dem Theaterstück „Currywurst ... Foto: M. Ernst

    Theater spielen hat eine lange Tradition in Altertheim. Seit vielen Jahren führt die evangelische Landjugend, überall nur „ELJ“ genannt, ein Stück auf. Und immer finden sich genügend Darsteller, die auf der Bühne zeigen wollen, was sie drauf haben. In diesem Jahr gibt es eine Besonderheit. Nicht nur Jugendliche standen auf der Bühne, auch ehemalige Schauspieler waren gekommen, um im großen Jubiläumsjahr die Menschen in der Mehrzweckhalle in Unteraltertheim zu unterhalten.

    60 Jahre wird die ELJ in diesem Jahr und das muss gefeiert werden, dachte sich Regisseur Christian Männer und zwar nicht mit Currywurst, sondern mit Kaviar. Eben so, wie es sich für ein Jubiläum gebührt.

    Als diesjähriges Stück war auch schnell die Komödie „Kaviar trifft Currywurst“ von Winnie Abel gefunden. Die Geschichte ist recht einfach und sorgt doch für genügend Freiraum, in denen jeder Schauspieler sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen kann.

    In drei Akten zeigt die ELJ die vergeblichen Versuche von Wirtin Erna Hemrich (Bianca Götzelmann), ihre heruntergekommene Kneipe in einen edlen Gourmet-Tempel zu verwandeln. Der Grund dafür ist einfach: Sie hatte sich seinerzeit von ihrem neureichen Cousin (Jürgen Hemrich) Geld geliehen, um eine edle Gastronomie im Ort zu eröffnen. Nun hat sich aber eben dieser Cousin angemeldet, um zu sehen, was aus seinem Geld geworden ist.

    Das vorhersehbare Chaos ist dabei so köstlich inszeniert, dass es einem des öfteren die Lachtränen in die Augen treibt. So zum Beispiel bei den Auftritten von Erna, „der Mutter Theresa der Kneipenszene“, wie sie ihr Zukünftiger Herr Blume betitelt oder „der Frau ohne Hirn“ – Sandy Stutzke, die mit Sätzen wie beispielsweise: „Das ist eine ganz famouröse Restaurierung hier“ glänzt. Dazu der unverwechselbare Altertheimer Dialekt – mit einigen Feinheiten der fränkischen Sprache.

    Wie es trotz aller Verwicklungen doch noch gelingt, dass die Kneipe überlebt und sich letztlich zu einem Anziehungspunkt im Ort entwickelt, können Besucher der Aufführung noch einmal am Samstag, 25. März, um 20 Uhr erleben. Wenige Restkarten gibt es noch an der Abendkasse in der Mehrzweckhalle in Unteraltertheim. Da wird dann auch geklärt, warum es auf der Tageskarte „Speinat“ heißt und nicht Spinat.

    Wie wichtig den Jugendlichen ihr Theater ist, beweist die Geschichte von „Heini“ Stefan Hannwacker. Er sitzt als Stammgast die gesamte Aufführung über an der Theke – mit dem Rücken zum Publikum – und spricht zum Schluss des Stückes nur einen einzigen Satz. Trotzdem war er bei jeder Probe dabei und ließ sogar Karten für ein begehrtes Konzert in der Würzburger Posthalle verfallen, nur um an der wöchentlichen Probe teilnehmen zu können. Diese Einstellung ist exemplarisch für die Schauspieler, die ihre Sache ernst nehmen und unter der Regie von Christian Männer Theater spielen. So gab es zum Schluss lang anhaltenden Beifall für die Schauspieler, das Stück und die Inszenierung.

    Rund 40 Jugendliche aus allen Ortsteilen sind bei jeder Aufführung im Einsatz und das zeigt, wie groß der Zusammenhalt in der Gemeinde ist.

    Bearbeitet von Matthias Ernst

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