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    Würzburg

    Gefährlich: Frau springt bei Alter Mainbrücke in den Fluss

    Zu einem großen Feuerwehreinsatz kam es am Dienstagabend auf der Alten Mainbrücke: Eine junge Frau sprang ins Wasser, um ihren Rucksack aus dem Fluss zu retten. Foto: Jörg-Peter Rau

    Es war einiges los am Dienstagabend an der Alten Mainbrücke: Blaulicht leuchtete meterweit durch die Dunkelheit, zahlreiche Kräfte der Feuerwehr und Polizei machten sich bereit für ihren Einsatz. Um ihren in den Main gefallenen Rucksack zu retten, ist gegen 22 Uhr eine 20-jährige Frau vom Oberen Mainkai unterhalb der Alten Mainbrücke in Würzburg in den Fluss gesprungen.

    Aus drei Metern ins Wasser gesprungen

    "Sie sprang von einer Höhe von ungefähr drei Metern ins Wasser und griff dann ihren Rucksack", berichtet Enrico Ball, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Unterfranken. Um sich dann zu retten, schwamm sie zum Fundament eines Brückenpfeilers, kletterte hinaus und harrte dort aus. "Die Frau kann sich glücklich schätzen, dass sie unverletzt blieb. In diesem Bereich herrschen große Unterströmungen, was lebensgefährlich sein kann." In einer großen Rettungsaktion wurde die junge Französin anschließend gerettet.

    Auf dieses Fundament eines Pfeilers der Alten Mainbrücke rettete sich die junge Frau. Foto: Jörg-Peter Rau

    Nach rund 40 Minuten brachte die Wasserwacht in Zusammenarbeit mit einem Boot der Feuerwehr die durchnässte, aber unverletzte Frau ans Ufer zurück. Parallel versuchte die Feuerwehr, sich durch einen Revisionsgang von der Alten Mainbrücke aus einen Zugang zu dem Podest des Brückenpfeilers zu verschaffen - gelungen ist das jedoch nicht. Passanten berichteten von einem Feuerwehrmann, der viele Minuten lang verschiedene Werkzeuge ausprobiert habe, um die im Boden liegende Klappe zu öffnen.

    Klappe zum Revisionsgang ließ sich nicht öffnen

    Was war das Problem? "Gebraucht wurde ein einfaches Werkzeug, das sich jedoch bei uns im Löschzug befand, das am Viehmarktplatz stand", berichtet Torsten Maiwald, Einsatzleiter bei der Berufsfeuerwehr Würzburg. Denn auf dem besagten Fahrzeug befinde sich auch gleichzeitig das Boot für die Wasserrettung, und da der Feuerwehr eine im Unterwasser liegende Frau gemeldet wurde, habe diese beschlossen, das Boot ins Wasser zu lassen.

    Über diese Klappe im Boden, direkt vor dem Schutzheiligen Kilian, versuchte sich die Feuerwehr Zugang zum Brückenpfeiler zu verschaffen. Foto: Jörg-Peter Rau

    "Das mit dem Werkzeug ist einfach doof gelaufen", sagt Maiwald. "Wir konnten aber relativ entspannt sein, da die Person nicht verletzt war." Wäre das der Fall gewesen hätten die Höhenretter die Frau schnell mit Hilfe eines Seils gerettet. "Wir dachten aber auch, dass es etwas schneller geht", gesteht der Einsatzleiter.

    "Wir dachten auch, dass es etwas schneller geht."
    Torsten Maiwald, Einsatzleiter

    Die Klappe im Boden der Alten Mainbrücke bietet Zugang zu dem Brückenpfeiler, in dem sich wiederum Einbauten der Wasserstraßen- und Schiffahrtsverwaltung befindet, wie Knut Wolfram, Leiter der Brückenbauabteilung des staatlichen Bauamtes, erzählt. "Die Schlüssel dafür haben im Grunde die Schleusenmitarbeiter."

    Passant Andreas Ambrosius hat die Rettung mit dem Handy gefilmt

    Im Einsatz waren neben 17 Einsatzkräften der Feuerwehr auch die DLRG und die Wasserwacht sowie die Polizei. Der Einsatz wurde von vielen Schaulustigen auf der Alten Mainbrücke mit verfolgt. Die Französin bereute ihren Sprung ins kalte Nass anscheinend nicht: "Sie zeigte sich auch nach ihrer Rettung uneinsichtig", berichtete Ball.

    Baden ist an Brücken, Schleusen und Wehren verboten

    In Unterfranken komme es immer wieder vor, dass Menschen – häufig auch im angetrunkenen Zustand – von den Brücken in den Main springen. "Im letzten Jahr gab es einige Einsätze an den Brücken", sagt Polizeisprecher Ball. Das sei immer gefährlich. Insbesondere im Bereich der Alten Mainbrücke kommt es durch das Wasserkraftwerk, das Wehr und die Schleuse zu lebensgefährlichen Unterströmungen, warnt die Polizei. Das Baden ist deshalb 100 Meter oberhalb und unterhalb von Brücken, Schleusen und Wehranlagen verboten.

    Es ist demnach glücklichen Umständen zu verdanken, dass sich die junge Französin auf den Brückenpfeiler retten konnte. Wer für die Kosten der aufwändigen Rettung des waghalsigen Sprunges nun aufkommen wird, ist noch unklar. "Letztendlich war es uns egal, wie die Frau ins Wasser gekommen ist. Wichtig für uns war, sie zu retten", sagt Maiwald.

    Frau konnte sich nicht selbst aus ihrer Notlage befreien

    Daher sei es eine Rettungsaktion gewesen, für die eine zu rettende Person im Grunde nicht aufkommen müsse. "Die Frau befand sich in einer Notlage und konnte sich nicht eigenständig aus der Situation befreien." Dass sie sich selbst in Gefahr gebracht habe, sei auszublenden. Die Abrechnung werde laut Maiwald von der Verwaltung erfolgen, mehr könne er bislang dazu nicht sagen. "Ich denke aber, dass es die Frau nichts kosten wird."

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