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    OBERPLEICHFELD

    Gefällte Bäume sorgen für Unmut

    Ein Aufreger in Oberpleichfeld. Am Spielplatz in der Ortsmitte sind im Winter Bäume gefällt worden. Ihr Rückschnitt war ... Foto: Irene Konrad

    Eine Baumfällaktion im Ort hat Anfang des Jahres für Unmut im Gemeinderat gesorgt. Vor allem Ratsmitglied Manfred Klüpfel ist es sauer aufgestoßen, dass „in letzter Zeit auf den Grundstücken der Gemeinde mehrere, nicht vorab beschlossene, Baumfällungen vorgenommen wurden“. Deshalb hat er nun einen Antrag an den Gemeinderat gestellt.

    Manfred Klüpfel sieht sich als Sprecher etlicher Bürger im Dorf. „Viele können nicht nachvollzeihen, warum manche Bäume gefällt worden sind“, erklärt er. Sogar ortsansässige Fachleute würden von Baumfrevel sprechen. Auf jeden Fall gebe es im Ort „kontroverse Betrachtungen, die von vielen Gemeinderäten mit Sorge gesehen werden“.

    Klüpfels Antrag hat das Ziel, dass „zukünftige Baumfällaktionen der Gemeinde transparenter verlaufen“. Sie sollten seiner Meinung nach „sinnvollerweise mit Unterstützung ortsansässiger Fachleute“ besprochen werden. Außerdem möchte er, dass künftig der Bauausschuss vor dem Fällen eines Baumes mit einbezogen wird und Gemeinderäte dazu eingeladen werden.

    So eine Baumbesichtigung könne auch kurzfristig angesetzt werden, argumentierte Klüpfel seinen Antrag. Als Beispiel nannte er das Fällen einiger Bäume am Spielplatz in der Ortsmitte. „Bäume sind lebenswichtig und ortsprägend“, begründet er seinen mit Herzblut gestellten Antrag auf Einbeziehung.

    Das Beispiel Spielplatz erregte die Gemüter im Gremium, „Elf Stümpfe stehen dort, ich bin entsetzt“, meinte Antragsteller Klüpfel. Bürgermeisterin Martina Rottmann meinte jedoch: „Ich halte meinen Kopf dafür hin“ und bot an, die Aktion bei der Kommunalaufsicht des Landratsamts prüfen zu lassen.

    Die Gemeinde sei verpflichtet, ihre Bäume ausscheiden zu lassen und sicher zu gehen, dass keine Äste abfallen, Zwölf Fachfirmen sind für die Pflegearbeiten der gemeindlichen Bäume angeschrieben worden und die günstigste habe den Zuschlag bekommen. Beim Fällen der Bäume auf dem Spielplatz seien Bauamtsleiter Steffen Guth-Portain und der dritte Bürgermeister Norbert Reichert zu Rate gezogen worden.

    „Ich war selbst überrascht davon, wie viel ausgeschnitten worden ist und wie viele Bäume gefällt werden mussten“, gesteht Reichert. Aber wenn ihm Fachleute sagen, dass die Bäume „kaputt sind“, glaube er das. Zunächst seien Äste abgeschnitten worden. Dann sei Reichert selbst auf die Leiter gestiegen und habe die Schäden gezeigt bekommen.

    Er habe deshalb dem Fällen zugestimmt, weil die Firma bereits vor Ort war. Hinter die Entscheidung des dritten Bürgermeisters zum sofortigen Fällen der morschen Bäume stellte sich Bürgermeisterin Rottmann entschieden. Es könnten doch neue Bäume gepflanzt werden und einige „schlagen doch wieder aus“, meinte sie beschwichtigend.

    Gemeinderat Franz-Josef Hartlieb möchte sich jedenfalls „dieser Diskussion im Dorf nicht mehr aussetzen“. Einig war sich das Gremium darüber, dass „mehrere Leute im Vorfeld von anstehenden Baumfällungen auf gemeindlichen Grundstücken Bescheid wissen sollen“. Und dass zwischen einer Begutachtung der Bäume nicht gleich gefällt werden sollte. Es sei besser, „wenn nicht der gleiche Fachmann begutachtet und die Bäume sofort fällt“, so Hartlieb.

    „Mich stört der Ablauf, ja“, gestand Antragsteller Klüpfel. Bei den Bäumen am Spielplatz sei seiner Ansicht nach „keine Gefahr in Verzug“ gewesen. In Oberpleichfeld gebe es kurze Wege und Fachleute für die Baumpflege. Seinem Antrag auf Einbeziehung des Bauausschusses und interessierter Gemeinderäte im Vorfeld stimmte das Ratsgremium einstimmig zu.

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