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    SONDERHOFEN

    Gemeinde kauft das alte Schulhaus

    Für 60 000 Euro hat die Gemeinde Sonderhofen das alte Schulhaus gekauft. In dem markanten Gebäude, das in der Kirchgasse unmittelbar neben dem Gotteshaus steht, soll ein Dorfgemeinschaftsraum entstehen. Seit 1958 war die alte Schule im Besitz der Raiffeisenbank.

    Wohnung und Bürgermeister-Sprechzimmer

    In einer Bürgerversammlung erläuterten nun Bürgermeister Heribert Neckermann und Architekt Florian Baier den rund 50 Interessierten, welche Umbauarbeiten nötig sind. Neben der Raiffeisenbank, die als langfristiger Mieter in ihren bisherigen Räumlichkeiten bleiben soll, ist beabsichtigt, die 125 Quadratmeter große Wohnung im Obergeschoss zu sanieren. Außerdem findet ein Bürgermeister-Sprechzimmer hier seinen Platz.

    Der angrenzende Hof wird überdacht und mit dem Nebengebäude verbunden. 1853 wurde das Schulhaus gebaut und 1887 erweitert. In dem geplanten 70 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum soll eine kleine Teeküche und ein Stuhllager eingebaut werden. Die Sanitäranlagen sollen im überdachten Hof untergebracht werden.

    Bei der Maßnahme, die im Frühjahr 2018 nach Bewilligung der Zuschüsse in Angriff genommen werden soll, sind „Bürgerbeteiligung“ und somit Eigenleistung gefragt, machte Neckermann deutlich. Die geschätzten Kosten für die Sanierungsmaßnahmen und die Schaffung des Gemeinschaftsraums liegen bei etwa 500 000 Euro. Dabei betonte Neckermann, dass der Dorfgemeinschaftsraum keine Konkurrenz für die örtlichen Vereinsheime werden soll. Obwohl es besonders im Hinblick auf einen barrierefreien Zugang verschiedene Einwände gab, zeigte die lebhafte Diskussion, dass die Teilnehmer an der Bürgerversammlung einer neuen Nutzung ihrer alten Schule aufgeschlossen gegenüber stehen.

    Planungen aus dem 19. Jahrhundert

    Bereits in den Jahren 1885 und 1886 gab es umfangreiche Planungen für den Umbau der Schule. Wie in der Sonderhöfer Ortschronik zu lesen ist, sollte damals ein zusätzliches Stockwerk aufgerichtet werden, um Platz für zwei sogenannte „Lehrsäle“ zu schaffen. Alternativ zu diesem Plan stand die Erweiterung der östlichen Giebelseite, durch die Raum für 110 Kinder entstehen würde. Da die Gemeinde die Erbauung von einem oder zwei Lehrsälen ebenso ablehnte, wie einen zu kostspieligen Schulhaus-Neubau, entschieden sich die damals Verantwortlichen dafür, das Schulhaus zu erweitern.

    Aus einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1891 geht hervor, dass in dem einstöckigen Gebäude neben dem 67 Quadratmeter großen Schulzimmer auch eine Waschküche untergebracht ist. Der Kniestock bot Platz für zwei beheizbare Wohnzimmer und ein ebenfalls beheizbares Magd-Zimmer. Vervollständigt wurde die Lehrer-Wohnung durch vier kleine Dachkämmerchen, der Küche und dem Abtritt. In einem Nebengebäude waren die Scheune und der Schweinestall untergebracht. Die Toiletten für die Schulkinder hatten ihren Platz im Hof.

    Ab dem Jahre 1931 wurde eine zweite Schulstelle im Saal des Rathauses eingerichtet. Bereits 1949 wurde der Bau einer neuen Schule beschlossen. Diese Planung hat sich wegen der sinkenden Schülerzahlen zerschlagen. Nachdem 1953 feststand, dass der Schülerstand in den kommenden Jahren um 80 Prozent erhöht und die Schulaufsichtsbehörde den Unterricht im Behelfsschulraum im Rathaus nicht mehr genehmigte wurde der Schulhausneubau unumgänglich.

    Als im Jahre 1958 die neue Schule fertiggestellt war, folgte der Verkauf der alten Schule die jetzt nach 59 Jahren wieder Eigentum der Gemeinde geworden ist.

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