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    Rottendorf

    Gemeinde möchte vierten Kindergarten

    Die Kindergärten Am Marienheim und Am Bremig arbeiten seit einiger Zeit an den Grenzen ihre Aufnahmefähigkeit. Wartelisten werden zwar noch keine geführt, bei einem weiteren Wachstum der Gemeinde dürfte aber schon bald auch die vom Landratsamt genehmigten Überbelegungsplätze erschöpft sein. Mit dem nun beschlossenen Bau einer neuen Kindertagesstätte mit insgesamt sechs Gruppen möchte die Gemeinde auch für die Zukunft ausreichend Betreuungsplätze bereitstellen.

    "Jedem Einwohner und jedem, der nach Rottendorf ziehen möchte, soll auch das Angebot eines Betreuungsplatzes bekommen", hob Bürgermeister Roland Schmitt in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Bedeutung einer in die Zukunft weisenden Lösung hervor. Bei einem erwarteten Zuzug von etwa 1000 Einwohnern in den kommenden Jahren sieht er dringenden Handlungsbedarf. Er erwartet zudem, dass etwa 60 bis 70 Prozent der förderfähigen Kosten durch Zuschüsse abgedeckt werden können. Als Betreiber setzt die Gemeinde wie bisher auf einen privaten Träger. Interessenten gebe es bereits, so Schmitt.

    Entstehen soll die Kindertagesstätte am nördlichen Rand des Neubaugebiets am Sand West, angrenzend an das Wäldchen Grasholz. Hier steht ein Grundstück von 3100 Quadratmetern zur Verfügung. Das Gebäude soll vom Architekten möglichst vielseitig nutzbar geplant werden und auch eine Umwidmung der Gruppen zulassen. Bedenken, dass der großzügig geplante Kindergarten am Ende ohne ausreichend Kinder dastehen könnte, entgegnet Schmitt damit, dass sich das Angebot auch für die Mitarbeiter im Gewerbegebiet, Eltern aus Würzburg und auch berufstätige Pendler aus Richtung Kitzingen öffnen ließe. Es gebe beinahe wöchentlich Anfragen von auswärtigen Eltern, die ihre Kinder in Rottendorf betreuen lassen möchten, solange sie arbeiten.

    Eine von der Gemeinde angefertigte Bedarfsanalyse, die für eine Förderung nötig ist, bestätigt zudem den Eindruck, dass Nachfrage vorhanden ist: Der Kindergarten Am Marienheim verfügt über 75 Plätze für Kindergartenkinder. Zum 1. Juli war sie mit 82 Kindern deutlich überbelegt. Zum 1. Juli 2019 wird mit 77 Kindern gerechnet. Da neun vom Landratsamt genehmigte Überbelegungsplätze zur Verfügung stehen, geht es knapp zu, aber im erlaubten Rahmen. Die 24 Krippenplätze sind seit dem vergangenen Herbst ununterbrochen belegt. Für 1. Juli 2019 rechnet der Kindergarten mit 28 Kindern. Bei vier Überbelegungsplätzen ist auch dies gerade noch im Rahmen.

    Ähnlich ist das Bild im Kindergarten Am Bremig, wo 100 Kindergarten- und 36 Krippenplätze zur Verfügung stehen. Zum 1. Juli belegen 107 Kinder und zum 1. Juli 2019 voraussichtlich zwischen 100 und 107 Kindern einen Kindergartenplatz. Bei acht Überbelegungsplätzen ist auch hier die Obergrenze noch nicht überschritten. Hinzu kommen zum 1. Juli 2018 und 2019 40 Kinder, die die Krippe besuchen. Ohne den vier Überbelegungsplätzen müssten Kinder abgewiesen werden. Bereits an seiner Kapazitätsgrenze angelangt ist das BRK Kinderhaus, das ausschließlich für Mitarbeiter von s.Oliver zur Verfügung steht. Bei 24 Krippenkinder und 25 Kindergartenkinder gibt es schon jetzt eine stattliche Warteliste von 28 Kindern.

    Die Gemeinderäte sind sich einig darin, dass weitere Betreuungsplätze nötig sind und hoben einstimmig für den Bau der Kindertagesstätte ihre Hand. Umstritten war jedoch der Vorschlag, im gleichen Gebäude eine Gruppe zur Schulkindbetreuung mit zu 14-Jährigen einzurichten. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kleinkinder mit Jugendlichen in einem Garten spielen", entgegnete SPD-Rätin Julia Gold. Auch Volker Hauck (BWG) wollte erst bei Nachbargemeinden mögliche Erfahrungen abfragen. Robert Geulich (CSU) und Reinhold Dietsch (BWG) sehen dagegen gerade in einem altersübergreifenden Ansatz auch Vorteile.

    Am Ende stimmten sieben Räte aus den Reihen der SPD und BWG sowie Zweiter Bürgermeister Klaus Hofstätter (CSU) gegen eine Tagesstätte, die neben 24 Krippen und 75 Kindergartenplätzen auch 25 Plätze für die Schulbetreuung vorsieht.

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