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    Eisingen

    Gemeindehaus oder Container?

    Ob die Mittagsbetreuung der Schule während der mehrjährigen Sanierungsphase der Grundschule im Gemeindehaus unterkommen kann, soll jetzt eingehend geprüft werden, beschloss der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung. Foto: Wilma Wolf

    Bevor die fast sechs Millionen teure Sanierung der Grundschule Eisingen beginnen kann, muss erst noch die Frage der Unterbringung der Mittagsbetreuung geklärt werden. Damit beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ausführlich.

    Angedacht war unter anderem, dass die Kinder der Mittagsbetreuung ihr Mittagessen im neu gebauten Pfarrsaal der katholischen Kirche, den die Gemeinde Eisingen mit 500 000 Euro bezuschusst, einnehmen können. "Letzte Woche kam zu meinem Bedauern die Absage der Kirche", erklärte Bürgermeisterin Ursula Engert in der sehr gut besuchten Sitzung.

    Untergeschoss des Pfarrhauses wäre eine Möglichkeit

    Man habe ausführlich darüber beraten und könne aus verschiedenen Gründen keine Zusage geben, hieß es in einem Schreiben der Pfarreiengemeinschaft Kreuz Christi. "Der Raum mit seiner Ausstattung ist nicht als Schulmensa konzipiert und aus unserer Sicht dafür nicht geeignet", schreibt Pfarrer Jerzy Jelonek. Außerdem seien in diesem Zusammenhang Haftungsfragen völlig ungeklärt und die tägliche Kontrolle und Abnahme nicht leistbar, da die Pfarrei die Belegung des Saals mit Ehrenamtlichen betreibe. Sehr wohl könne man aber das Untergeschoss des Pfarrhauses für die Mittagsbetreuung zur Verfügung stellen. Über eine mögliche Nutzung des alten Nikolaussaales müsse der St. Nikolaus-Verein entscheiden.

    "Ich bedaure diese Absage, nicht nur im Sinne der Kinder, sondern auch als Mitglied dieser Kirche", sagte die Bürgermeisterin. Die Kirche habe sich damit die Chance genommen, junge Menschen in die Kirche einzubinden. Bedauerlich ist die Entscheidung der Kirche sicher auch für die Jugendhilfe Creglingen, die in Eisingen für die Mittagsbetreuung verantwortlich ist.

    Sauberkeit gehört zum Konzept

    In einem Schreiben an die Gemeinde heißt es hinsichtlich der Bedenken zur Nutzung des neuen Pfarrsaals: "Die Erziehung zu Sauberkeit und Ordnung gehört zu unserem pädagogischen Konzept. Seit vielen Jahren übernehmen wir die Schulkindbetreuung mit Mittagessen in anderen Kommunen. Dabei werden uns öffentliche Räume zur Verfügung gestellt, die selbstverständlich pfleglich behandelt und ordentlich verlassen werden."

    In Eisingen sei für die reine Essenszeit eine halbe Stunde vorgesehen. Man würde den Saal also maximal eine Stunde am Tag brauchen. Der Raum im Untergeschoss des Pfarrhauses wäre für das Mittagessen allerdings sehr beengt. Zudem gebe es Unterlagen eines Gutachters, aus denen hervorgeht, dass es in diesem Raum Schimmelbildung gibt und die Nutzer gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt sind, sagte die Bürgermeisterin. Damit komme dieser Raum nicht in Frage

    Gemeindehaus wäre eine Möglichkeit

    Und auch nicht der Nikolaussaal, denn die Versammlung des Nikolaus-Vereins _ wo das entschieden werden könnte _ sei erst am 18. März. "Das ist zu spät, wir brauchen jetzt eine Lösung", betonte Engert. Deshalb habe Architekt Martin Dold das Gemeindehaus, in dem in der Vergangenheit bereits Schule und Kindergarten untergebracht waren, untersucht und sehe es grundsätzlich für eine zwischenzeitliche Nutzung "Mittagsbetreuung Grundschule" als geeignet an. Nach seiner Einschätzung wären dafür aber einige Mindestarbeiten notwendig, unter anderem die Sanierung der Toiletten und des Außenbereichs. Geschätzte Kosten: rund 130 000 bis 150 000 Euro.

    Ein weiterer Vorschlag zur vorübergehenden Unterbringung der Mittagsbetreuung kam von Gemeinderat Robert Hock (Bündnis 90/ Die Grünen). Er hatte in einem Antrag an den Gemeinderat eine Containerlösung gefordert. Ein Container würde zwischen 400 000 und 450 000 Euro kosten, das sei ein enormes finanzielles Problem bei der angespannten Finanzsituation der Gemeinde, meinte die Bürgermeisterin dazu. 

    Für Gemeinderat Eberhard Blenk (UBE) war die Frage des Container-Standorts schwierig zu beantworten. Zudem könne die Erschließung auch noch hohe Kosten verursachen. Und in das Gemeindehaus müsse man sowieso investieren, um es in den nächsten Jahren weiter zu verwenden. Der Meinung war auch Marco Pfrang (CSU), das Geld wäre sinnvoll und zukunftsweisend investiert, meinte er. Und möglicherweise gäbe es hierfür sogar eine städtebauliche Förderung, sagte dritter Bürgermeister Julian Hertzig (CSU).

    Nun sollen zwei mögliche Übergangslösungen geprüft und in einer Sondersitzung des Gemeinderates vorgestellt und beschlossen werden. Die Zeit drängt, sagte Engert. Die Baugenehmigung für die Schulsanierung liegt schon vor.

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