• aktualisiert:

    Frickenhausen

    Geplanter Steinbruch in Frickenhausen scheidet die Geister: "Nur ein Lastzug pro Werktag"

    Demonstrationsobjekt: Ein Muschelkalkstein, Hammer und Karte. Foto: Georg Stock

    Einen Antrag nach dem bayerischen Abgrabungsgesetz zur Errichtung eines Steinbruchs auf der Gemarkung Frickenhausen hat ein Unternehmer gestellt. Der Marktgemeinderat hat dem Vorhaben Anfang Oktober mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme die Zustimmung erteilt.

    Die Zu- und Abfahrt soll ausschließlich über den oberen Mainleitenweg in Richtung Segnitz erfolgen, so wollte es der Gemeinderat. Das sorgt für Proteste und Unruhe in der Nachbargemeinde, wo ein enormer Schwerlastverkehr befürchtet wird. Der Frickenhäuser Bürgermeister Reiner Laudenbach hält die Sorgen für unbegründet.

    Bürgermeister: "Sorgen der Nachbarn unbegründet"

    In der Sitzung des Gemeinderats Frickenhausen und auch gegenüber dieser Zeitung erläuterte er seine Sicht vor allem im Hinblick auf die Gesteinsmengen. Aus dem Antrag der zuständigen Firma gehe hervor, dass sie auf Frickenhäuser Fluren oberhalb der Weinberge und unterhalb der Markgrafenhöfe, noch vor der Autobahn, auf einer Fläche von ungefähr 8,6 Hektar Muschelkalk abbauen möchte. Es soll sieben Abschnitte geben. Ein ausgebeuteter Abschnitt soll wieder verfüllt werden, sobald der nächste angegangen wird.

    Die Planung: Erde und Gestein werden zum größten Teil wieder aufgefüllt

    Zwar wird die Masse von Erde und Gestein, die im Lauf von Jahren abgegraben wird, etwa 1,6 Millionen Kubikmeter betragen. Doch wird laut Antragsunterlagen der größte Teil davon zur Wiederauffüllung verwendet.  Die Menge des nutzbaren Muschelkalks, der aus dem Gelände verbracht wird, ist auf etwa 33 200 Kubikmeter geschätzt.

    Laudenbach rechnete beispielhaft aus, dass bei einer gesamten Nutzungszeit des Steinbruchs von 20 Jahren und 225 Arbeitstagen pro Jahr eine Menge von 7,3 Kubikmeter am Tag entstünde. Multipliziere man das mit dem spezifischen Gewicht des Steins von 2,6 Tonnen pro Kubikmeter, würden rund 19 Tonnen pro Werktag anfallen. Die würden auf einen einzigen großen Lastzug passen.

    Die in Segnitz geäußerte Befürchtung, dass alle 20 Minuten ein Lastzug durch den Ort fahren würde, entbehre daher der Grundlage, sagte Laudenbach. Die von den Frickenhäusern favorisierte Abfuhrstrecke sei die kürzeste zur Staaatsraße. In die andere Richtung müssten rund drei Kilometer Flurwege auf eigener und dazu noch ein paar hundert Meter auf Ochsenfurter Gemarkung befahren werden, die dafür aber ungeeignet seien. Den Ort Frickenhausen könnten die Lastzüge wegen der niedrigen Tordurchfahrten nicht passieren.

    Schließlich macht Laudenbach darauf aufmerksam, dass für die Genehmigung des Abbauantrags das Landratsamt zuständig sei, das viele Gesichtspunkte zu prüfen habe und Fachbehörden anhöre.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (1)

      Kommentar Verfassen

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!