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    Würzburg

    Gericht: Schuss von Polizisten am Kulturspeicher war Notwehr

    Polizeieinsatz am Würzburger Kulturspeicher nach der Messerattacke. Polizeibeamte untersuchten im November 2018 den Vorfall, bei dem ein Kollege auf einen Angreifer geschossen hatte. Foto: Berthold Diem

    Zuerst kratzte er mit seinem Messer nur am Lack von geparkten Autos. Als er dabei am Parkplatz vor dem Würzburger Kulturspeicher erwischt wurde, ging ein 43-Jähriger mit der Stichwaffe auf einen Polizisten los. Dafür schoss ein Polizist ihn kampfunfähig. Nun wurde der Angreifer für drei Jahre ins Gefängnis geschickt.

    Vor dem Amtsgericht gab der Angeklagte an, er habe keine Erinnerung mehr an Einzelheiten des Vorgangs - was daran gelegen haben könnte, dass er Speed und Schnaps konsumiert hatte. Er sagte, er habe nicht die Absicht gehabt, den Polizisten mit einem Messer anzugreifen.

    Der Polizist dagegen nahm den Angriff sehr wohl als lebensbedrohlich wahr. Der Angeklagte sei mit Schnittbewegungen mit dem Messer in Richtung Hals auf ihn zugestürmt. Nach einem Warnschuss versuchte er ihn an den Beinen zu treffen, der dritte Schuss traf den Angeklagten schließlich an der Hüfte.

    Die Justiz hält für vertretbar, dass der Polizist zur Abwehr des Angriffs auf ihn schoss und ihn schwer verletzte. Diese Bewertung der Situation hatte die Staatsanwaltschaft Würzburg bereits vor vier Wochen auf Nachfrage dieser Redaktion nach Abschluss der Untersuchungen durch das Landeskriminalamt erkennen lassen. 

    Bedrohungssituation

    "Gegen 10.45 Uhr hat ein Anrufer bei der Einsatzzentrale gemeldet, ein Mann würde auf dem Parkplatz vor dem Kulturspeicher Autos verkratzen", berichtete im November 2018 Enrico Ball, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken. "Ein Kollege auf Streifenfahrt war in der Nähe und deswegen schnell vor Ort." Der verdächtige Mann sei mit einem Messer auf den Beamten zugegangen, so dass dieser seine Dienstwaffe ziehen musste und geschossen habe. "Das war ein Schusswaffengebrauch unter Bedrohungssituation", sagt Ball.

    Alkohol- und Drogenschmuggel

    Der bereits zuvor polizeibekannte Mann wurde wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen. Er muss einen Alkohol- und Drogen-Entzug machen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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