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    Würzburg

    Giselas heile Welt: Pony in der Schultüte

    Giselas heile Welt Foto: Zwirner

    Wochenlang war Katrin kaum ansprechbar. Sie hatte einfach zu viel um die Ohren. Sogar der traditionelle August-Urlaub musste in den Mai vorverlegt werden.

    Seit Februar hing an Katrins Pinwand eine immer länger werdende To-do-Liste: "Fotograf anrufen", "Tisch für 35 Leute bei Giovanni reservieren" "Tischdeko", "Liederwünsche für Alleinunterhalter", "Glutenfreies Mehl", "Sitzordnung machen","Rosen abbestellen, Monika allergisch", "Gästezimmer herrichten", "Caterer Bescheid geben, fünf Personen mehr", "Oma am Flughafen abholen"

    Klospülung defekt

    Außerdem musste Katrin das ganze Haus putzen. Alle Zimmer aufräumen. Die Gardinen waschen. Die Blumenkästen neu bepflanzen. Die hässliche Vase suchen, die Tante Marlene ihr zum Geburtstag geschenkt hat …

    Auch Katrins Gatte Christian war im Stress: Er musste das Wohnzimmer streichen. Die neuen Vorhänge aufhängen. Den Rasen mähen. Die defekte Klospülung reparieren… "Aber wir machen das ja gerne", sagte Katrin und wischte sich mit den Gummihandschuhen den Schweiß von der Stirn. Und Christian rief von der Leiter, dass es ja "ein unvergesslicher Tag für Julian-Elias werden soll".

    "Grappa für alle"

    Nun ist der unvergessliche Tag rum. 37 Gäste waren von frühen Morgen bis um 23 Uhr da, weitere 21 kamen erst am späten Nachmittag aber vor dem Abendessen dazu. Giovanni hat knapp 1400 Euro kassiert, was viel damit zu tun hat, dass Opa gegen 13.30 Uhr "Grappa für alle" geordert hat. Der Caterer ist mit 1300 Euro nach Hause gegangen, der Alleinunterhalter mit 250 Euro, weil er auch noch gezaubert hat und der Fotograf hat 150 Euro gekriegt.

    Der Getränkehändler schickt seine Rechnung noch, aber die Tatsache, dass sich in der Garage leere Weinflaschen, Bier-, Limokisten stapeln, lässt wenig Gutes hoffen. Die Wohnzimmerdecke muss übrigens noch mal gestrichen werden: Onkel Paul hat die Flasche mit dem roten Sekt vor dem Öffnen wohl ein wenig geschüttelt. Der Spülkasten fürs WC hat 50 Euro gekostet. Aber den könne man ja nicht rechnen, sagt Christian. Der sei ja was "fürs Leben".

    Tief enttäuscht

    Und Julian-Elias? Der ist tief enttäuscht von seiner Einschulungsparty: "Bei meinem Freund Daniel war ein Clown und ein Mann mit einem Pony", sagt er vorwurfsvoll zu Katrin. Und dass in einer von Daniels sieben Schultüten eine Nintendo Switch gelegen habe.

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