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    WÜRZBURGER WAHRHEITEN

    Glosse: Was der Würzburger OB mit den Stadtzwergen zu tun hat

    Von Zwergen und anderen riesigen Themen handelt diesmal die Rubrik Würzburger Wahrheiten. Das Symbolbild zeigt "Zwergenkinder" aus der Rhön.
    Foto: Klaus Dieter Hahn

    Was uns bewegt, ist nicht so die Frage. Geht vielmehr darum, ob, wie und mit was wir uns bewegen. Und das natürlich umweltfreundlich. Denn wer derzeit etwas anderes retten will als das Klima, ist wahrlich rettungslos verloren. Drum haben sich die Würzburger Stadträte auch mal bewegt und sich zum Seilbahn-, Straßenbahn- ÖPNV-Ticket-Gucken nach Innsbruck aufgemacht. Sie sind auch dort angekommen, was nach der Thomas Cook-Pleite keine Selbstverständlichkeit ist.   

    Warum das Reiseziel Innsbruck? Die Stadt am Inn gilt als vorbildlich im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), hat ansonsten aber viele Gemeinsamkeiten mit Würzburg. Beispielsweise einen markanten Knick in der Optik. Ein solcher ziert das von Stararchitekt Chipperfield entworfene Kaufhaus Tyrol ebenso wie das Geschäftshaus Hof Emeringen in der Eichhornstraße, wo der Knick in der Fassade nach den meist leeren Zara-Schaufenstern der ultimative Hingucker ist.        

    Ganz schön geguckt haben auch die Stadträte, als sie bei ihrer Seilbahntour am Patscherkofel vom Schnee überrascht wurden, da sie blöderweise keine Skier dabei hatten, wobei solche noch nicht einmal im hügeligen Österreich als umweltfrendliche ÖPNV-Variante gelten.        

    E-Bikes in der Seilbahn 

    Obwohl Stadträte von Haus aus bekanntlich Überflieger sind, waren etliche von ihnen von der  Seilbahn-Idee dann doch nicht so begeistert - vor allem nach dem Ausblick, der sich ihnen bot. Die 60 Millionen Euro teure Bahn hat Innsbruck kräftig Schulden beschert und der zweiten Bürgermeisterin den Job gekostet. Was aber wahrscheinlich der Hauptgrund für die Skepsis ist: Nach dem Radbeschluss muss in Würzburg jetzt alles radfahrerfreundlich (Radler statt Schoppen etc.) sein.  Und wenn dann die Leute ihr E-Bike mit in die Seilbahn-Gondel schleppen, ist die recht schnell voll.

    Ob die Stadträte jetzt weitere Reisen zur Erkundung von ÖPNV-Alternativen planen, ist nicht bekannt. Mögliche Reiseziele: Venedig (wegen des ÖDP-Vorschlags Wassertaxis auf dem Main), Oslo (wo  E-Scooter und selbstfahrende Busse um die Wette fahren), die Insel Hiddensee (autofrei) oder Kleinrinderfeld (keine Parkgebühren).

     Stadtzwerge oder Elternzeit?

    Zum Schluss noch der Blick auf eine Nachricht, die uns gleich doppelt bewegt: Oberbürgermeister Christian Schuchardt wird Vater. Und der Geburtstermin soll just der Kommunal-Wahltag am 15. März 2020 sein. Nur biologische Ignoranten könnten auf die Idee kommen, dass  der Zeitpunkt deshalb so geplant wurde, damit für den OB am Wahltag wenigstens ein Erfolgserlebnis garantiert ist.

    Uns beschäftigt dagegen, ob der OB seinen Nachwuchs in der betrieblichen Kinderbetreuung der Stadt für ihre Mitarbeiter unterbringen kann. Denn diese Kindertagespflege mit dem witzigen Namen "Stadtzwerge" hat nur fünf Betreuungsplätze. Deshalb muss - echt wahr!- die Frage erlaubt sein: Geht der OB im Fall seiner Wiederwahl erstmal in Elternzeit?         

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