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    Würzburg

    Glosse: Welche Berufe die Würzburger in 20 Jahren ausüben

    Wie die Stadt in Zukunft gegen den Buchsbaumzünsler vorgeht, wissen die Würzburger Warheiten. Foto: Bernd Weissbrod, dpa

    Die Welt ist im Wandel - auch die Berufswelt. Berufe wie die Rohrpostbeamtin, die im 19. Jahrhundert eine Art innerstädtisches Postsystem verwaltete, braucht wahrlich niemand mehr. Auch ein Schriftsetzer, der beim Druck von Büchern oder Zeitungen unersetzlich war, ist spätestens durch die Digitalisierung überflüssig geworden. Aber was kommt in Zukunft? Welche Berufe wird es besonders in Würzburg geben?

    In Wahrheit, und darum geht es hier ja, braucht die Stadt bald einen Zündler. Nicht zu verwechseln mit dem Zünsler. Was nach einem Hollywood-Bösewicht klingt, macht sich aktuell an Würzburgs Buchsbäumen zu schaffen. Sobald die fingernagelgroße Raupe ihnen die Blätter von den Ästen gefressen hat, als wären es die geknickten Bratwürste am Marktplatz, breitet sie sich nämlich aus. Um dem Zünsler beizukommen, bleibt dem Zündler nur das kontrollierte Abbrennen der Bäume. Denn ob jetzt der Zünsler oder der Zündler Kahlholz hinterlässt, ist grad egal. Das Gespür, dass er dabei für zerstörerische Tiere entwickelt, könnte er gleich nutzen, um die Wildschweine aus den Gärten am Dallenberg zu vertreiben. 

    Nikotin-Winzer für die Weinparade

    Gestern ging ja in Würzburg auch die Weinparade zu Ende. Und wer kennt es nicht. Nach dem zweiten Schoppen fangen auch Nichtraucher an, nach Zigaretten zu greifen. Um dieses Phänomen in den Griff zu kriegen, ohne die Lungen der angetrunkenen Weinparadisten mit Teer zu füllen, braucht es in Zukunft den Nikotin-Winzer. Nennen könnte man das ganze dann: Silvaner mit Schuss oder wahlweise auch: ohne Lungenverschluss. 

    Die Konjunktur schwächelt, deshalb müssen alle sparen. In Würzburg betrifft dieser Sparzwang sogar den Bischof. Vielleicht sollte sich unser Franz Jung mal ein paar Tipps vom Limburger Tebartz-van Elst holen. Die 31 Millionen, die der Protz-Bischof damals für seine neue Residenz ausgab, lassen die Finanzprobleme Jungs aussehen, wie den Papst neben einem Ministranten.

    Aus Gotteshaus wird Studentenheim

    Um ihre Probleme zu lösen, will die Kirche eventuell die ein oder andere wenig genutzte Kirche schließen. Wenn man die aktuell steigenden Austrittszahlen betrachtet, könnte außer dem Dom und der Neubaukirche nicht mehr viel übrig bleiben. Da eh nichts mehr gebaut werden kann, wurde der Leiter des kirchlichen Bauamts bereits in den Vorruhestand geschickt.

    Nach Informationen dieser Glosse ist man jetzt auf der Suche nach einem Mitarbeiter mit einer gänzlich neuen Berufsbeschreibung. Die Kirche braucht einen Verwandler. Dieser soll nicht Wasser zu Wein machen, sondern die sinnvollste Idee für die weitere Nutzung des Kirchturms finden. In Hannover wurde aus einem Gotteshaus bereits ein Studentenwohnheim. Altbau ist sowieso im Trend und für den Wohnungsmarkt in Würzburg und den Kassensturz des Bischofs wäre das wahrlich ein Segen. Da pfeift nämlich die Orgel aus dem letzten Loch.

    Und was wird aus der Müllabfuhr?

    Zum Abschluss noch ein Beruf, der nicht neu ist, wohl aber bald eine Renaissance erlebt. In der vergangenen Woche veröffentlichte die Stadt eine Pressemitteilung zum Thema Vereinbarkeit von Studium und Müllabfuhr. Dabei ging es eigentlich nur um Studenten, die sich in den Semesterferien etwas Geld dazu verdienen. Was die jungen Menschen nicht wissen: Für Geisteswissenschaft-Studenten könnte der Ferien-Job schon mal die Vorbereitung auf die Zeit nach dem Abschluss werden. Echt wahr. 

    Lesen Sie auch unsere jüngst erschienenen Glossen der "Würzburger Wahrheiten"

     

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