• aktualisiert:

    Würzburg

    Grippeimpfstoff: Besser vorbereitet als 2018

    Diesmal soll der Grippeimpfstoff nicht zur Neige gehen. Dafür wurde in Bayern aufgerüstet. Foto: Sebastian Gollnow, dpa

    Wer sich im vergangenen Winter gegen Grippe impfen lassen wollte, hatte häufig Pech. Schon im November – noch bevor die Grippesaison richtig begonnen hatte –, wurde auch in Unterfranken bei vielen Ärzten und Apothekern bereits der Impfstoff knapp. Für die kommende Saison sei Bayern jedoch gut gerüstet, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Um Engpässe zu vermeiden, konnten Mediziner diesmal ihren gesamten voraussichtlichen Bedarf vorbestellen. In der Vergangenheit konnten sie laut Landesamt für Gesundheit (LGL) nur zwei Drittel ihres Bedarfs im Vorfeld anfordern.

    Kein finanzielles Risiko für Ärzte

    "Es soll besser werden", bestätigt Dr. Christian Pfeiffer, unterfränkischer Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Grund für seinen Optimismus ist eine neue Vereinbarung mit den Krankenkassen, die dafür sorgen soll, dass in der kommenden Saison genügend Impfstoff verfügbar ist. "Bisher waren Ärzte immer sehr vorsichtig mit ihren Vorbestellungen, weil ihnen Regresse drohten, wenn sie ihren Bedarf überschätzt haben", sagt der Giebelstädter Hausarzt (Lkr. Würzburg). Doch ab diesem Herbst fordern die Kassen die Kosten für den übrig gebliebenen Impfstoff nicht mehr zurück. Dieses finanzielle Risiko falle jetzt weg, so Pfeiffer. "Mediziner können jetzt ohne Bedenken 100 Prozent ihres voraussichtlichen Bedarfs bestellen und dazu noch etwas mehr als Sicherheitspuffer."

    Michael Sax aus dem Bezirksvorstand des Bayerischen Apothekerverbands hofft ebenfalls auf eine Verbesserung der Lage. In der vergangenen Saison war seine Apotheke in Würzburg ebenfalls von den Lieferengpässen betroffen. Die Maßnahmen hält Sax für einen guten Ansatz. "Allerdings kann ich in meiner Apotheke noch nicht feststellen, dass sich Ärzte einen größeren Vorrat angelegt hätten als in den letzten Jahren", sagt der Apotheker. Ob die Impfstoff-Not der Vergangenheit angehört, werde sich erst noch zeigen.

    Schon jetzt mehr Impfstoff vorhanden

    Um Engpässe diesmal zu vermeiden, haben auch die Hersteller aufgestockt und eine größere Menge an Impfstoffen als in den vergangenen Jahren produziert. Susanne Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) spricht von einer guten Ausgangslage: "Schon jetzt haben wir insgesamt 18,2 Millionen Dosen freigegeben. Das sind 2,5 Millionen Dosen mehr als in der kompletten vergangenen Saison." Wie viele Dosen des Impfstoffs davon für Ärzte in Bayern bestimmt sind, werde vom Institut nicht erfasst, so die Sprecherin.

    Als guter Zeitpunkt für eine Influenza-Impfung gelten Oktober und November. Prinzipiell könne sich jeder impfen lassen, so Pfeiffer. Dringend empfohlen ist eine Grippeimpfung aber für chronisch Kranke, zum Beispiel Diabetes- oder Asthmapatienten, aber auch für ältere Menschen ab einem Alter von 60 Jahren und für Schwangere. Eine Impfung wirkt etwa sechs bis zwölf Monate. Deshalb sei jedes Jahr eine Auffrischung sinnvoll, empfiehlt das Robert-Koch-Institut. Außerdem ist die Impfung jede Saison anders zusammengesetzt, da immer wieder andere Virus-Varianten auftreten. Zum Einsatz kommt aktuell nur noch der Vierfachimpfstoff, der seit der besonders heftigen Grippewelle 2017/2018 von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen wird. Seit dem vergangenen Jahr wird dieser wirkungsvollere Impfstoff auch für Kassenpatienten bezahlt.

    Wie die kommende Grippesaison verlaufen wird, sei nicht vorhersehbar, so Aleksander Szumilas, Sprecher des Landesamts für Gesundheit: "Das hängt ganz davon ab, welche Virenstämme auftreten, wie hoch die Immunität in der Bevölkerung ist und wie viele Menschen sich impfen lassen." Auch das Wetter spiele eine Rolle. Die Grippezeit beginnt für gewöhnlich am Jahresende und reicht dann bis in den März.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!