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    Ochsenfurt

    Großbrand in Ochsenfurt: Wie geht es den Geschädigten?

    Herbergssuche nach dem Großbrand in Ochsenfurt
    Das geschädigte Anwesen in der Ochsenfurter Redersgasse ist mit einem Bauzaun gesichert, weil noch immer Teile des niedergebrannten Daches auf die Straße fallen könnten. Foto: Gerhard Meißner

    Auch drei Tage nach dem Großbrand inmitten der Ochsenfurter Altstadt hängt noch ein leichter Rauchgeruch in der Luft. Am frühen Freitagmorgen war der Dachstuhl eines von fünf Familien bewohnten Hauses an der Ecke Untere Redersgasse/Badgasse aus noch ungeklärten Gründen in Brand geraten und hat das Gebäude unbewohnbar gemacht. Während Brandermittler der Kriminalpolizei nach der Ursache suchen, kümmert man sich bei der Stadt Ochsenfurt vor allem um eine Bleibe für die 15 obdachlos gewordenen Bewohner. Für einige von ihnen ist die Südzucker AG zum Nothelfer geworden und stellt übergangsweise ehemalige Werkswohnungen zur Verfügung.

    Dachstuhl nahezu vollständig zerstört

    Ein Bausachverständiger des Technischen Hilfswerks gehe nach dem ersten Eindruck davon aus, dass das Haus ein wirtschaftlicher Totalschaden sei, sagt der Leiter der Stadtverwaltung, Wolfgang Duscher. Der Dachstuhl ist nahezu vollständig zerstört. Inwieweit die darunterliegenden Stockwerke durch das Feuer und die großen Mengen an Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden, wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein. Weil noch immer Teile des Daches einstürzen könnten, ist das Umfeld um das Haus mit einem Bauzaun gesichert.

     

    "Wir versuchen halt zu helfen, wo wir helfen können, das ist selbstverständlich."
    Stefan Mondel, Werkleiter Südzucker

     

    An den Türen hat die Polizei Verschlusssiegel angebracht. Brandermittler der Kripo waren am Wochenende am Brandort und haben Spuren gesichert. Deren Auswertung werde sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte ein Sprecher am Montag mit. Die Bewohner des Hauses, die die Feuerwehr am Freitagmorgen aus dem brennenden Haus evakuierte, mussten ihre gesamte Habe zurücklassen. Die meisten von ihnen waren übers Wochenende bei Verwandten untergekommen, sagt Wolfgang  Duscher. Eine Familie verbrachte die vergangenen Tage in einer Ferienwohnung.

    Herbergssuche nach dem Großbrand in Ochsenfurt
    Noch ist das Wohnhaus polizeilich versiegelt. Foto: Gerhard Meißner

    Am Montagmorgen war man in der Stadtverwaltung damit beschäftigt, Ersatzwohnungen für die Geschädigten zu finden, als die Südzucker AG ihre Hilfe anbot. Wie Werkleiter Stefan Mondel berichtet, habe man davon erfahren, dass ein Ehepaar und der Vater der siebenköpfige Familie, die in dem abgebrannten Haus wohnten, in der Ochsenfurter Zuckerfabrik beschäftigt sind. Daraufhin habe man den Geschädigten angeboten, übergangsweise in die ehemaligen Werkswohnungen am Rande des Fabrikgeländes zu ziehen. 

    Die Wohnungen stehen seit Jahren leer und sollten eigentlich längst abgerissen werden. Von Südzucker-Mitarbeitern wurden sie am Montag in aller Eile hergerichtet. Auch einige Möbel stehen dort noch zur Verfügung. "Wir versuchen halt zu helfen, wo wir helfen können, das ist selbstverständlich", so Mondel. Andernfalls hätten einzelne Bewohner möglicherweise in die städtische Notunterkunft am Goßmannsdorfer Weg umziehen müssen, so Verwaltungsleiter Wolfgang Duscher. 

    Sachspenden nur nach Rücksprache

    Inzwischen sind einige Kleidungsstücke und andere Gebrauchsgegenstände für die Geschädigten im Rathaus eingegangen. Die Stadtverwaltung bittet aber darum, Sachspenden nur nach Rücksprache abzugeben. Noch habe man sich keinen Überblick verschaffen können, was die Betroffenen tatsächlich brauchen. Um die Geschädigten fürs Erste mit der nötigen Kleidung zu versorgen, habe man sich mit dem Flüchtlings-Helferkreis in Verbindung gesetzt, der eine Kleiderkammer betreibt.

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