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    RITTERSHAUSEN

    Große Maschinen wirbelten viel Staub auf

    Der vom Maschinenring Maindreieck (MR) organisierte Praktikertag, bei dem neue Bodenbearbeitungsmaschinen vorgestellt wurden, traf auf volles Interesse bei den Landwirten. Auch zeigte sich mit der Anwesenheit von nur ganz wenigen Frauen, dass Landtechnik wohl immer noch eine reine Männersache ist.

    Weit über 200 Besucher, darunter MR-Geschäftsführerin Jutta Michel (Erlach) begrüßten Vorsitzender Johannes Menth (Rittershausen) und MR-Betriebsberater Fabian Zipfel auf dem abgeernteten Getreidefeld in der Gemarkung des Gaukönigshöfer Ortsteil Rittershausen.

    Vor der Kulisse von PS-starken Traktoren und überdimensionalen Maschinen gab Stefan Hamberger einen Überblick über den Zweck der Veranstaltung

    Laut dem Mitarbeiter der Landmaschinenschule Triesdorf, stehen bei der Vorführung die Arbeitsqualität der verschiedensten Systeme zur mechanischen Unkrautbekämpfung auf dem Prüfstand. Wie er erklärte, ist direkt nach der Ernte die oberste Prämisse für die Landwirte, den Boden flach zu bearbeiten, um die Keimung des Ausfallgetreides und der Unkräuter anzuregen. In einem weiteren Arbeitsschritt wird zwei bis drei Wochen später der Boden erneut mit dem Grubber oder der Scheibenegge bearbeitet.

    Mit den Spezialmaschinen, die bisher vorrangig im Biolandbau oder in besonders trockenen Agrarstandort wie in Australien zum Einsatz kommen, wird, so Stefan Hamberger, feine Erde erzeugt, in der die Keimlinge besser aufgehen können. Anschließend werden die jungen Pflänzchen ganzflächig abgetrennt und an die Oberfläche gebracht, wo sie verdorren.

    Die noch nicht alltägliche Art der Bodenbearbeitung, die das Ziel hat, den Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat zu verringern, fasst Hamberger in den „Vier F“ zusammen: Flach, Flott, Fest und Fein. Das bedeutet, dass der Boden flach bearbeitet wird, die Arbeiten auf dem Feld schnell vonstatten gehen, der Boden fest rückverfestigt und fein aufgearbeitet wird.

    Diesen Anforderungen werden die von den Bauern genutzten üblichen Standard-Maschinen, nach seinen Worten nur bedingt gerecht. Die Anschaffung von neuen Maschinen ist aber auch nach den Worten von Stefan Hamberger „eine kostspielige Geschichte.“ Wie er sagt, erfordern die hohen Anschaffungskosten auch eine gewisse Auslastung.

    Als dann die ersten der großen Ungetüme jeweils eine der Parzellen des knochentrockenen Bodens bearbeiteten, wobei dicke Staubwolken über die Zuschauer hinweg wehten, war Stefan Hamberger als Gutachter gefragt. Mit Fabian Zipfel an seiner Seite untersuchte er akribisch das Arbeitsergebnis der 21 Geräte. Mit dem Zollstock maß er die Tiefe, schaute genau hin, ob die Getreidestoppeln samt der Wurzel aus der Erde entfernt worden waren und prüfte die Feinheit der Erde.

    Aus den lebhaften Diskussionen, die die Landwirte rund um die Maschinen führten, war unschwer die Meinung herauszuhören, dass „die Dinger bestimmt nicht schlecht, aber auch ganz schön teuer sind.“

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