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    Estenfeld

    Großes Stühlerücken im Gemeinderat Estenfeld

    Großes Stühlerücken im Gemeinderat Estenfeld. Zum einen erhöht sich die Zahl der Räte von 16 auf 20, zum anderen wirbeln die "Grünen" und die Wählergruppierung "EinS" (Estenfeld in Schwung) den Rat ordentlich durcheinander. Elf neue Mitglieder werden ab sofort mit am Ratstisch sitzen.

    Die Wählergruppierung "EinS" darf sich als großer Wahlsieger fühlen. "Das ist einfach nur gigantisch, aus dem Stand von null auf vier Sitze, wir sind überwältigt", sagt Jochen Jörg, einer der drei Vorsitzenden von EinS und neben dem Apotheker Benedikt Koch, Christian Albert und Joachim Iwanowitsch eines der vier Ratsmitglieder. Vier Sitze, so Jörg weiter, "geben uns unheimlich viel Kraft, um auf gesunde Weise weiter zu wachsen. Wir sind mehr als nur das Zünglein an der Waage und können uns gestalterisch einbringen".

    Nur vier Frauen im neuen Rat

    Von null auf zwei Sitze kommen auch die vor einem Jahr gegründeten Grünen. "Wir sind begeistert, die Arbeit hat sich gelohnt", sagt Julia Klafke-Fernholz, die gemeinsam mit Thomas Herr für die Grünen in den Gemeinderat einzieht. Gleichzeitig seien diese beiden Sitze auch ein Vertrauensvorschuss, so Klafke-Fernholz. "Wir sind guten Mutes und freuen uns auf die Aufgaben, die auf uns zukommen und auf das uns entgegengebrachte Vertrauen." Gleichzeitig zeigte sie sich ein wenig traurig, dass nur vier Fauen im neuen Rat sitzen werden.

    Drei von ihnen sitzen auf Seiten der CSU: Bürgermeisterin Rosi Schraud sowie Silke Scheller und Ulrike Roth. Immerhin hat die CSU ihre sieben Sitze halten können. Für Rosi Schraud rückt Peter Pospiech, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, in den Rat. Albin Wolz, Andreas Förster und Johannes Streit ergänzen diejenigen, die wiedergewählt wurden, Ersoy Karakoc ist der einzige CSU-Neuling. "Wir hätten uns schon ein besseres Ergebnis erhofft", sagt Michael Weber, Ortsvorsitzender der CSU. Nun käme es darauf an, wie der neue Gemeinderat Mehrheiten zusammen bekommt, um die für den Ort wichtigen Themen durchzusetzen. Er gab dem neuen Rat auch eine Hausaufgabe mit: Miteinander und nicht gegeneinander arbeiten.

    Sadler (SPD): "Es hätte schlimmer kommen können"

    Entgegen dem landesweiten Trend musste die SPD in Estenfeld keine Federn lassen, es bleibt bei sechs Sitzen. "Wir hatten schon gehofft, einen der vier Mehr-Sitze im Rat zu holen", sagt der Ortsvorsitzende Joachim Sadler, "aber angesichts der SPD-Ergebnisse um uns herum können wir zufrieden sein, es hätte schlimmer kommen können." Dass sowohl seine Partei als auch die CSU keine Gewinne verzeichnen und gleich zwei neue Parteien im Rat sitzen, wertet Sadler als ein Signal, "dass die Estenfelder eine Veränderung wollten". Gerade die Grünen und die EinSer würden eine Altersschicht abbilden, "die das Gremium bislang nicht hatte". Neben Sadler bleiben Johannes Pietschmann, Siegfried Krieger und Gerhard Knorz im Rat, neu sind Albin Glück und Tobias Grimm.

    Verlierer der Wahl ist eindeutig die UWG, die von "Fraktionsstatus" auf "Einzelkämpfer" geschrumpft sind. Keines der drei bisherigen Ratsmitglieder wollten die Estenfelder wieder im Rat sehen, vielmehr gaben sie dem Neuling Bernd Galm ihr Vertrauen. "Ich selbst bin mit dem Ergebnis zufrieden, auch weil ich einen guten Stimmenanteil habe", sagt Galm, "schade ist, dass die Kollegen nicht mehr im Rat vertreten sind". Das, so Galm, sei den Neugruppierungen geschuldet. Er nimmt die Angelegenheit sportlich: "Gewonnen hat die Demokratie, und das ist das Wichtigste."

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