• aktualisiert:

    REICHENBERG

    Happy End für Hund Hansi?

    Das Schicksal, über das wir berichtet haben, rührt an: Ein sehr kranker, alter Herr kommt mit seinem ziemlich gesunden, 15 Jahre alten Hund in die Tierklinik Thevis in Reichenberg (Lkr. Würzburg). Der Hundebesitzer, dem es in der letzten Zeit schon sehr schwer fiel, sich ausreichend um das Tier zu kümmern, muss in ein Heim, sein Hansi ist dort nicht erlaubt. Weil er niemand hat, der den alten Hund aufnehmen will, möchte er ihn einschläfern lassen. Aber die Tierärzte weigern sich. Hansi ist noch kein Kandidat für den Tierfriedhof, er ist für sein Alter recht fit und gesund. Um dem Mann die Sorge um seinen Hund abzunehmen, übernimmt die Klinik den vierbeinigen Senior – und sucht ein neues Zuhause für ihn.

    Klinik hat „Hansi-Beauftragte“

    „Über 30 Interessenten“ hätten sich nach Erscheinen des Artikels über Hansi und sein Herrchen am Wochenende gemeldet, erzählt Beate Nowatschka im Gespräch mit der Redaktion. Die Sekretärin von Klinik-Chef Willi Thevis und Tierarzthelferin Astrid Schmitt sind die „Hansi-Beauftragten“ der Tierklinik. Und sie machen sich viel Mühe, das richtige Zuhause für den verträglichen, vierbeinigen Senior zu finden, der zurzeit im Sozialraum wohnt und von den Mitarbeitern betreut wird. Dass auch im sozialen Netzwerk Facebook neue Besitzer für den Hund gesucht werden, wissen die beiden Frauen. Aber sie lassen keinen Zweifel daran, dass die Entscheidung, zu wem Hansi letztlich zieht, „ausschließlich bei uns in der Klinik getroffen wird“. Damit auf die neuen Besitzer nicht gleich hohe Tierarztkosten zukommen, werde Hansi vor der Übergabe „auch noch hergerichtet“, hat Thevis versprochen.

    Ein Garten muss sein

    „Wir haben einen Fragenkatalog erarbeitet und wichtige Voraussetzungen festgelegt, die Hansis neue Besitzer erfüllen müssen“, sagt Beate Nowatschka. Tierliebe allein reiche nicht, um dem alten Hund gerecht zu werden. Die neuen Hundebesitzer müssten auch einen Garten direkt am Haus oder an der Wohnung haben. „Hansi kann nicht mehr gut Treppen steigen, er muss aufgrund seines Alters öfter raus als ein jüngerer Hund und er ist manchmal inkontinent. Deshalb kommt eine Etagenwohnung als neues Domizil nicht in Frage.“ Auch bei einer Familie mit kleinen Kindern würde er sich nicht wohlfühlen. „Hansi hat sein ganzes Leben mit älteren Menschen verbracht“, sagt Beate Nowatschka, „ein trubeliger Haushalt ist nichts für ihn“.

    Klinik will Hansi nicht „los werden“

    Nicht alle Interessenten haben Verständnis dafür, dass der Vierbeiner nicht an den Ersten, der ihn haben will, abgegeben wird. „Hier waren Leute, die wollten nicht mal unsere Fragen beantworten“, erzählt Beate Nowatschka, „die haben sich darüber aufgeregt, dass wir ihnen Hansi nicht einfach mitgegeben haben und gesagt, wir sollten doch froh sein, wenn jemand den alten Hund nimmt“.

    „Versprechen wird gehalten“

    In der Klinik will man Hansi aber nicht einfach los werden, sondern ihm ein gutes Zuhause für seine letzten Monate suchen. Deshalb haben die „Hansi-Beauftragten“ die Interessenten auf ihre „Tauglichkeit“ geprüft. Zehn von ihnen kommen als neue Besitzer in Frage. Ab Donnerstag können diese Tierfreunde Hansi persönlich kennenlernen. „Wir nehmen uns viel Zeit für die Vermittlung“, sagt Beate Nowatschka, „und wir schauen uns auch das neue Zuhause an, bevor wir Hansi abgeben“.

    Derweil wartet der Hundesenior, gut versorgt, in seinem Körbchen in der Klinik. Mit dem alten Herrn, den er 15 Jahre lang begleitet hat, ist die Klinik in Kontakt. „Wir haben dem Hundebesitzer versprochen, das bestmögliche neue Zuhause für seinen Hund zu finden. Und dieses Versprechen halten wir.“

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (4)

      Kommentar Verfassen

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!