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    Würzburg

    Hauptbahnhof Würzburg: Netz-Reaktionen und Antworten

    Nur Schrotträder, die wirklich nicht mehr fahrtauglich sind, darf die Stadt nach einer Frist entfernen. Am Bahnhof geht dies nur, wenn die Räder auf städtischem Grund stehen. Foto: Johannes Kiefer

    Zu den Problemen am Hauptbahnhof erreichten die Redaktion in den sozialen Medien und in der Kommentarspalte des Artikels zahlreiche Leserkommentare. Wie berichtet sind dort viele Schließfächer nicht einsatzbereit, es gibt nur wenige Sitzplätze und ausreichend Fahrradständer sind auch nicht vorhanden. Diese Redaktion ist der Sache nachgegangen, was die Leser sonst noch bewegt rund um den Würzburger Bahnhof und hat die Antworten zusammengetragen.

    Wo kann man die Sanifair-Bons, die man auf der Toilette bekommt, einlösen?

    Einen Euro kostet der Gang auf die zugegebenermaßen sehr sauberen Toiletten von Sanifair, die sich am Anfang des neuen Gleistunnels auf der linken Seite befinden. Für diesen stolzen Preis erhält man dann auch einen Gutschein im Wert von 50 Cent. Dieser ist dann bei einem Einkauf von mindestens 2,50 Euro im Bahnhof einlösbar, aber Vorsicht: Beim McDonalds-Schnellrestaurant, dem Restaurant Asia Hung, dem Zeitschriften- und Buchladen Schmitt&Hahn und dem Tabak- und Lottogeschäft T.H. Kleen zählen die Gutscheine nicht.

    Außerdem sind sie nicht bei den Getränke- und Snackautomaten am Bahnsteig und im Tunnel einlösbar. Sanifair-Guscheine von Bahnhöfen der Deutschen Bahn sind übrigens auch nur dort einlösbar. Wer also seinen Gutschein aufhebt, um ihn an der nächsten Autobahnraststätte mit Sanifair-Toilette einzulösen, hat Pech gehabt.

    In München herrscht im und rund um den Bahnhof ein Alkoholverbot. Kann Würzburg das nicht auch einführen?

    Seit 1. August gilt am Münchner Hauptbahnhof das strikte Alkoholverbot den ganzen Tag. Auch in Würzburg gab es im Jahr 2016 diesen Antrag der CSU. Da die Gesetzeslage damals allerdings noch eine andere war, hätten erst erhebliche Straftaten passieren müssen, um das durchsetzen zu können. Heißt im Klartext: Der Würzburger Hauptbahnhof ist kein Schwerpunkt für Verbrechen.

    Trotzdem blieb das Thema ein Prüfantrag und wurde 2017 im Stadtrat diskutiert, aber dann nicht mehr weiterverfolgt. Auch ein temporäres Alkoholverbot zwischen 22 und sechs Uhr macht aus Sicht des Stadtrats keinen Sinn, da die Probleme hauptsächlich tagsüber auftreten.

    Wie ist die Parkplatzsituation und was kostet der Parkplatz?

    Wer direkt am Bahnhof parken möchte, zahlt aktuell 1,10 Euro pro halbe Stunde. Betreiber ist die Contipark Parkgaragen GmbH. Wer ohne Parkschein parkt, kassiert deshalb auch keinen normalen Strafzettel der Stadt, sondern muss gleich 30 Euro blechen. Überwacht wird das ganze ebenfalls sehr aufmerksam von Mitarbeitern des Betreibers.

    Wer etwas günstiger parken möchte, fährt am besten ins etwas weiter entfernte Quellenbachparkhaus, das von der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH betrieben wird. Hier kostet die erste halbe Stunde 50 Cent. Je länger sein Fahrzeig dort abstellt, desto billiger wird der berechnete Stundensatz. Der Tageshöchstsatz liegt Montag bis Samstag bei elf, sonn- und feiertags sogar nur bei sieben Euro. Außerdem kann während der Abstellzeit die Straßenbahn in der Großwabe Würzburg kostenfrei genutzt werden.

    Das Quellenbachparkhaus ist eine Alternative zu den privat betriebenen Parkplätzen direkt am Bahnhof. Foto: Patty Varasano

    Was passiert mit Schrotträdern, die keiner mehr abholt?

    Dabei sind der Stadt in gewisser Weise die Hände gebunden. Als Schrottrad gelten laut Stadtsprecher Christian Weiß nur Fahrräder, die nicht mehr fahrtüchtig sind, also beispielsweise keinen Sattel mehr haben oder platt sind. An diese klebt die Stadt auf den städtischen Flächen in der ganzen Stadt regelmäßig Aufkleber. Wenn die Räder dann nach 14 Tagen nicht entfernt wurden, nimmt die Stadt sie mit. Sie verbleiben dann noch eine Weile im Bauhof, ehe sie zur Versteigerung freigegeben werden. 

    Gab es nach dem Mord am Frankfurter Bahnhof auch in Würzburg erhöhte Polizeipräsenz?

    Ja, die Präsenz wurde leicht erhöht, auch am Gleis. Denn die Bundespolizei, die in Deutschland für Bahnhöfe zuständig ist, handelt anlassbezogen. "Wir haben aufgrund des Vorfalls in Frankfurt auch überlegt, wie wir das optimieren können", so Sven Schultheiß, Leiter der für ganz Unterfranken und Teile Oberfrankens zuständigen Bundespolizeiinspektion Würzburg.

    Wie sind die Öffnungszeiten des Reisezentrums und des Service-Points?

    Das Reisezentrum im östlichen Teil hat wochentags von sieben bis 19 Uhr geöffnet und Samstag und Sonntag von neun bis 19 Uhr. Außerdem gibt es aktuell einen Service-Point im Zentrum der Halle, wo Fahrgäste Informationen einholen können. Dieser hat täglich von sechs bis 24 Uhr geöffnet. Er kann aber manchmal für mehrere Minuten geschlossen sein, wenn die Mitarbeiter an einem Bahnsteig Fahrgästen im Rollstuhl beim Einsteigen helfen müssen. 

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