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    HAUSEN

    Hausener Rathaus soll saniert und erweitert werden

    Das Rathaus in Hausen (Gebäude in der Mitte) bildet mit der Kirche (rechts) und dem ehemaligen Schwesternhaus (links) ei... Foto: Irene Konrad

    „Eine historische Entscheidung über unser Dorfbild“ hat der Gemeinderat nach Ansicht des dritten Bürgermeisters Peter Weber getroffen. Das Ratsgremium beschloss, dass keine Kostenermittlung für den Abriss und Neubau des Rathauses neben der Kirche gemacht wird. Damit ist die Richtung klar: Das Haus soll erhalten, saniert und mit einem Anbau vergrößert werden.

    Der Beschluss ist mit 6:5 Stimmen äußerst knapp ausgefallen. Seit zwei Jahren diskutiert der Hausener Gemeinderat intensiv über nötige Veränderungen des Rathauses. Es soll barrierefrei und energetisch saniert sowie für die Erfordernisse eines zeitgemäßen Amtshauses fit gemacht werden. Bei einem geschätzten Kotenvolumen von 1,6 Millionen Euro für die Sanierungsmaßnahme ist die Frage nach einem kompletten Neubau diskutiert worden.

    Das Rathausgebäude wurde im Jahr 1875 als Dorfschule mit einer Lehrerwohnung im ersten Stock errichtet und wird seit dem Bau einer neuen Schule im Jahr 1965 als Rathaus genutzt. Eigentümerin des Gebäudes war bis vor kurzem die Kirchenverwaltung.

    Kein Umzug ins Schulgebäude

    Seit 2010 wird in der „neuen“, 1965 gebauten Schule, nicht mehr unterrichtet. Deshalb dachte man darüber nach, mit dem Rathaus „in die Schule“ umzuziehen. Aber vor zwei Jahren erschreckten die geschätzten Kosten von 2,16 Millionen Euro das Ratsgremium. Für den Umzug der Verwaltung in die ehemalige Schule konnten sich die Hausener nicht entschließen.

    Grundstückstausch schafft neue Fakten

    Mittlerweile haben sich die Eigentumsverhältnisse geändert. Es gab im Zusammenhang mit dem baldigen Neubau des Kindergartens einen Grundstückstausch mit der Kirchenverwaltung. Seit dem 13. März 2018 befindet sich das Rathaus mit Umgriff in Gemeindehand. Nun kann die politische Gemeinde frei planen.

    Architekt Benedikt Gerber wurde mit Entwurfskonzepten inklusive ausführlicher Kostenschätzung für seinen Umbau, die Sanierung und Erweiterung des Rathausgebäudes beauftragt. Er fertigte drei Varianten mit untergeordneten Möglichkeiten. Sie wurden inzwischen im Ratsgremium, von der Gemeindeverwaltung und der Gruppe „Zukunftswerkstatt 2030“ diskutiert.

    Der Gemeinderat stand nun vor der Frage, an welcher der drei Varianten weiter geplant werden soll. Diese Entscheidung wollte Bürgermeister Bernd Schraud erst im Anschluss an die Diskussion um einen kompletten Neubau an gleicher Stelle zur Abstimmung aufrufen. Architekt Gerber hatte die Kosten für beide Möglichkeiten (Abriss und Neubau oder Sanierung und Anbau) als „etwa gleich hoch“ geschätzt.

    Gegen eine konkrete Kostenermittlung

    Das knappe Abstimmungsergebnis gegen eine konkrete Kostenermittlung für einen möglichen Abriss und Neubau hätte zwar nicht zwangsläufig einen Rathausneubau nach sich gezogen. Vielleicht wäre die Entscheidung nach der Ermittlung der konkreten Kosten dennoch zugunsten einer Sanierung ausgefallen. Das Ergebnis bedeutet lediglich, dass nicht mehr über einen Neubau nachgedacht wird. Das spart Planungskosten und Zeit.

    Die offene Diskussion im Gemeinderat um die Vor- und Nachteile eines Neubaus war intensiv. Einigen Ratsmitgliedern war die Erhaltung des ortsbildprägenden Gebäudeensembles in der Ortsmitte wichtig. Andere sprachen vom Zeitdruck wegen des Zuschusses von 600 000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP).

    Thema waren auch die Fördergelder

    Für die Inanspruchnahme der zugesagten Förderung aus dem KIP-Programm muss der Umbau des Rathauses bis Ende 2021 abgerechnet sein. Wenn neu gebaut wird, verfallen die Fördergelder aus dem KIP-Programm.

    Die Abstimmung über die Variante des Um- und Anbaus fiel eindeutig und leichter aus. Architekt Gerber soll die Sanierung des Rathauses einschließlich eines Anbaus Richtung Schwesternhauses mit Keller, Erdgeschoss und Kniestock im Dach weiterplanen. Der Bauausschuss wird mit dem Architekten verschiedene Überlegungen der Ratsmitglieder – etwa für einen großzügigen Wartebereich beim Bürgerbüro – besprechen.

    Erstaunlich war, dass lediglich zwei Zuhörer die spannende Diskussion über das „neue Rathaus“ mitverfolgten. „Es geht um viel Geld, ein historisches Gebäude, das Bild in der Ortsmitte und unser Rathaus aus Aushängeschild für alle drei Ortsteile “, meinte Gemeinderat Christian Kaiser. Er wolle „die Bürger bei der Diskussion mitnehmen“ und bedauere deshalb, dass das Interesse der Bevölkerung am Thema „scheinbar gar nicht da ist“.

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