• aktualisiert:

    Würzburg

    Herr Czygan wählt: Wenn der Stadtrat an der Gitarre reimt

    Die UWG setzt auf simple Reime, die SPD auf Willy Brandt, und bei der CSU entdecken die Kandidaten Multikulti: Viel los im unterfränkischen Kommunalwahlkampf.
    Herr Czygan wählt: Reporter Michael Czygan verfolgt den Wahlkampf in Unterfranken ganz genau. Foto: Daniel Biscan

    Da hat sich vergangene Woche doch glatt ein Kommunalpolitiker beklagt, diese Kolumne sei ihm zu CSU-lastig. Da spüre man regelrecht, welch Geistes Kind der Autor ist. Nein, keine Angst, hier kommen sie alle vor, die Wahlkämpfer von orange bis blau, von schwarz bis grün. Nicht zu vergessen die Roten. Ist aber auch großes Kino, wie die SPD-Gemeinderatskandidaten Abdu Bilican (23) und Bernhard Schlereth (68)  in Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) in einem Facebook-Video um Wählerstimmen buhlen.

    In Zeitlupe ziehen die beiden, der Junge und der Alte, einsam durch den Ort, um sich schließlich auf einer Parkbank am Main die Hand zu reichen. Die Botschaft ist klar: Alt und jung, es geht nur gemeinsam. Am Ende muss gar noch Willy Brandt dem Duo seinen Segen geben. "Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten", zitiert Schlereth die SPD-Ikone. 

    Video

    Da kommt die Message von Gerold Hohe, Stadtratskandidat der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) in Ochsenfurt (Lkr. Würzburg), doch deutlich schlichter daher. "Ich bin kritisch, doch bin ich nicht rot, ich schmier kein grünes Zeug auf mein Brot", singt Hohe in einem Video auf der UWG-Homepage. "Ich bin unabhängig, ich bin frei und fühl mich sauwohl dabei", reimt er weiter. Und wird nur noch übertroffen von seinem Stadtratskollegen Silas Distler. Auch der posiert im Video mit Gitarre und verspricht singend: "Ganz Ochsenfurt am Mee, wählt wieder die UWG".

    Multikulti gestaltet die CSU in Würzburg ihre Wahlplakate. Foto: Christoph Weiß

    Derweil gibt sich die CSU in Würzburg international. Auf Russisch in kyrillischer Schrift lud die Partei auf Plakaten im Stadtteil Heuchelhof zum "Bürgerabend" ein. Mit dabei neben dem gebürtigen Hessen OB Christian Schuchardt ist auch der italienisch-stämmige Stadtrat Emanuele La Rosa. Und dabei galt Multikulti in der CSU ja bislang eher als Schimpfwort. 

    Unterdessen hat die Redaktion ein originelles Wahlgeschenk seitens der Jungen Union (JU) erreicht. Die Kitzinger Kandidaten  Sabrina Stemplowski und Daniel Nagl verteilen an ihren Infoständen zwei Holzwürfel – nebst einer Anleitung für einige Spiele mit Titeln wie "Gewerbesteuer eintreiben", "Konjunkturkurve würfeln" und – natürlich – "JU gewinnt".   "Drei Stimmen für JUnge Kandidaten", lautet das Motto, deshalb zeigen die Würfel statt der Drei das JU-Logo. Verstanden?

    JU-Bezirksvorsitzender Nagl hat der Redaktion empfohlen, das Geschenk zu nutzen, nicht etwa Bürgermeister und Landräte auszuwürfeln, sondern den Kollegen, der in der nächsten Mittagspause die Leberkäsweck (LKW) besorgen muss. Und dann bietet er noch an, für ein Video, das die Redakteure beim JU-Würfeln zeigt, wäre er bereit, der Redaktion einmal mittags persönlich den Leberkäse zu servieren. Kein schlechter Versuch, lieber Daniel Nagl, aber, unbestechlich wie wir sind, hungern wir dann doch lieber. 

    Fotos

      Kommentare (2)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!