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    PROSSELSHEIM

    Herrlich schöne Glitzerhöschen und ein Gaudi-Wettmelken

    Große Plakate an den Wänden, die das bäuerliche Leben rühmen und verschiedene Accessories stimmten den Besucher auf das närrische Faschingsfest in der Sportheimscheune ein. Dazu waren die Gäste auch in Gummistiefeln und bäuerlicher Kleidung gekommen. Besonders fielen die Mädels in ihren Dirndln und die Jungs in ihren Lederhosen auf.

    Den Auftakt machten Rosemarie und Sepp alias Christiane Ebert und Walter Bilek, die einen Einblick in die Verwirrnisse und das Zusammenleben gaben, wenn der hochdeutsche Stadtmensch auf den Landmenschen mit seinem Dialekt trifft.

    Im ersten Aufzug kamen die Glühwürmchen. Mit ihren Tanzeinlagen und dem rosa Hemd und blauer kurze Hose bezauberten sie die Besucher. Als dann ach noch die Jungs in kurzen Lederhose auftraten, war der Saal voller Begeisterung. Danach erzählten die Trainerinnen von den quirligen Proben, in die aber Sandra Ries schnell Ruhe reinbrachte, was von den anderen Trainerinnen Katharina Schmitt, Sophia Schmitt, Selina Bretzner und Heike Müller bestätigt wurde.

    Notizbuch für schöne Frauen

    Der Junggeselle Sebastian Heinrich aus Wipfeld hatte sein Notizbuch mitgebracht, in das er schon mal die vielen schönen Frauen eintrug, die er an diesem Abend noch ansprechen wolle. „Mein Gott, das sind ja ganz viele schöne Frauen. Das gibt einen langen Abend“, war sein Fazit. Denn Mama hatte ja gesagt, dass es für den Fünfzigjährigen doch endlich Zeit wäre zu heiraten.

    Die Tanzgruppe „Just Move it“ fiel durch ihre schöne Choreographie auf. Einem Fußball-Unkundigen das Spiel zu erklären, ist schon schwer, aber seiner Frau Annegret, die von nichts eine Ahnung hatte, die Regeln zu erklären, war für Ehemann Erwin zur Erheiterung der Gäste schon eine Herausforderung.

    Im Frühjahr werden zum Schutz des Gesäten Vogelscheuchen aufgebaut, doch was diese alles so machen, wenn die Bäuerin wegschaut, war die sehr schöne Tanzeinlage der „Jungen Wilden“.

    Die Dorftratschen „Babett und Rettala“ alias Ursula Herbig und Ingrid Röding berichteten von halben Hähnchen, die verschwanden, und vom Urlaub in Paris, bei dem sie mit dem Reisepass Probleme hatten. Einer Paketzustellung mit falscher Adresse, von der Altherrnbergwandergruppe, die schon schnell schlapp macht. Von Schuhen ohne Sohle oder von einem, der mit einer gelben Trainingshose in die Kirche ging. Auch der Kuhns Adolf bekam sein Fett weg. Denn der neue Teppich wurde zum Ärger von Lenchen einfach mit dem alten Sofa mitentsorgt. Diese Geschichten haben seit über fünfundzwanzig Jahren immer wieder für Heiterkeit und leichte Schadenfreude unter den Dorfbewohnern gesorgt. Doch nach einem viertel Jahrhundert wollten sie nicht mehr weiter machen. „Es ist genug“, so Ingrid Röding. Mit einem Riesenapplaus wurden die beiden nur widerwillig von der Bühne gelassen. Christiane Eberth: „Ihr werdet uns schon arg fehlen“.

    Bei der Einlage „Bauer sucht Frau“ blieb kein Auge trocken. Denn die Herren, als Damen verkleidet, kamen als Heidi von der Alm, als wilde Johanna, Kathi Hintermoser und das wilde Cowgirl. Mit allen Verführungskünsten wurde der Bauer eingelullt. Doch letztlich entschied er sich für die Wilde Kati alias Reiner Eberth. Das anschließende Bullenreiten mit vier Altherren brachte ihnen weiteren großen Beifall ein.

    Josef Kuhn als Bäuerle in der Stadt hatte nur vorzubringen, dass man ihm das Fahren mit dem Traktor in die Stadt untersagt habe. Denn er wollte eigentlich nur seiner Frau passend zum Gesicht einen Faltenrock kaufen.

    Die Twisters kamen als Putzkolonne die sich nach und nach in hübsche Mädels verwandelten. Herrlich die schönen Glitzerhöschen, so der Moderator Walter Bilek. Pantomimisch ging es beim Kinobesuch zu. Sechs Kinobesucher machten neben einer großen Tüte Cornflakes auch noch einem Liebespärchen den Platz streitig. Ohne Worte mit sehr viel Gestik und Mimik schön dargestellt. Biene Maja und Willi alias Sandra Röding und Bernhard Wehner bestachen mit ihren sehr schönen Kostümen und ihrem naiven Verhalten.

    Das Highlight des Abends war das Wettmelken. Gregor Weißenberger und Angelika Scholz traten als erstes an und Angelika gewann mit 0,1 Liter deutlich vor Gregor. Dann durften sich weiter an der Melkvorrichtung Walter Schwind und Herbert Friedrich versuchen. Der Profi Herbert zeigte, wie es geht und kam in einer Minute auf 0,3 Liter und Walter auf 0,1 Liter. Dafür bekam der Volllandwirt Jubelrufe und anhaltenden Applaus.

    Als letzte Aufführung kamen die Body Wonders als coole Jungs und sie boten neben einer gekonnten Showeinlage auch noch einen blanken Oberkörper zur Schau. Nach sechseinhalb Stunden war das Spektakulum zu Ende und die Besucher spendeten beim letzten gemeinsamen Bild auf der Bühne lang anhaltenden Applaus.

    ONLINE-TIPP

    Mehr Bilder vom Scheunenfest unter: www.mainpost.de

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