• aktualisiert:

    Veitshöchheim

    Hochsaison für die Auswilderung von Greifvögeln

    In der Veitshöchheimer Auffang- und Pflegestation für verletzte Greifvögel und Eulen des Falkners Harald Dellert hat nun die Hochsaison für die Auswilderung der mühevoll aufgepäppelten Jungtiere wie im Bild einer Schleiereule begonnen. Unterstützung erhält Dellert durch den Verein Greifvogel- und Eulenhilfe Würzburg, dessen Vorsitzender der Falkner ist (auf dem Foto v.l.n.r. Falkner und Vorstandsmitglied Alexander Götz, Harald Dellert, die Tierpflegerin Anni Scholz und ihre Tochter Geli). Foto: Dieter Gürz

    Zwei Monate lange hat Anni Scholz eine damals noch im Daunenkleid aus dem Nest gefallene Schleiereule gepflegt. Diese ist jetzt erwachsen und kann jagen, so dass sie nun eine zweite Chance erhielt und von der ehrenamtlichen Tierpflegerin vor wenigen Tagen mit Beginn der Dunkelheit schweren Herzens in die Freiheit entlassen wurde.

    In der Veitshöchheimer Auffang- und Pflegestation für verletzte Greifvögel und Eulen des Falkners Harald Dellert hat die Hochsaison für die Auswilderung der mühevoll aufgepäppelten Jungtiere begonnen. Unterstützung erhält Dellert dabei durch den Verein Greifvogel- und Eulenhilfe Würzburg, dessen Vorsitzender der Falkner ist und für den Anni Scholz die Tiere füttert. Wie der Falkner Dellert berichtet, führt er nun täglich Auswilderungen durch, denn auf den abgemähten Feldern gibt es nach seinen Worten für die Greifvögel und Eulen nun genügend Mäuse.

    Der im August 2015 von Dellert gegründete, inzwischen über 80 Mitglieder, darunter elf aktive Falkner, zählende Verein verfügt seit 2017 in Veitshöchheim über ein Grundstück für eine neue zentrale Auffangstation. Sein Ziel es ist, verletzte Greifvögel und Eulen aufzunehmen, gesund zu pflegen, um sie wieder in die Freiheit entlassen zu können. Stolz ist Dellert, dass vor kurzem die fünfte Block-Voliere aufgestellt wurde und damit die Auffangstation weitgehend fertiggestellt ist. Sie umfasst auch Quarantänestation und einem Behandlungsraum.

    91 Greifvögel zur Pflege abgegeben

    Es war so ausreichend Platz, so Dellert, um den in diesem Jahr in der Auffangstation zur Pflege abgegebenen 91 Greifvögeln (darunter 65 Turmfalken, zwei Wanderfalken, ein Baumfalke, 22 Bussarde, eine Wiesenweihe, zwei Rohrweihen, zwei Sperber, zwei Habichte, ein Rotmilan und ein Schwarzmilan)  und 28 Eulen (darunter elf Schleiereulen, neun Waldohreulen, fünf Waldkäuze und drei Uhus) eine gute medizinische Versorgung und Pflege zukommen zulassen.

    Äußerst dankbar ist Dellert Bürgermeister Jürgen Götz und dem Gemeinderat, ohne deren Zustimmung dieses Tier-Paradies im Außenbereich inmitten der Natur, durch hohe Waldbäume beschattet, nicht möglich gewesen wäre.

    Kindergärten, Schulen, Feste für die Aufklärungsarbeit

    Der Verein legt viel Wert auf die Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, insbesondere die Sensibilisierung der nachfolgenden Generation. So besucht Dellert mit seinen Eulen Kindergärten, Schulen, Sommerfeste und Weihnachtsmärkte.

    Und zu diesem Zweck lädt Dellert mit seinem Verein ein zum Tag der Greifvögel und Eulen am Samstag, 14. September und Sonntag, 15. September, jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr auf dem Reit- und Fahrstall des Vereinsmitglieds von Theo Düll Schillerstraße 7, 97232 Giebelstadt, OT Ingolstadt. Zu sehen sind Steinadler und Eulen sowie Fledermäuse (nur am Sonntag). Vertreten sind auch die Auffangstationen für Sing- und Rabenvögel sowie der Veitshöchheimer Gut Harmony-Verein. Auf dem Programm stehen weiter Kinderecke, Pferdekutschenfahren, Tombola und ein Flohmarkt.

    Sozialisiert ist in der Auffangstation auch der Vorführ-Fleckenuhu "Strolchi", der mit am Tisch sitzend aufmerksam in die Runde schaut und seinem Namen alle Ehre macht, als er ein Stück Pizza stibitzt. Foto: Dieter Gürz
    Fester Bewohner der Veitshöchheimer Auffangstation ist dagegen der drei Jahre alte und drei Kilogramm schwere Europäische Uhu "Attila", eine eigene Aufzucht von Harald Dellert. Mit einer Flügelspannweite von 1,60 Meter dient Attila dem Falkner bei Vorführungen. Foto: Dieter Gürz

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!