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    Würzburg

    Honky Tonk in Würzburg: 4300 Besucher machten Innenstadt zur Party-Zone

    Ausgelassene Stimmung in der gesamten Innenstadt - und kaum Beschwerden wegen Lärmbelästigung: Das war das 20. "Honky Tonk"-Festival in Würzburg. Foto: Ulises Ruiz

    Gutes Wetter, ausgelassene Stimmung und ganz viel handgemachte Livemusik: Beim 20. "Honky Tonk" haben am Samstagabend gut 4300 Musikliebhaber in den Innenstadt-Kneipen eine große Party gefeiert. Ein Rundgang durch die "Honky Tonk"-Gaststätten.

    19.45 Uhr: Seit 19 Uhr spielen "Livin' for the Moment" aus Lohr mit viel Energie im Odeon – erstmal nur für geladene Gäste des Honky-Tonk-Empfangs. "Würzburg hat ein Publikum, das Livemusik mag und sich auf Dinge einlässt, die in anderen Städten nicht so gut funktionieren", sagt Mit-Organisator Ralf Hofmann bei der Begrüßung. Der zweite Erfolgsgarant des Honky Tonk sei die "fantastische Gastronomie" in der Stadt.

    20.19 Uhr: Im Café am Dom hat das Trio "Cräcker" mit der zweiten Etappe einer musikalischen Reise durch fünf Jahrzehnte der Rock- und Popmusik begonnen. Gerade spielen sie "Sweet Caroline" von Neil Diamond und bringen die Besucher und die Bedienungen auf dem Weg zu den Tischen zum Tanzen.

    Der Sternplatz als Honky-Tonk-Hotspot

    20.38 Uhr: Viel junges Publikum im B-Hof, "The Black Tape" starten einen Gig, der gut zur Location passt: Punkrock alter Schule, der das Publikum vom ersten Ton an richtig in Bewegung bringt. Das Kontrastprogramm läuft um die Ecke im Café Ottolina: Suzan Baker und Dennis Lüddicke spielen zum Teil eigene Songs mit einem Hauch oberfränkischer Philosophie und Poesie.

    "Hier gehen alle richtig ab, wir haben Spaß."
    Schlagzeuger Max von der Band "Main Project"

    21.07 Uhr: Der Sternplatz ist ein Honky-Tonk-Hotspot, aus drei Türen gleichzeitig klingt Musik. Im WVV-Kundenzentrum können Steffi List und Mad Bob ihre Fans aus den Mainfränkischen Werkstätten und dem St. Josefs-Stift Eisingen begrüßen. In der Sternbar singt sich der Singer und Songwriter Philipp Bölter mit eigenen Songs die Seele aus dem Leib, mitten drin im Publikum. Auch im Sternbäck stehen die Menschen dicht gedrängt, das routinierte Duo "Dörty & Härry" begeistert mit Rock-Klassikern auf zwei Gitarren.

    21.41 Uhr: In der Karmelitenstraße spielen "9 to 5" im Enchilada und mit "Colour the Sky" eine Lieblingsband des Publikums im Besitos. Im "Irish Pixie" ist gerade Pause – dort sind "Main Project" kurzfristig eingesprungen, und auch dort sollte man als Musiker keine Platzangst haben: Das Publikum im komplett gefüllten Gastraum ist ganz nah dran. Das sind die Jungs von ihren Auftritten auf der Alten Mainbrücke gewohnt: "Kein Problem", sagt Schlagzeuger Max: "Hier gehen alle richtig ab, wir haben Spaß."

    Doppelkonzert am Barbarossa-Platz

    22.05 Uhr: Die Maritim-Bar ist ein Anlaufpunkt für Honky Tonk-Besucher, denen es in anderen Gaststätten zu voll ist. Dort haben sich, passend zur Musik der 1950er und 1960er Jahre mit "The New Hornets", eher die älteren Semester eingefunden.

    "Das Wetter war ideal für unser Festival. Wir sind sehr zufrieden."
    Wolfgang Weier, Mitorganisator des 20. Würzburger Honky Tonk

    22.47 Uhr: Doppelkonzert am Barbarossa-Platz, auch hier werden unterschiedliche Musikgeschmäcker bedient: Im Vrohstoff gibt's Rockabilly-Klänge mit the "Blue Balls", im Habeneros das "Puento Latino Trio", bei dem das junge Publikum ausgelassen vor der Bühne tanzt. Im Omnibus gibt’s kaum ein Durchkommen zur Theke, dort hat Sänger Csaba Béke von "No Restrictions" das tanzende Publikum voll im Griff.

    "Livin' for the Moment" aus Lohr spielten mit viel Energie im Odeon. Foto: Ulises Ruiz

    23.01 Uhr: Pause bei der "Monkey Man Band", die seit dem ersten Festival 1993 in Schweinfurt zu den Dauergästen beim Honky Tonk gehören. Trotzdem ist das "Jenseits" in Erwartung des nächsten Auftritts komplett voll. "Die Jungs sind der Hammer", sagt Horst Büttner, in Würzburg auch als "Bendl-Horst" bekannt. Weiter zur Alten Mainmühle, wo es die wohl mächtigste Stimme des Abends zu hören gibt: Die Sängerin von "Roger & 4licia" singt "Proud Mary" fast besser als Tina Turner.

    Endspurt in der Sanderstraße

    23.36 Uhr: Endspurt im "Wohnzimmer" in der Sanderstraße mit "Dance The Funky Chicken", dort feiert das jüngere Publikum, bevor es später zur Aftershow-Party ins Airport, den Zauberberg oder die Katze geht. Beschlagene Scheiben und begeistertes Publikum im Restaurant Auflauf – hier kommen Freunde des klassischen Gitarrenrocks mit der "Rockkapelle" ebenso auf ihre Kosten wie bei "Overdrive" im Chelsea in der Münzstraße.

    Steffi List beim 20. Würzburger "Honky Tonk". Foto: Ulises Ruiz

    Nach einem Abend mit vollen Kneipen, mehr als 4300 friedlichen und gut gelaunten Besuchern und wenigen Beschwerden wegen Lärmbelästigung fällt die Bilanz von Mitorganisator Wolfgang Weier nach dem 20. Würzburger Honky Tonk positiv aus: "Das Wetter war ideal für unser Festival. Wir sind sehr zufrieden."

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