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    Würzburg

    Hotelbau für Ohrenzwicker: Botanischer Garten lud ein

    Was macht eigentlich ein Pomologe? Nicht nur das konnten die zahlreichen Besucher bei überwiegend sonnigem Wetter auf dem Herbstfest des Botanischen Gartens der Universität Würzburg herausfinden. Neben kulinarischer Verpflegung hielt das Fest kürzlich auch verschiedene Informationsangebote und Mitmach-Aktionen für Groß und Klein bereit, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Basteln und Beobachten

    Im Hörsaalgebäude konnten Interessierte Herbstkränze basteln oder ihr eigenes Haferflocken-Müsli mahlen. Daneben zeigte Handspinnerin Angelika Schmidt, wie mit heimischen Pflanzen, Wurzeln oder Blüten Schafswolle natürlich gefärbt und zu Garn und Spinnfasern verarbeitet werden kann. Auch digital war das Herbstfest attraktiv aufgestellt: auf ihrem Rundgang konnten Smartphone-Besitzer mit der App „Actionbound“ an einer vom Botanischen Garten erstellten virtuellen Rallye teilnehmen.

    Der Duft der Gewürzsäckchen zog Interessierte auch zum Stand von „Mix for Kids“, einem Verein des Abtswinder Unternehmens „Kräuter Mix“. Der gemeinnützige Verein setzt sich in Ländern, aus denen Kräuter- oder Gewürz-Lieferungen bezogen werden, für Kinder in schwierigen Situationen ein. „In Indien kooperieren wir zum Beispiel mit einem Waisenhaus-Projekt und einer Förderung von Frauen, durch die sie selbst regionale Gewürzmischungen herstellen und verkaufen können“, erläuterte Paula Torres Londoño zwei der Projekte, die „Mix for Kids“ unterstützt.

    Ein Hotel für Ohrenzwicker

    Auch für Kinder gab es an den 18 verschiedenen Ständen viel zu entdecken. Ob beim Nistkastenbauen oder am Stand des Walderlebniszentrums Gramschatz, wo Interessierte das Brandmalen testen konnten, indem sie mit einem elektrisch beheizten Brennstift Muster in Holzplatten einbrannten, herrschte viel Andrang. Tontöpfe bunt bemalen und dabei gleich einen biologischen Schädlingsbekämpfer herstellen, durften Kinder am von Christina Specht betreuten Stand. „Die Töpfe werden mit Holzwolle befüllt und in Berührung mit Pflanzen, die von Blattläusen befallen sind, aufgehängt“, erklärte Specht vom Botanischen Garten. „Wenn sie dort auch Nahrung finden, können sich Ohrenzwicker ansiedeln. Die fressen dann die Blattläuse.“

    Viele Kaiser Wilhelm-Äpfel und eine Rattenschwanz-Birne

    Bei der Gartenberatung gab es für Pflanzenliebhaber die Möglichkeit, sich Rat zur Überwinterung ihrer Gewächse zu holen. Einige Stände weiter konnten Besucher aus ihrem Garten mitgebrachte Äpfel und Birnen bei Ernst Wolfert, Gärtnermeister und Pomologe, bestimmen lassen. „Lohrer Rambur, Kaiser Wilhelm oder Oldenburg hatten wir oft“, zog Wolfert Bilanz. Indem er die Früchte und Blätter begutachtete und sich zum Aussehen der Bäume Auskunft geben ließ, stellte Wolfert die Obstsorte fest. „Ganz besonders heute gab es eine Rattenschwanzbirne, die war schon lange nicht mehr da“, so Wolfert.

    Mit dem bunten Mix aus Informationen und Mitmach-Gelegenheiten zog das Herbstfest laut Gerd Vogg, leitender Wissenschaftler des Botanischen Gartens, etwa 3000 Besucher an.

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