• aktualisiert:

    Leinach

    Im 300. Jahr ist die Mariabuchen-Wallfahrt Geschichte

    Ab 2019, mit dem Jubiläum zum 300-jährigen Bestehen der Wallfahrt von Leinach nach Mariabuchen, soll die Fußwallfahrt auf nur noch einen Tag - statt wie bisher zwei - beschränkt werden. Dies verkündete der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dieter Härth bei der Ankunft der Pilger am Samstag in der Wallfahrtskirche. Die zeitgleiche Radwallfahrt soll sich weiterhin über zwei Tage erstrecken. Dies habe der Leinacher Pfarrgemeinderat in Absprache mit dem Ortspfarrer Andreas Bosl und Pfarrer Thomas Amrehn als geistlichem Begleiter einstimmig so beschlossen, teilte Härth den Wallfahrern nach der Begrüßung durch Pater Adam Salomon mit. Bereits im Vorfeld der 300. Wallfahrt hatte es entsprechende Gerüchte gegeben. Wallfahrtsleiter Burkhard Göbel hatte diese auf Nachfrage dieser Redaktion weder bestätigen noch dementieren wollen.

    Nach alten Aufzeichnungen wird die Leinacher Wallfahrt zum Gnadenbild in Mariabuchen im Spessart bei Lohr schon im Jahr 1719 erwähnt. Bisher liefen die Leinacher Pilger die Strecke, die einfach 27 Kilometer beträgt, 300 Mal - jeweils am Samstag des zweiten September-Wochenendes. Der Rückweg nach Leinach erfolgte bisher stets am Sonntag. Zeitgleich mit den Fußwallfahrern begibt sich seit etwa 15 Jahren auch eine Radlergruppe auf einer selbst gewählten Route auf den Weg. Mit der 300. Wallfahrt in diesem Jahr soll die Tradition der Fußwallfahrt in ihrer jetzigen Form jedoch ein Ende haben.

    Lesen Sie dazu auch den Kommentar unseres Autors.

    Immer weniger Teilnehmer

    Als Grund hierfür nannte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende insbesondere die konstant rückläufige Teilnehmerzahl unter den Fußwallfahrern. Vor allem sonntags hatten zuletzt nur etwa 40 Wallfahrer nach dem Pilgergottesdienst im Buchental den Rückweg zu Fuß auf sich genommen. Auch samstags auf dem Hinweg war die Teilnehmerzahl stark rückläufig. Dies belegt die persönliche Statistik von Martin Oestemer, einem treuen Teilnehmer. 1989 waren nach Oestemers Aufzeichnungen noch 169 Wallfahrer zu verzeichnen. In diesem Jahr waren es gerade einmal 61 Frauen und Männer, die sich von Leinach aus auf den Weg machten. Die Gruppe der seit Jahren konstanten Radwallfahrer zählte heuer 17 Teilnehmer. Vor allem die junge Generation fühle sich laut Aussagen der Teilnehmer von dem traditionellen Pilgerweg nicht angesprochen - trotz modifizierter Strecke und veränderter Texte.

    Problematisch ist laut Dieter Härth auch, immer wieder Musikanten zu finden, die das Beten und Singen begleiten. Nur fünf Musiker hatte Erich Franz als Verantwortlicher heuer zur Teilnahme motivieren können.

    Bischof Franz Jung als Festredner gewünscht

    Zum Jubiläum anlässlich des 300-jährigen  Bestehens der Mariabuchen-Wallfahrt sollen sich im nächsten Jahr wie bisher am zweiten Samstag im September die Pilger von Leinach ins Buchental auf den Weg machen. Nach der Ankunft wird dort ein Festgottesdienst stattfinden. Ziel sei es, hierfür Bischof Franz Jung zu gewinnen. Anschließend soll die Möglichkeit zur Begegnung mit ehemaligen und aktiven Wallfahrern bestehen. Damit soll die Fußwallfahrt 2019 enden, so Härth. "Weil die Radlergruppe auch wieder nach Leinach zurückkommen muss, wird die zweitägige Radwallfahrt weiter bestehen", erklärte Härth auf Nachfrage dieser Redaktion.

    Gleichzeitig verdeutlichte der Vorsitzende gegenüber dieser Redaktion, dass sich der Pfarrgemeinderat die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Man habe sich auf die Aussagen und Wünsche von Pilgern und Musikern bezogen. Dagegen monierten am Wochenende einige Wallfahrer, dass die Neuerung ohne Rücksprache oder eine Befragung der Wallfahrer beschlossen worden sei.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!