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    Leinach

    Im Wald sieht's im Moment richtig übel aus

    Eine einzigartige Atmosphäre bietet der Schwarzkiefernwald rund um den Wartturm hoch über dem Leinachtal. Ungewöhnlich deutlich führte die dortige Idylle dem Gemeinderat bei dessen traditioneller Sommer-Freiluftsitzung allerdings auch die Auswirkungen des außergewöhnlich heißen Sommers  vor Augen. "Im Moment sieht's im Wald richtig übel aus", lautete das Urteil von Revierförster Wolfgang Fricker.

    Die Auswirkungen der seit Wochen andauernden extremen Hitze sind nach Frickers Überzeugung erst im nächsten Frühjahr zu erkennen. Dabei schwant dem zuständigen Revierförster nichts Gutes. Einziger Vorteil der Trockenheit sei, dass "im Gegensatz zu den bayerischen Waldgebieten in Franken keine Borkenkäfer zu registrieren sind. Durch die andauernde Sonneneinstrahlung, ohne jeglichen Niederschlag über einen ungewöhnlich langen Zeitraum, sind die Bäume einem gewaltigen Hitzestress ausgesetzt", fasste Fricker zusammen. Betroffen vom Extrem-Sommer freilich sind alle Tiere, Pflanzen und Wälder in der Region. Weil aber Leinach über einen ungewöhnlich großen Waldbestand verfügt, trifft die Gemeinde auch die Auswirkungen überproportional.

    Der rund 120 Jahre alte Schwarzkiefernbestand auf Leinachs Gemarkungsfläche zeigt aktuell noch überraschend wenige Auswirkungen der extremen Sonneneinstrahlung. Allerdings war es im Sommer 2003 ähnlich. Im Jahr danach war ein ungewöhnlich großes Triebsterben an den Kiefern zu verzeichnen. Weitaus dramatischer ist das Bild, das die Laubbäume abgeben. Die Blätter sind durchweg verbrannt durch die Sonne und Hitze. Ob die Bäume sich davon noch einmal erholen, kann selbst ein ausgewiesener Experte wie der Revierförster nicht sagen. "Die Auswirkungen werden sich erst im Frühjahr zeigen, wenn auch der Wald wieder in die Vegetationsphase eintritt".

    Weniger aus aktuellem Anlass als turnusgemäß stand das Thema Waldbewirtschaftung auf der Tagesordnung der Sommersitzung des Gemeinderates. Aufgrund der derzeitigen Umstände tat sich das Gremium allerdings schwer mit einer Entscheidung zum Umfang des Holzeinschlags im kommenden Winter. Stellvertretender Bürgermeister Erhard Franz (CSU) warnte eindringlich, vorschnell zu agieren. "Wir sollten beim Einschlag sehr vorsichtig taktieren und durch die Hitze abgestorbene Buchen mit in Betracht ziehen", mahnte Franz. Etwa 1800 Festmeter sollen nach den Vorgaben des Forstbetriebsplans im Winter eingeschlagen werden.

    Enttäuschende Nachrichten musste der Förster auch zu den Aufforstungen im diesjährigen Frühjahr überbringen. Die eingebrachten Schwarzkiefern wurden komplett Opfer der extremen Hitze. Bisher keine Auswirkungen zeigten sich laut Fricker an den kleinen Libanon-Zedern. Skeptisch äußerte sich der Förster hinsichtlich einer für den Winter geplanten Eichenkultur im "Hägholz". Auf einer Fläche von fast einem Hektar war die Pflanzung von 6250 kleinen Eichen geplant. Derzeit sei es laut Fricker aber äußerst schwierig, überhaupt adäquate Pflanzen zu bekommen. Auch wäre vor dem Ausbringen der Pflanzen dringend ausreichend Niederschlag notwendig.

    Angesichts der außergewöhnlichen Witterungsbedingungen und unübersehbaren Auswirkungen verständigte sich der Gemeinderat einhellig darauf, erst in seiner September-Sitzung Entscheidungen zur Waldbewirtschaftung zu treffen. Einzig fasste das Gremium den Beschluss, die Preise für den Brennholzbedarf der Bevölkerung unverändert zu belassen.

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