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    LEINACH

    Inklusion von Anfang an

    Über „Inklusion von Anfang an” freuten sich die Verantwortlichen von Leinachs „Lädchen für alles” bei der Wiedereröffnun... Foto: Herbert Ehehalt

    Von knallenden Sektkorken in Leinachs „Lädchen für alles“ werden die Kunden nicht jeden Tag erwartet. Die Neueröffnung nach Umbau war dafür kürzlich nur einer von mehreren Anlässen. Vor dem Hintergrund des außergewöhnlichen Betriebskonzepts des Dorfladens wurde der Termin bewusst gewählt: Zu dem von der Aktion Mensch für den 5. Mai ausgerufenen europäischen Protesttag unter dem Motto „Inklusion von Anfang an“.

    „Inklusion von Anfang an“ hatten sich auch die Gemeinde Leinach, der AWO-Bezirksverband und die Lebensmittelkette „TEGUT“ für das bisher einmalige Projekt in dieser Konstellation beim Start des Pilotprojektes auf die Fahnen geschrieben. Nach wie vor hat das „Lädchen für alles“ den Status eines Alleinstellungsmerkmals im breit gefächerten Engagement der AWO„, bestätigte der stellvertretenden AWO-Bezirksvorsitzenden Gerald Möhrlein stolz.

    Gesellschaftliche Teilhabe als Intention hinter der Inklusion stand vom Start des Ladens vor mittlerweile fünf Jahren schon im Vordergrund. „Zu den aktuell sieben Beschäftigten zählen neben einem Auszubildenden auch drei Menschen mit körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen“, gibt Marktleiter Stefan Schmitt Auskunft zum Mitarbeiterstamm. „Die Besonderheit der Beschäftigungsverhältnisse besteht jedoch darin, dass sie komplett auf Basis einer vollständigen sozialversicherungspflichtigen Anstellung basieren“, bemerkt der zuständige AWO-Bereichsleiter für Behindertenhilfe und Integration, Thomas Geuppert ausdrücklich.

    Bei aller Begeisterung steckt in Geupperts Resümee zum fünfjährigen Bestehen des Ladens auch eine gehörige Portion Ernüchterung. „Bei dem als Pilotprojekt gestarteten Lädchen mussten auch wir lernen, was die Kunden möchten. Die Änderung von vorhandenen Einkaufsgewohnheiten“ bezeichnete Geuppert hierbei als „schmerzliche Erfahrung.“

    Bei der offiziellen Wiedereröffnung machte Marktleiter Stefan Schmitt auf die Neuerungen aufmerksam. Diese betreffen vor allem die Warenpräsentation. Schon am Eingang wird auf einem Bildschirm auf aktuelle Angebote hingewiesen. Die etwa 4000 Artikel im gut sortierten Sortiment finden sich in fortlaufender Reihenfolge nun in gleicher Anordnung wie in einem großen Discounter. Verbunden mit der Umgestaltung war auch eine Erweiterung des Warenangebots, insbesondere bei Kühlung und Drogerie-Produkten. Zur stimmigen Wiedereröffnung sorgte die örtliche Arbeiterinteressengemeinschaft für die Verpflegung der Kunden gegen eine Spende zu Gunsten der Krabbelgruppe.

    Zum Angebot des „Lädchen für alles“ gehört auch eine Postfiliale. Als besondere Anziehungspunkte kristallisierten sich seit der Eröffnung vor allem für die Senioren der Cafébereich und die Freisitzfläche zum gegenseitigen Austausch heraus.

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