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    WÜRZBURG

    Intensive und internationale Tanztage

    Das Ehepaar Julia und Jidu Pasqualini tanzte einen leidenschaftlichen Forró.

    Zehn Tanzlehrer, 14 Kurse und 92 Tanzfreudige - das waren die Tanztage „Intense International“, die am Samstag und Sonntag im Sportzentrum der Universität am Judenbühlweg stattgefunden haben. Organisiert vom Verein „Runder Tisch Tanz Würzburg/Mainfranken e.V.“, bot die Veranstaltung zahlreiche Workshops mit internationalen Tanzlehrern. Der Höhepunkt des zweitägigen Events: Die Tanzshow am Samstagabend in der Gaststätte „Blauer Adler“.

    Wenn bei der Show „heiße Kartoffeln“ über die Bühne fliegen, hat das nicht im Geringsten etwas mit Essen zu tun. Erfrischend witzig übernahm das Duo „Hot Potatoes“, bestehend aus Breakdance-Weltmeister Markus Heldt und Hip-Hop-Europameister Dominik Blenk, die Moderation des Abends. Gemeinsam erreichten sie im Jahr 2014 das Halbfinale der TV-Show „Got to Dance“.

    Tanzspektakel mit Hip-Hop eröffnet

    Bei „Intense International“ unterrichteten sie Einsteiger und Anfänger in den Kursen Breakdance I und II. Ihr erster Gast auf der Bühne des Blauen Adlers war der Würzburger Tänzer Henry Vu, der das Tanzspektakel mit einer Hip-Hop Nummer zu einem Titel von Justin Timberlake eröffnete. Doch dabei blieb es nicht – Mit der charakteristischen schwarzen Sonnenbrille auf der Nase überraschte Vu das Publikum mit „Gangnam Style“ von Sänger Psy.

    Wenn Henry Vu nicht gerade tanzt, kümmert er sich gemeinsam mit seinem Partner Khoa Doan mit „SkyscreamArts“ um Online-Marketing und Design. Vor dem Schritt in die Selbstständigkeit gründete er 2011 zusammen mit drei Freunden die Würzburger Tanzschule „DanceEncore“. Seit einem Jahr konzentriert sich der Student der Wirtschaftswissenschaft allerdings mehr auf seine Firma. Das Tanzen bleibt jedoch seine Leidenschaft und so unterrichtete er auf den Tanztagen 15 Einsteiger im Kurs Hip-Hop I.

    Wie man sich so einen Workshop vorstellen kann? „Ich schule das Taktgefühl der Anfänger und bringe ihnen die Grundbewegungen bei“, erklärt Vu. Am Ende des dreistündigen Kurses beherrschten seine Schüler dann schon eine einminütige Hip-Hop-Choreografie.

    Gebürtige Japanerin lehrt in Kitzingen

    Danach betrat Nene Röthlein die Bühne. In einem zarten, rosafarbenen Kleid verzauberte sie das Publikum mit eleganten Ballettbewegungen. Die gebürtige Japanerin leitet eine Tanzschule in Kitzingen. Für die Tanztage bereitete Röthlein gleich zwei Kurse vor: Ballett I für Anfänger und Gyrokinesis. Ähnlich dem Yoga handelt es sich hierbei um eine Sportart, die den Tänzern zu einem besseren Körpergefühl verhilft.

    Mit präzisen und energiegeladenen Bewegungen vereinte Dinipiri Etebu gleich mehrere Tanzrichtungen auf der Bühne des Blauen Adlers. Darunter Hip-Hop, Modern und Afro. Neben Auftritten und Workshops spielt Etebu im Musical „Der König der Löwen“ zwei Rollen. Gleichzeitig arbeitet er an seinem Projekt „DiArtVenture“. „Mein Ziel ist es, alle Arten der Kunst auf der Bühne vereinen“, erklärt der gebürtige Nigerianer. Dazu zählen unter anderem Tanz, Gesang, Schauspiel und Poetry Slam.

    Zwischen Contemporary und Modern

    Eine weitere Portion Internationalität brachte Henrik Kaalund auf die Bühne. Nach New York und Amsterdam choreografierte er in zahlreichen deutschen Städten. Er selbst beschreibt seinen Stil als Mischung zwischen Contemporary und Modern. Fließende Bewegungen und häufiger Kontakt zum Boden bestimmen seinen Tanz. „Im Unterricht bringe ich den Tänzern die Gratwanderung zwischen enormem Kraftaufwand und dem anschließenden Loslassen bei“, erklärt Kaalund. An den Tanztagen unterrichtete er die Kurse Modern II und III. Für die Tanzshow hatte er sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: eine Art Impro-Theater, bei der er sich von einer Bekannten über das Handy anleiten lies.

    Anschließend tanzte Wilhelmina Stark aus Frankreich für das Publikum. Ihre House-Dance-Nummer vereinte kraftvolle Bewegungen mit weiblichen Elementen. Als Überraschungsgast vertrat sie die Italienerin Tatiana Diara, die sich kurz zuvor verletzt hatte.

    Würzburger Tanzszene international beeinflusst

    Nach der Französin hatten auch die „Hot Potatoes“ ihren großen Auftritt. Mit komplizierten Breakdance-Posen und gewagten Sprüngen begeisterten sie das Publikum. Es folgte eine Freestyle-Session, zu der die beiden Tänzer ihre Freunde aus der Tanzschule „DanceEncore“ und die Gruppe „Domino Crew“ auf die Bühne baten. Mit Syrien und Aserbaidschan zeigte sich auch hier der internationale Einfluss der Würzburger Tanzszene. Zehn Minuten lang zeigten die jungen Leute, was es bedeutet, Tanz zu leben. Mit eindrucksvollen Salti, roboterähnlichen Bewegungen und akrobatischen Breakdance-Moves zeigten die Tänzer ihr Können.

    Zum Abschluss der Show performten Julia und Jidu Pasqualini. Mit ihrem leidenschaftlichen Forró brachten sie das Flair Brasiliens nach Würzburg. Dem Salsa ähnlich, etablierte er sich erst vor kurzem in Deutschland. Zum Start der anschließenden Tanzparty gab das Ehepaar einen kleinen Schnellkurs für das Publikum.

    Alle zwei Jahre möchte der Verein „Runder Tisch Tanz Würzburg/Mainfranken“ ein großes Tanzevent in Würzburg auf die Beine stellen. 2011 und 2014 veranstaltete er Flashmobs und Tanzshows in Würzburg. „Wir möchten, dass die Leute nicht nur zuschauen, sondern auch mitmachen“, erklärt Martina Vornberger, Projektleiterin der Tanztage „Intense International“.

    Veranstaltung fand großen Anklang

    Ein ganzes Jahr lang hatte das Organisationsteam des Vereins, bestehend aus Kristy Ann Butry, Marius Krisan und Martina Vornberger, die Veranstaltung vorbereitet. Mit SkyscreamArts ging der Verein zum ersten Mal online.

    Unterstützt wurde das Projekt von der Stadt Würzburg, der Sparkassenstiftung Würzburg, dem Bezirk Unterfranken sowie von Frizz, Main-Post und Steinigke-Showtechnic. Mit 92 Teilnehmern fand das Event großen Anklang. Die meisten der Tanzbegeisterten hatten sich gleich für mehrere Kurse angemeldet. In Zukunft möchte der Verein weitere Projekte dieser Art organisieren. Ziel ist es, eine Plattform für den Tanz in Würzburg und der Region zu schaffen.

    Die „Hot Potatoes“ in einer spontanen Freestyle Session.Fotos: S. Pompetzki
    Der Hip-Hop-Tänzer Dinipiri Etebu lieferte eine energiegeladene Show.

    Von unserer Mitarbeiterin Lena Köster

    Fotos

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