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    WÜRZBURG

    Jahrelange Haft für Wohnmobil-Einbrecher

    Nachdem sich auf Rastplätzen entlang der A 3 während der Hauptreisezeit 2015 Einbrüche in Wohnwagen und Wohnmobile häuften, hatte die Polizei am 20. August 2015 ein „Lock-Mobil“ an der Raststätte Haidt (Lkr. Kitzingen) abgestellt und observiert. Noch in derselben Nacht wurde versucht, das Fahrzeug aufzubrechen. Nun sind drei, teils verwandte Männer vom Landgericht Würzburg zu Freiheitsstrafen von drei bis viereinhalb Jahren verurteilt worden.

    Nach der Festnahme des Trios war die Serie der nächtlichen Einbrüche in Urlauber-Fahrzeuge in Nordbayern „schlagartig zu Ende“, sagte der Kripobeamte Reinhold Manger. Die Männer im Alter zwischen 20 und 43 Jahren konnten von der Raststätte zunächst in ein Waldstück flüchten und blieben trotz groß angelegter Suche erst einmal verschwunden. Da sie einen Pkw mit Kölner Kennzeichen unverschlossen zurückgelassen hatten, vermuteten die Beamten, dass sie vielleicht mit dem Zug nach Hause fahren wollen. Am Bahnhof in Kitzingen wurden die drei Männer verhaftet.

    Einer der Angeklagten stand vor Jahren in Frankreich vor Gericht, auch da ging es um Aufbrüche von Wohnmobilen. Laut Urteil der französischen Richter hatte sich der Angeklagte im Prozess als „Pirate de la route“ (Pirat der Straße) bezeichnet.

    Typisch für die Einbruchserie war, dass die Täter sich von Personen, die in den Wohnwägen schliefen, nicht beeindrucken ließen. Sie durchsuchten die Fahrzeuge nach Geld, Schmuck und Elektronikgeräten. Häufig haben die Opfer den Einbruch „verschlafen“, in manchen Fällen sind die Fahrzeuginsassen auch mit einem Spray betäubt worden, das zum Reinigen von Bremsen verwendet wird. Dass da in der Nacht außer dem Diebstahl etwas gewesen sein musste, merkten die Urlauber daran, dass sie am nächsten Morgen starke Kopfschmerzen hatten und ein Kratzen im Hals.

    Angeklagt waren insgesamt sieben Rastplatz-Fälle mit unterschiedlicher Beteiligung. Kripo und Staatsanwaltschaft gehen aber davon aus, dass man zahlreiche weitere Fahrzeugaufbrüche nur nicht nachweisen kann.

    Das Urteil, so der Vorsitzende Richter Michael Schaller, gehe zurück auf das Zusammensetzen zahlreicher Mosaiksteinchen: Wenn Wohnmobile aufgebrochen wurden, waren die Handys der angeklagten Männer tatortnah eingeloggt, Ringe, die sie an den Fingern hatten, stammten aus ausgeräumten Urlauber-Fahrzeugen und kurz nach einem Diebstahl hat eine Überwachungskamera in einer Kölner Bank bereits einen der Angeklagten mit gestohlener EC- Karte beim Geldabheben festgehalten.

    Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach bezeichnete es als „Riesensauerei“, dass Leute, die mit Arbeit nichts anfangen können, anderen den Urlaub vermasseln, die dafür ein Jahr lang gearbeitet haben.

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