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    Rittershausen

    Jahrhundertereignis: Neue Glocken geweiht

    Weihbischof Ulrich Boom salbte die neuen Rittershäuser Glocken mit Chrisam. Foto: Hannelore Grimm

    Mit der Weihe der drei neuen Glocken und der Segnung der Kräuterbüschel durch Weihbischof Ulrich Boom geht das diesjährige Fest Maria Himmelfahrt in die Geschichte des kleinen Gaukönigshöfer Ortsteils ein.

    Unter den Besuchern, die kaum alle Platz in der Kirche St. Matthäus gefunden hatten, begrüßte im Kreis von acht Konzilibranten Pfarrer Klaus König neben der Glockensachverständigen der Diözese Würzburg, Katja Mark-Engert, auch den ehemaligen Mitarbeiter der bischöflichen Finanzkammer Otmar Finger. Laut dem Geistlichen, der kurz auf die drei Jahre lange und nicht einfache Planungszeit einging, sind die Rittershäuser gerade noch "am Baustopp der Diözese vorbeigeschrammt".

    Weihbischof Ulrich Boom stellte die Bedeutung der Glocken, die wie er sagte "zum Gottesdienst rufen, vor Gefahr warnen und an das Gebet erinnern" in den Mittelpunkt seiner Predigt.

    Im Anschluss an den Gottesdienst, bei dem Organist Simon Hemm den Gesang der Gläubigen eindrucks- und kraftvoll begleitete, sprach Bürgermeister Bernhard Rhein allen an der Sanierung Beteiligten seinen Dank aus.

    Beim Guss dabei gewesen

    Die Gemeinde trägt die Baulast des Kirchturms und damit die finanzielle Last. Die Kosten der Sanierung des Kirchturms und des Glockenstuhls bezifferte er mit rund 110 000 Euro. Davon trägt die Dözese einen Anteil von 50 000 Euro. Mit Abschluss der Ritterhäuser Maßnahme sind, wie der Bürgermeister ausführte, alle sechs Kirchtürme im Gemeindegebiet saniert und in einem guten Zustand.

    "Erleichtert und dankbar" äußerte sich Kirchenpfleger Erwin Hemm darüber, dass nach vielen Diskussionen und Entscheidungen Gott den Weg gezeigt hat, für das Gelingen dieses Jahrhundertereignisses in Rittershausen. Einen Höhepunkt stellte für 70 des 300 Einwohner zählenden Dorfes bereits die Teilnahme am Guss der Glocken in Passau dar.

    "Es läuten alle Glocken" sangen die Rittershäuser Kinder beim Weiheritus vor der Kirche. Foto: Hannelore Grimm

    Erwin Hemm, erinnerte an die Glockenweihe vom 11. September 1927. Wie damals, als der Ortsgeistliche schrieb, "es war nun endlich durch reichliche Spenden von Guttätern möglich, wieder zwei neue Glocken anzuschaffen." Diese Worte haben auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges ihre Gültigkeit ebenso wenig verloren bei der Anschaffung 1949 von drei Glocken wie 70 Jahre später bei der Anschaffung von drei neuen Glocken.

    Bevor die Kleinen der Kinderkirche unter der Leitung von Veronik Heller und musikalisch von Andreas Korbmann begleitet sangen " Es läuten alle Glocken", eröffnete die Blaskapelle Rittershausen (Leitung Andreas Korbmann) den eindrucksvollen Weiheritus vor dem Gotteshaus.

    Mit Blumen geschmückt

    Ulrich Boom, der selbst an ihrem Guss teilgenommen hatte, salbte zunächst die in der Sonne glänzenden und reich mit Blumen geschmückten bronzenen Glocken mit Chrisam. Mit einem goldenen Hammer brachte er die Glocken zum Klingen, von denen jede eine Botschaft trägt.

    Die Christkönigsglocke mit einem Gewicht von 1465 Kilogramm zeigt auf der Vorderseite Christkönig und auf der Rückseite das Wappen von Papst Franziskus. In den in lateinischer Schrift verfassten Aufschriften sind die Namen der Mitglieder der Kirchenverwaltung verewigt.

    Die 860 Kilogramm schwere Marienglocke mit dem Bildnis Patrona Bavarie und dem Wappen von Papst Benedikt trägt die Namen von Klaus König und Bernhard Rhein. Die Josefsglocke mit einem Gewicht von 740 Kilogramm zeigt den Heiligen Josef mit dem Kind und auf der Rückseite das Wappen des Bischofs Ulrich Boom. Die Inschrift am Obersatz lautet: Sancte Josef, Protege Nos (Heiliger Josef, beschütze uns) und die Inschrift über dem Schlagring lautet: Vocarius Subst. (Pfarrvikar) Pater Joseph Maliekel, MMXIX.

    Ehe sich die große Schar von Besuchern auf den Weg machte, um das nichtalltägliche Ereignis im Anwesen von Ludwig Ising zu feiern sprach Pfarrgemeinderatsvorsitzende Melanie Kormann. Sie drückte ihren Dank aus an alle, die sich, wie sie sagte, in vielfältiger Weise eingebracht haben auf dem langen Weg bis hin zu der Weihe der Glocken.

    Weihbischof Boom verband mit seinem Schlusssegen den Wunsch das seinen Worten nach "die Kirche immer im Dorf bleiben und auch die Glocken weiterhin läuten mögen."

    Erste Glockenweihe in Rom 968

    Eine Glockenweihe wird in der römisch katholischen Kirche nach einem Neuguss einer oder mehrerer Glocken von einem Bischof, einem Priester oder einem Diakon vorgenommen. Die Spendung dieses Sakramentes beginnt nach der liturgischen Eröffnung. Danach spricht der Geistliche den Lobpreis und das Segensgebet. Anschließend erfolgen die Besprengung der Glocke mit Weihwasser, die Inzens mit Weihrauch und die Salbung der Glocke an vier Stellen mit Chrisam. Durch das Gebet wird der Segen Gottes für den Dienst der Glocke erbeten.

    Der Ritus der Glockenweihe geht zurück auf Papst Johannes XIII. der 968 in Rom die erste Glockenweihe vornahm. Einigen Überlieferungen zufolge ist der Ursprung des Brauches jedoch älter, denn bereits 789 hat Karl der Große versucht, die Glockenweihe zu verbieten.

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