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    Bergtheim

    Kabarett "Meschugge" als Vor-Premiere in Bergtheim

    Kabarettist und Comedian Frank Fischer bei seinem Auftritt in Bergtheim. Foto: Irene Konrad

    Das Dorf Bergtheim kennt Comedian Frank Fischer bereits. Und die Kabarettfreunde der Region kennen ihn. Zwei Mal schon, und zwar in den Jahren 2008 und 2011, ist der vielfach ausgezeichnete Profi aus Mainz Stargast des Partnerschaftsvereins gewesen. Nun war er mit seinem neuen Programm "Meschugge" wieder da.

    Die Kabarettfreunde hatten sich auf ihn gefreut und wurden nicht enttäuscht. Auch diesmal haben sie mit ihrem Kichern, Nicken, Strahlen und langem Applaudieren bewiesen, dass ihnen Frank Fischer aus dem Herzen gesprochen und sie bestens unterhalten hat. "Der Mann ist wirklich gut", strahlten sie am Ende.

    Halle war voll

    Dank der über 110 verkauften Eintrittskarten war das Bürgerforum in der Willi-Sauer-Halle voll und dicht besetzt. Der aus dem Fernsehen bekannte Kabarettist trat sympathisch und bescheiden auf. Sein schwarzes Polo-Shirt, eine Jeans, nur ein kleiner Tisch mit einem Wasserglas - der Profi braucht keine bunte Bühne.

    "Meschugge" ist das umgangssprachliche Wort für verrück. Eigentlich hat Fischers neues Programm erst im Oktober dieses Jahres Premiere. Als "Vor-Premiere" hat Frank Fischer sein "Meschugge" in Bergtheim erst zum zweiten Mal überhaupt gespielt. Welch eine Ehre!

    Der Comedien beobachtet gern die Menschen und entdeckt dabei verrückte Situationen. Er sieht sie bei den Vegetariern, "Wurstianern", Zugreisenden, Hotelgästen und in Fernsehsendungen. Dass er selbst allergisch ist, gibt er zu, nämlich gegen weiße Socken in Birkenstocksandalen. Fleischfressende Pflanzen hingegen hat er so gern, dass sie bei ihm sogar am Tisch mitessen dürfen.

    Tipps eines Kabarettisten

    Kabarettist Fischer gab seinen Zuhörern etliche Tipps mit auf den Weg. Dazu gehörten, wie man einem Opa erklärt, mehr Follower auf Instagram zu bekommen, dass man lästige Nachbarn in Zügen schnell mit einer als gefährlich aussehenden Roll-Up-Tasche und Agentenspielen mit Passwörtern wie "Hühnerhabicht" aus dem Konzept bringen kann oder dass man im Hotel am besten in Mundart antwortet.

    Mit Witz und Können sprach Fischer bayerisch, hessisch, sächsisch oder schwäbisch. Er verglich Wetterberichte von früher und heute oder gestand als Morgenmuffel seine miese Stimmung, "so dass sogar die Cornflakes Angst vor mir haben". Die stets gut gelaunten Moderatoren der Morning-Shows sind ihm deshalb suspekt.

    Von Ausländern bis zu Trump

    Ab und zu blitzte beim Kabarettist seine politische Gesinnung durch. Es verwundert ihn beispielsweise, dass alle Ausländer hundertprozentig kriminell werden, sobald sie nach Deutschland kommen. Das "Riesenego" von US-Präsident Trump kam zur Sprache und Fischers Dankbarkeit darüber, dass es in Deutschland seit über 70 Jahren keinen Krieg mehr gibt. Sein Politikverständnis verband der Comedian mit Charme und Gedankentiefe.

    Was Sinn macht im Leben und was offensichtlich meschugge ist, das war Fischers abendfüllendes Thema. Ein Ausspruch wie "Hätte, hätte, Fahrradschlauch", macht der Sinn? Der niveauvolle und unterhaltsame Kabarettabend hat für die Gäste jedenfalls Sinn gemacht. Vereinsvorsitzender Wolfgang Dobler und sein Team waren mit dem kulturellen Abend des Partnerschaftsvereins sehr zufrieden.

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