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    Reichenberg

    Kabarettistisches Reinemachen in der „Wolfskeel-Arena“

    Über ihren tiefsinnigen Schalk und Wortwitz hinaus bietet die fränkische Putzfraa Ines Procter (rechts) in ihrem ersten Kabarett-Soloprogramm auch Gesang in Gitarrenbegleitung durch Selina Köhler (links). Der Erlös eines humorvollen Abends in der Wolfskeelhalle in Reichenberg kommt den Kindergärten und der Schule zugute.
    Über ihren tiefsinnigen Schalk und Wortwitz hinaus bietet die fränkische Putzfraa Ines Procter (rechts) in ihrem ersten Kabarett-Soloprogramm auch Gesang in Gitarrenbegleitung durch Selina Köhler (links). Der Erlös eines humorvollen Abends in der Wolfskeelhalle in Reichenberg kommt den Kindergärten und der Schule zugute. Foto: Herbert Ehehalt

    Ihre komplette Familie stellt Ines Procter tagaus tagein vor immer neue Bewährungsproben - oder auch umgekehrt. Aber "Humor hilft über alles weg", ist die wohl bekannteste Putzfraa Frankens nicht erst seitdem davon überzeugt, seit sie auch außerhalb der fünften Jahreszeit mit ihrem ersten Soloprogramm "So ein Draag" auf den Kabarettbühnen ihren Aktionsradius stetig erweitert.

    Am Samstagabend wurde der Putzteufel von der "Offenen Liste Markt Reichenberg" angefordert. "Ohne politischen Hintergrund", wie stellvertretende Bürgermeisterin Karin Brodwolf versicherte, "nur um an einem Abend gemeinsam herzlichen Humor und Spaß zu erleben." Zumindest aber hatte die Veranstaltung einen sozialen Aspekt, ließ Steffen Stenzel die Besucher in der ausverkauften Wolfskeelhalle in Reichenberg wissen. "Der Reinerlös der Veranstaltung wird zur Unterstützung der Kindergärten und Schulen im Markt Reichenberg verwendet", informierte Stenzel zum "Reinemachen" in der "Wolfskeel-Arena".

    Die "Birnen-Politur" kommt zum Einsatz

    Aus aktuellem Anlass freilich mit Vorsicht war die "Putzfraa" angetreten, ausnahmsweise ausgerüstet mit Gummihandschuhen und Desinfektionsmittel, "wegen des grassierenden Corona-Virus und wilden Auswärtigen, die mit Fahrzeugen eigenartiger Kennzeichen" angereist waren. Unter der erwartungsvollen Fangemeinde in der Wolfskeelhalle war auch ein bemerkenswerter großer Anteil an Anhängern aus Erlabrunn, wo sowohl die Putzfrau, als auch deren Schwester und stellvertretende Bürgermeisterin Karin Brodwolf ihre Kindheit verbrachten.

    Vom dortigen Elternhaus "überqualifiziert ausgestattet mit vielen Zielen und ohne ausreichend Munition", fühlt sich die Putzfrau bis in die Gegenwart "auf ganzer Strecke permanent benachteiligt und deshalb total hysterisch." Dies äußert sich in vergeblichen Versuchen häuslicher Integration und löst sich im gegenseitigen Dialog mit ihrem Mann in dessen Irrglauben eigener Witzigkeit und Schlagfertigkeit.

    Mittlerweile habe sie an ihrem neuen Lebensmittelpunkt in Leinach bei den dortigen Schützen nicht nur Schießen gelernt, sondern auch Freunde getroffen. Ihre Wortspielereien dehnt die Putzfrau aber auch auf ihren "schwankenden Mann" und "fallende Freundinnen" aus. Auch zum Einsatz kommen ließ der Putzteufel ihr neuestes Merchandising-Produkt, eine speziell auf das männliche Kunden-Klientel abgestimmte hochprozentige "Birnen-Politur".

    Ines Procter besag voller stolz ihre Kinder

    Und natürlich besann sich und besang Ines Procter unter dem Eindruck ausgeprägter Muttergefühle in Gitarrenbegleitung durch Selina Köhler und urfränkischer Mundart unter anderem voller Stolz auch ihrer Kinder: "Mei' Kind is g'scheiter als dein's!". Und weil bekanntlich nichts so heiß gegessen wird wie gekocht, brachte die Putzfrau nicht zuletzt auch ihrem an "MTS" (Männlichem Todesschnupfen) leidenden Mann beinahe im Überfluss Mitgefühl entgegen. Was niemand vermutet hätte: Während die "Putzfraa" auf der Bühne häufig kein gutes Haar an ihren Kindern und Mann lässt, schlummert in ihr doch intensiver Mutterinstinkt.

    "Ohne Souffleuse, aber aus tiefstem Herzen" hatte Ines Procter nach zweieinhalb Stunden zum Finale fürs Publikum noch einige Weisheiten auf Lager. "Wenn der letzte Strohhalm im Cocktail steckt, und wenn alle Stricke reißen, hilft nur noch der Humor über alles weg."

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