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    Ochsenfurt

    Kandidatur: Felix von Zobel möchte Landrat werden

    Felix von Zobel aus Darstadt ist der Landratskandidat der UWG-FW für den Landkreis Würzburg bei der Kommunalwahl 2020. Foto: Claudia Schuhmann

    Fraktionssprecher Hans Fiederling sagt selbst: "Wir sind fast schon eine Rentnertruppe im Alter von 60 Plus im Kreistag." Umso erfreulicher findet er, dass die Unabhängige Wählergemeinschaft-Freie Wähler (UWG-FW) im Landkreis Würzburg einen erfrischend jungen Kandidaten für das Amt des Landrats präsentieren kann: Felix von Zobel, 26 Jahre alt, wurde am Mittwochabend in Ochsenfurt einstimmig als Landratskandidat für die Kommunalwahl im Jahre 2020 nominiert. Damit ist die UWG-FW die erste Gruppierung, die offiziell einen Kandidaten benannt hat.

    Felix von Zobel mischt bei der UWG-FW schon eine Weile mit. 2018 wurde er Jugendreferent, im März diesen Jahres übernahm er den Vorsitz im Landkreis, den zuvor sein Vater Heiner von Zobel innehatte. Vater und Großvater sowie einer seiner Lehrer seien es auch gewesen, die sein Interesse an der Politik geweckt hätten, sagt Felix von Zobel in seiner Ansprache. Sein erlernter Beruf ist Landwirt. In Göttingen hat er Agrarwissenschaften studiert und seinen Abschluss als Bachelor schon in der Tasche. Den Master möchte er auch noch machen, allerdings pausiert er derzeit, um sich voll und ganz dem Wahlkampf widmen zu können. Außerdem möchte er auch für den Ochsenfurter Stadtrat kandidieren.

    Der ÖPNV muss günstiger werden

    Seine politischen Themen lassen erkennen, wo UWG und Freie Wähler zu Hause sind: in den Gemeinden. Den Öffentlichen Personennahverkehr nennt von Zobel daher als erstes. Der Taktverkehr funktioniere eigentlich nur in und um Würzburg herum. Entferntere ländliche Gemeinden müssten mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser erreichbar sein, sagt er. Und günstiger müsse der ÖPNV werden. Fünf Euro für eine Fahrt von Goßmannsdorf nach Würzburg seien viel zu teuer.

    Aber auch die Instandhaltung der Kreisstraßen hat er sich als Ziel gesetzt, dazu den Bau von Ortsumgehungen in Gemeinden mit stark befahrenen Durchgangsstraßen. Von Zobel beklagt außerdem ein miserables Mobilfunknetz im Ochsenfurter Gau - eigentlich "ein schlechter Scherz". Beim Thema Umweltschutz möchte der Landwirt auf dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien setzen. Die teilweise schlecht beleumdeten Biogas-Anlagen verteidigt er mit dem Hinweis, sie würden eben auch Energie liefern, wenn keine Sonne scheine oder kein Wind wehe.

    Ein eigener Biohof in Darstadt

    Unter einer bürgerfreundlichen Verwaltung, die der Darstadter anstrebt, versteht er das, was er einmal von einem Mitarbeiter im Landratsamt gehört hatte: "Nicht die Bürger sollen laufen, sondern die Daten." Eine Übertragung von Kreistagssitzungen per Livestream kann er sich daher ebenfalls gut vorstellen. Und er möchte den Menschen den Zugang zu Förderprogrammen erleichtern.

    Felix von Zobel hat vor Kurzem gemeinsam mit seinem Bruder in Darstadt einen Biohof gegründet. Dessen Schwerpunkte sind die Trüffelzucht sowie Blühwiesen, später sollen Haselnüsse dazu kommen. Während von Zobel früher gerne Fußball und Tennis spielte, kann er heute dem Wandern mehr abgewinnen, insbesondere dann, wenn der Ausflug auch noch den Genuss eines Weizenbiers beinhaltet.

    Mit einer gemeinsamen Liste auf Platz drei

    Bei der Wahl wird Felix von Zobel auf einer gemeinsamen Liste von UWG-FW und der Partei der Freien Wähler im Landkreis Würzburg stehen. Weil das für viele Uneingeweihte und sogar manche Mitglieder schwer verständlich ist, verwenden Hans Fiederling und stellvertretender Landrat Ernst Joßberger viel Zeit auf die Erklärung dieses Sachverhalts. Die UWG-FW sind auf kommunaler und Landkreis-Ebene nicht als Partei organisiert, sondern als Wählergruppe. Teils handelt es sich um Vereine, wie auch bei der UWG-FW im Landkreis Würzburg. Sie agieren in den Gemeinden und sind im Kreistag vertreten. Daneben gibt es auch im Landkreis Würzburg die Partei der Freien Wähler, die auch im Landtag vertreten ist.

    Gemeinsam mit einer Liste anzutreten, hat aus Sicht von Ernst Joßberger und Geschäftsführer Richard Wagner einen entscheidenden Vorteil: Da sich die Listennummer für die Kommunalwahl nach dem Ergebnis der Landtagswahl richte, stehe der Partei der Freien Wähler Platz drei zu. Würde die UWG-FW mit einer separaten Liste antreten, würde sie auf Platz sieben stehen.

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