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    KIRCHHEIM

    Kann Radweg von Lkw frei werden?

    Die Firma Natursteinwerk Borst hat vom Kirchheimer Gemeinderat die Zustimmung erhalten, ihre Lagerfläche auf einer Wiese am Moosbach deutlich zu erweitern. Auch möchte das Unternehmen eine neue Zufahrt auf die Staatsstraße Kirchheim-Moos errichten. Da auch die Nachbarfirma Zeidler & Wimmel ihre Lagerfläche erweitern möchte, besteht die Chance, einen seit Jahrzehnten regelmäßig von schweren Lkws als Zufahrt genutzten Radweg zu entlasten.

    Dem Bauantrag ging eine ausführliche Diskussion voraus. Vier Räte der SPD-Fraktion stellten sich gegen das Vorhaben und stimmten dagegen. Ein Fortschritt könnte jedoch sein, dass die bisherige Zufahrt für Schwerlastverkehr über den gemeindeeigenen Radweg nach Moos entfällt. Während Gemeinderat Jürgen Renner (SPD) die Nutzung des eigenen Betriebsgeländes als Voraussetzung für eine Zustimmung betrachtete, verwiesen seine beiden Mitstreiter Konrad Pötzl und Robert Dürr darauf, dass mit einer weiteren Ausfahrt auf die Staatsstraße eine neue Gefahrenstelle entstehen könnte. Etwa genau vor zwei Jahren hatte es an der kurvigen Straße einen tödlichen Unfall gegeben. Unweit der Stelle gibt es zudem bereits zwei Steinbruchausfahrten.

    Die rechtlichen Handhabe der Gemeinde, um den Radweg für Schwerlastverkehr zu sperren, sind nach Ansicht von Bürgermeister Björn Jungbauer (CSU) jedoch begrenzt. Hierzu müsste die Gemeinde nachweisen, dass der asphaltierte und seit Jahrzehnten als Zufahrt genutzte Weg von der Firma „über Gebühr“ benutzt werde. Zudem sei ein lastwagengerechter Ausbau vermutlich nicht einfach, da dafür wegen des angrenzenden Bachs der Platz fehlt. Ein weiterer Nutzer des Radwegs, die Firma Zeidler & Wimmel, plant ebenfalls, seine Lagerfläche auszubauen. Auch hier dringt die Gemeinde darauf, die Erschließung über das eigene Betriebsgelände zu führen und den Radweg außen vor zu lassen.

    In ihrem Beschluss fordert die Gemeinde für die neue Zufahrt eine Straßenreifenwaschanlage oder eine Asphaltierung auf 80 Metern. So soll verhindert werden, dass Schmutz auf die Straße gelangt. Das letzte Wort haben allerdings das Staatliche Straßenbauamt und das Landratsamt. Da sich die Fläche im Überschwemmungsgebiet befindet, steht zudem noch eine Überprüfung durch das Wasserwirtschaftsamt aus. Als Ausgleichsfläche ist am Bach ein zehn Meter breiter Pufferstreifen vorgesehen: Auch ein Biber, der sich hier angesiedelt hat, soll von der Erweiterung nicht betroffen sein.

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