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    Estenfeld

    Kein Aufzug für die "Weiße Mühle"

    Ein Personenaufzug für die Gaststätte "Weiße Mühle" in Estenfeld – dieses Thema dürfte sich nun endgültig erledigt haben. Entweder müsste er an der rechten Gebäudeseite, im Innenhof an- oder im Foyer eingebaut werden, erklärte Architekt Stephan Haas vom gleichnamigen Architekturbüro in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Nur beim Einbau im Foyer würden im Restaurant keine Sitzplätze wegfallen. Käme der Aufzug nach außen oder in den Innenhof, würden entweder "nur" elf oder gleich 21 Sitzplätze fehlen. In Verbindung mit den hohen Kosten von grob geschätzt 372 000 Euro und einem sehr negativen Kosten-Nutzen-Faktor ging die Tendenz im Rat für den Aufzug in Richtung Null.

    Versehen mit dem Auftrag, sich über den Aufzug Gedanken zu machen, hatte Haas zwischen den Jahren einen sehr groben Entwurf ausgetüftelt, eher eine "Skizze". Ein wirklicher Plan mit vielen Maßangaben wäre zu teuer, meinte Haas auf eine Anfrage von Günther Grimm. Grundsätzlich müsste bei einem Außenaufzug der Denkmalschutz einbezogen werden, so Haas weiter. "Deshalb denke ich da eher an eine Stahl-Glas-Konstruktion anstelle von nacktem Stein." Der Aufzug im Innenhof könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit am Veto des Landesamtes für Denkmalschutz scheitern, mutmaßte er. Und um den äußeren Aufzug zu erreichen, müssten die Gäste mit einer Gehbehinderung oder in einem Rollstuhl von der anderen Seite aus das Restaurant betreten. Bliebe noch die Lösung, den Aufzug im Foyer zu bauen. "Dann müssten wir dort den Boden aufhämmern, um die Aufzugtechnik unterzubringen", sagte Haas.

    Auch Aufzug für Speisen?

    Auch war zu klären, ob man auch ein Lastenaufzug für die Speisen einbauen könnte. Aus hygienischen Gründen darf das Personal nicht das Essen gleichzeitig mit Gästen transportieren, argumentierte Haas. Wie teuer auch ein kleiner Aufzug nur für die Speisen sein würde, stand nicht zur Debatte. Hinsichtlich der Kosten präsentierte Haas "eine ganz grobe Schätzung auf der Basis von Richtwerten". Ein Personenaufzug mit verglastem Schacht und Betonunterfahrt kostet demnach rund 120 000 Euro, ein Lastenaufzug mit Schacht 40 000 Euro. Hinzu kämen Bauarbeiten etwa für Durchbrüche, Elektroinstallationen und Beiputzarbeiten – mit weiteren 40 000 bis 60 000 Euro. Für eine neue WC-Anlage im Obergeschoss wären weitere 90 000 Euro fällig, plus Kostenansätzen zuzüglich Mehrwertsteuer und Baunebenkosten von etwa 20 Prozent. Unterm Strich standen die schon erwähnten 372 000 Euro.

    Das sei unwirtschaftlich, hieß es fraktionsübergreifend. "Brauchen wir dort überhaupt einen Aufzug?", äußerte Matthias Pfister seine von ihm ausdrücklich als privat bezeichnete Meinung. Es würden Sachen eingebaut, die keine wirkliche Verbesserung brächten. Joachim Sadler erinnerte den Rat an die hitzigen Diskussionen über den Aufzug, die es auch schon vor einigen Jahren mal gegeben hatte. "Wie ich den Architekten einschätze, steht er eigentlich hinter keinem seiner Vorschläge", so Sadler. Haas machte nicht einmal den Anschein, als ob er die Ansicht Sadlers zerstreuen wollte.

    "Es war uns wichtig, das Ganze nochmal abzuprüfen", schloss Bürgermeisterin Rosi Schraud die Debatte. Die Zahlen würden für sich sprechen, und weil sich für Aufzug kein wirklicher Fürsprecher im Rat gefunden hatte, dürfte sich die Angelegenheit damit erledigt haben.

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