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    GIEBELSTADT

    Kein Geld der Gemeinde für Privatschule

    Mit dem Beginn des kommenden Schuljahrs will der privater Trägerverein „Insel der Bildung“ in Eßfeld seine „freie und demokratische Schule“ eröffnen. Der Giebelstadter Gemeinderat hat es in seiner jüngsten Sitzung abgelehnt, die Privatschule mit einem zinslosen Darlehen in Höhe von 135 000 Euro zu unterstützen. Ein kleiner Rückschlag, der das gesamte Vorhaben aber nicht infrage stelle, sagt Silke Sponsel, eine der Initiatorinnen. 22 Kinder seien für das erste Jahr in der neuen Schule angemeldet.

    Die Schule ist als Grund- und Mittelschule der Jahrgangsstufen eins bis zehn konzipiert. Feste Klassen soll es aber nicht geben, stattdessen Lerngruppen – und keine Noten. Der Unterricht baut auf der natürliche Wissbegierde von Kindern auf und lässt ihnen die Freiheit, Lerninhalte, die der Lehrplan vorgibt, selbst zu erarbeiten. Dabei kommt dem spielerischen Lernen große Bedeutung zu.

    Ohne Noten und Zeugnisse

    Statt Noten und Zeugnissen werden Dokumentationen erstellt, in denen die Schule nachweisen muss, dass sie sich an die Vorgaben des bayerischen Lehrplans hält. Prüfungen finden an einer staatlichen Kooperationsschule statt.

    Ursprünglich wollte der Trägerverein mit 14 bis 20 Kindern unterschiedlicher Altersstufen starten. Jetzt sind daraus 22 Anmeldungen im Schuljahr 2018/19 geworden. Für Silke Sponsel ein Zeichen für das Interesse an der neuen Schulform. „Der Bedarf ist da, es schaut auch in den kommenden Jahren gut aus“, sagt sie.

    Empfehlung der Rechtsaufsicht

    Trotzdem will sich der Giebelstadter Gemeinderat nicht auf ein zinsloses Darlehen und die damit verbundenen Ausfallrisiken einlassen. Bislang sind lediglich Bürgschaften in Höhe von 27 000 Euro angeboten worden. Das Gremium folgt damit einer Empfehlungen der Rechtsaufsicht am Landratsamt, die man vorsorglich befragt hat.

    Der Kredit sei nötig, um in der zweijährigen Startphase einen sicheren Unterrichtsbetrieb zu garantieren, begründet der Trägerverein den Antrag. Ab dem dritten Jahr soll sich die Schule wirtschaftlich tragen. Dass die Gemeinde ein zinsloses Darlehen verweigert, hat zur Folge, dass der Trägerverein nun einen Bankkredit aufnehmen muss, so Silke Sponsel. „Wir wollten uns den hohen Zinssatz ersparen“, sagt sie.

    Anerkennung steht noch aus

    Eine wesentliche Hürde muss das Schulprojekt allerdings noch überwinden: die Anerkennung durch die Schulbehörde an der Regierung von Unterfranken. In dieser Woche fand dazu eine abschließende Besichtigung der neuen Schulräume in dem Eßfelder Privathaus statt.

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