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    RANDERSACKER

    Kein Zuschuss für die Pfarrhausrenovierung eingeplant

    Der Marktgemeinderat Randersacker hat den Haushaltsplan 2018 einstimmig beschlossen, entschuldigt fehlten Hubert Göbel und Michael Rost (beide UWG) sowie Hermann Schenk (SPD).

    Ein Posten allerdings – 31 000 Euro für eine Sanierung des Pfarrhauses wurde vor dem Beschluss aus dem Plan wieder herausgenommen. Bis auf drei CSU-Vertreter schlossen sich alle Ratsmitglieder Marolds Meinung an.

    Den Kommunalverantwortlichen war es zum einen ein Dorn im Auge, dass die katholische Kirche den Bedarf bisher lediglich mündlich angemeldet hatten, schriftlich zu dem Vorhaben allerdings nichts vorlag. Bürgermeisterstellvertreter Peter Rost (UWG) betonte: „Ich bin grundsätzlich dagegen, einen Antrag, den wir nur mündlich und nicht schriftlich haben, in den Haushalt aufzunehmen.“ Ulrich Schmitt (SPD) stimmte zu und ergänzte: „Ohne Unterlagen zu haben, können wir nichts beraten.“ Roland Marold (ÖDP) merkte an, das Herrichten der Pfarrerwohnung sei Aufgabe der Kirche, nicht der Gemeinde.

    Man habe die Summe nur vorsorglich eingetragen, argumentierte Bürgermeister Michael Sedelmayer. Weder leite sich daraus ein Rechtsanspruch ab, noch sei der Zuschuss damit beschlossene Sache. Dem Vorschlag von Heiko Lörner (CSU), die Summe im Plan zu belassen, und das Thema in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses zu beraten, wollte der Rat trotzdem nicht folgen.

    Den Rekordhaushalt von 9,34 Millionen Euro (2017: 8,56 Millionen; 2016: 7,5 Millionen), so Lörner, verdanke man der guten Konjunktur. So stiegen beispielsweise die Einkommensteuereinnahmen, Randersackers bester Einnahmequelle, auf 2,18 Millionen Euro (2017: 2,08 Millionen). Die Gewerbesteuereinnahmen liegen bei 410 000 Euro, rund 907 000 Euro gibt es an Schlüsselzuweisungen. Insgesamt, erläuterte Sedelmayer, sei noch „Luft“ im Zahlenwerk. Die Kämmerin habe mit einer Kreisumlage (1 236 777 Euro) von 39 Prozentpunkten (2017: 40) kalkuliert, der Kreistag mittlerweile aber die Senkung auf 37 Punkte beschlossen. Neue Schulden macht der Markt keine. Rund 570 000 Euro sollen aus der Rücklage (1,71 Millionen Euro) entnommen werden.

    Eine gute Vorgehensweise, lobten sowohl Lörner als auch Alfred Holl als Fraktionssprecher der ÖDP, sei es gewesen, vor dem Haushaltsbeschluss die Gemeinderatsklausur und intensive Beratung im Haupt- und Finanzausschuss zu setzen. Seine Fraktion habe großes Vertrauen darin, dass die beschlossenen Projekte auch umgesetzt würden, trotz des umfangreichen Investitionsprogramms.

    Neben mehr als einer Million Euro für die Wasserversorgung – „damit machen wir unser Netz sicherer und leistungsfähiger“ – hob der CSUler den Einstieg in die Städtebauförderung mit 50 000 Euro Planungskosten hervor. Damit öffne man die Tür für viele mittel- und langfristige Verbesserungen im Ort. Erfreut zeigte er sich auch über die geplante Fortführung des Radwegs nach Lindelbach. „Seit acht Jahren hat die CSU auf die Fortsetzung des ersten Abschnitts gedrungen.“

    Man sei nicht begeistert, stimme aber zu, sagte Peter Rost, Fraktionssprecher der UWG: „Der Haushalt ist solide, aber mehr nicht. Mir fehlen die wirklichen Visionen für die Zukunft.“ Vor 22 Jahren sei man in der Planung der Städtebauförderung schon mal weiter gewesen. „Wir machen immer nur Stückwerk. Auch das Projekt Place de Vouvray war ja mal weiter gedacht.“

    Er sei überzeugt, irgendwann werde ein großes Baugebiet hinter der Weinbergskapelle Richtung Gerbrunn kommen. „Daher würde ich mir wünschen, dass wir uns zusammensetzen und über die Zukunft sprechen.“

    Natürlich schloss der UWG-Vertreter nicht, ohne den obligatorischen Dauerbrenner: Seiner Forderung nach kostenfreien Kindergartenplätzen. Die wolle er als Appell nach München und die CSU verstanden wissen.

    Den übrigen Fraktionen, SPD, ÖDP und Lindelbacher Liste blieb angesichts der Vorreden nur, sich bei der Kämmerin Kathrin Scheckenbach für die gute Vorarbeit zu bedanken.

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