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    Würzburg

    Keine zusätzliche Tempo-30-Zone am Stadtring Nord

    ÜBer die Nordtangente bei Grombühl rollt viel Verkehr.  Foto: Daniel Peter

    Ein interfraktioneller Antrag auf Ausweitung der bestehenden Tempo 30-Zone auf dem Stadtring Nord in Grombühl ist im Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss (PUMA) knapp gescheitert: Der Ausschuss folgte in seiner jüngsten Sitzung mit acht zu sechs Stimmen der Auffassung der Stadtverwaltung und lehnte die Ausweitung ab. 

    Aus Gründen des Lärmschutzes gilt auf dem 200 Meter langen Teilstück des Stadtrings zwischen Gabelsberger und Senefelderstraße Tempo 30. Wolfgang Baumann (Zukunft für Würzburg), Karin Miethaner-Vent (Grüne) und Sebastian Roth (Linke) wollten die Zone deutlich ausgeweitet haben, um nicht nur den Lärm, sondern auch die Schadstoffbelastung in der Luft zu reduzieren.

    Nach dem Willen der Antragsteller sollte das Tempolimit auf dem Stadtring Nord vom Europastern bis zur Einmündung der Schiestlstraße gelten. Auf der gesamten Länge stehen direkt an der vierspurigen und vielbefahrenen Straße mehrstöckige Wohngebäude, "deren Bewohnbarkeit gefährdet ist", wie es im Antrag heißt. Wie berichtet, fordert die Deutsche Umwelthilfe aufgrund der dauerhaft überschrittenen Stickoxid-Grenzwerte in der Grombühlstraße die Einführung eines Dieselfahrverbots. Die Klage der DUH ist im Januar beim Oberverwaltungsgericht München eingegangen.      

    Baumann argumentiert mit der Regelung in Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung: Laut Gesetzestext kann die Straßenverkehrsbehörde unter anderem "zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen" die Benutzung bestimmter Straßen beschränken. Diese Voraussetzung liegt für die Antragsteller in Grombühl ganz klar vor. 

    Weniger Tempo, weniger Schadstoffe?

    "Bei einer Verminderung der Geschwindigkeit verringert sich der Kraftstoffverbrauch und damit auch die Schadstoffbelastung", argumentierte Baumann. Die Stadtverwaltung ist anderer Ansicht und beruft sich dabei auf das Bayerische Landesamt für Umwelt berufen, das eine positive Wirkung von Tempo-30-Zonen auf die Schadstoffbelastung bisher nicht nachweisen kann. Wie beim Lärm gibt es Grenzwertüberschreitungen laut Sitzungsvorlage der Verwaltung ohnehin nur im bereits geschwindigkeitsreduzierten Bereich zwischen Gabelsbergerstraße und Senefelderstraße - aufgrund der beidseitigen engen Bebauung und der damit verbundenen schlechten Durchlüftung.

    Auch die Polizei habe sich gegen eine Ausweitung der Tempo-30-Zone ausgesprochen, betonte Stadtbaurat Benjamin Schneider: "Es würde zum Ausweichverkehr am Röntgen- und Haugerring kommen." Damit wollte Baumann sich nicht abfinden und beantragte namentliche Abstimmung. Abgelehnt wurde die Weiterverfolgung des Antrags mit den sechs Stimmen der CSU sowie von Josef Hofmann (Freie Wähler) und Ingo Klünder (Würzburger Liste). Es sei für die Reduzierung der Schadstoffe deutlich sinnvoller, an Durchgangsstraßen wie dem Stadtring "den Verkehrsfluß möglichst zu erhalten", sagte CSU-Fraktionsvorsitzende Christine Bötsch.

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