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    Kleinrinderfeld

    Kevin Hansen (Die Linke): Erfahrung mit der Armut

    Kevin Hansen, Landtagskandidat für die Linke, Stimmkreis Würzburg Land. Foto: Regina Urbon

    Früher war er FDP- und CSU-Wähler. Eine ganz persönliche Erfahrung brachte den 27-jährigen Kevin-Christopher Hansen den Linken näher und ließ ihn schließlich dort Mitglied werden, bald Vorstandsmitglied in der Kreisvorstandschaft. Heute ist er bei den Linken Mitgliederverwalter und Direktkandidat für den bayerischen Landtag im Stimmkreis Würzburg Land.

    "Die Linke ist eine Partei, die nicht nur für Reiche da ist, sondern für alle Menschen, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe und  Religion", sagt er. Der Atheist sieht die Linke auch deshalb als seine Partei an, "weil sie für Gleichberechtigung steht". Hansen weiter: "Ich habe nie verstanden, warum die Liebe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen weniger wert sein soll." Und dass Frauen weniger verdienen als Männer sei ungerecht und müsse sich ändern.

    Der vom Rheinland "wegen der Liebe" nach Würzburg gezogene junge Mann, ist nach einigen Studiensemestern (Deutsch, Sozialkunde, später  Chemie und Geografie) inzwischen ausgebildeter technischer Systemplaner im Stahl- und Metallbau (Schwerpunkt Metallbau). Die Bereiche Wohnungsbau, Bildung und Pflege würden in Bayern "sträflich vernachlässigt", sagt er.

    Wohnraum schaffen und kostenloses Mittagessen an Schulen

    "Tausende Menschen brauchen dringend bezahlbaren Wohnraum. Egal, ob Studenten, Alleinerziehende, junge Familien oder Rentner - alle brauchen ein Dach über dem Kopf", erläutert Hansen. Was Bildung anbelangt, plädiert er für Ganztagsschulen, kostenloses Mittagessen und Nachhilfe für alle Schüler - finanziert durch den Freistaat.    

    Kevin Hansen (Die Linke), mit seiner Idee für eine vernünftige Landtagspolitik - die hat er auf unsere Bitte hin auf einem Bierdeckel der Main-Post festgehalten. Foto: MP

    Zum Thema Pflege sagt er: "Wir alle können plötzlich auf Pflege angewiesen sein. Im hohen Alter ist das oft nicht vermeidbar. Die derzeitige Lage in der Pflege ist aber faktisch eine humane Katastrophe. Es kann und darf nicht sein, das Pflegebedürftigen zuweilen nicht einmal das Nötigste an Hilfe zuteil wird. Dagegen können wir auf Landesebene etwas unternehmen."

    "Eine niederschmetternde Erfahrung"

    Hansen hat im Jahr 2010 an einer Gesamtschule in Bonn mit Schülern aus 100 Nationen das Abitur gemacht. In Würzburg mietete er dann gemeinsam mit seiner Freundin eine Wohnung. Als seine Partnerin nach einer schulischen Ausbildung zeitweise keine Arbeit hatte, seien die beiden in eine derart schwierige, finanzielle Situation gekommen, dass sie berechtigt waren, bei den Tafeln Essen zu erhalten. Hansen: "Es war niederschmetternd, dazustehen und Lebensmittel zu nehmen." 

    Zunehmend verfolgte er Debatten im Bundestag - und entschied sich schließlich für seine heutige Partei. Das Wichtigste ist für ihn: "So zu leben, dass ich selbst glücklich sein kann, ohne das Glück des anderen zu gefährden."

    Steckbrief
    Name: Kevin-Christopher Hansen
    Geboren: 15. 10. 1990 in Bocholt (NRW)
    Familienstand: Verlobt
    Beruf: Technischer Systemplaner im Stahl- und Metallbau mit Schwerpunkt Metallbau.
    Wohnort: Kleinrinderfeld
    Stimmkreis: Würzburg Land

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