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    Würzburg

    Kilianeen der Diözese: Viele Hinweise auf körperliche Gewalt

    Die Diözese Würzburg ließ den Aktenbestand der drei ehemaligen Knaben-Internate in Würzburg, Miltenberg und Bad Königshofen sichten. Nun liegen die Ergebnisse vor.
    Pressekonferenz des Bistums: Der Würzburger Rechtsanwalt Christian Stadler (rechts) informiert über die Aktenaufarbeitung der drei ehemaligen Knaben-Internate, den Kilianeen in Würzburg, Miltenberg und Bad Königshofen. Generalvikar Thomas Keßler (Mitte) bittet die Opfer körperlicher Gewalt um Vergebung. Links: Bistumssprecher Bernhard Schweßinger. Foto: Thomas Obermeier

    In den drei ehemaligen Knaben-Internaten der Diözese Würzburg, den Kilianeen, fanden sich in den archivierten Aktenbeständen keine Hinweise für sexuellen Missbrauch oder sexualisierte Gewalt. Dafür ergab die Auswertung der Unterlagen der katholischen Einrichtungen in Würzburg, Miltenberg und Bad Königshofen, dass die einstigen Schüler mehrfach Opfer von körperlicher Gewalt wurden. 

    Generalvikar Thomas Keßler erwähnte am Dienstag bei der Vorstellung der Aufarbeitung der Archivbestände, dass es dennoch zwei Missbrauchsfälle in den Kilianeen gebe. Sie seien jedoch nicht in den untersuchten Unterlagen dokumentiert. Die beiden Betroffenen haben sich laut Keßler von sich aus an die Diözese gewandt. Die Fälle seien den Strafverfolgungsbehörden gemeldet und eingestellt worden. Die Diözese habe den Betroffenen Leistung auf Anerkennung des Leids gezahlt.

    Die Diözese beauftragte mit der Sichtung eine externe Würzburger Anwaltskanzlei. Im Würzburger Kilianeum beispielsweise wurden den Angaben von Rechtsanwalt Christian Stadler zufolge 14, in Miltenberg drei und in Bad Königshofen sechs Kleriker "mit Anzeichen auf körperliche Gewalt gegenüber Schülern in Verbindung gebracht". In allen drei Kilianeen wurde regelmäßig Gewalt angewendet.

    Untersucht wurden bei der aktuellen Aufarbeitungsmaßnahme keine Personalakten. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden bereits Ende Mai vorgestellt.

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