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    Rottendorf

    Kindergärten könnten ihr Essen selber erzeugen

    Immer mehr eher kleine, aber umso hungrigere Mägen sind in den Rottendorfer Kindergärten zu versorgen. Mit der anstehenden Renovierung des Kindergartens Am Bremig und dem geplanten Neubau Am Sand hat die Gemeinde eine Bedarfsanalyse zur Verpflegung der Kindergärten und der Grundschule beauftragt. Das Ergebnis: Eine von den Trägern betriebene Produktionsküche könnte wirtschaftlich arbeiten. Allerdings nur, wenn auch eine ausreichende Anzahl an Essen hergestellt wird. Auch eine Anhebung der Essenspreise auf drei Euro für die Kita und 3,50 Euro für die Grundschule wird empfohlen.

    Potential sieht Expertin Margret Löhr von der Stuttgarter Beratungsstelle für Schulverpflegung vor allem, wenn dabei auf eine sogenannte Mischküche zurückgegriffen wird. Dabei wird etwa 40 Prozent des Essens bereits vorbereitet zugeliefert, der größere Anteil wird jedoch vor Ort frisch zubereitet. Als Vorbild der Küche nannte sie die Kindertagesstätte am Hubland, die derzeit etwa 170 Essen am Tag herstellt. Bisher bekommen die Rottendorfer Kindergärten ihre Verpflegung hauptsächlich geliefert.

    Teuer dank hoher hygienischer Anforderungen

    Wo diese Küche entstehen könnte, ist offen. Laut Bürgermeister Roland Schmitt gibt es Interesse bei beiden Trägern der Kindergärten. Vorstellbar sei etwa, dass der neue Kindergarten, der ebenfalls wie der Am Marienheim vom Johannisverein betrieben werden soll, eine Produktionsküche" erhält, die dann beide Kindergärten und die Grundschule mitversorgt. Dafür ist es nötig, dass der Träger zusätzlich zum pädagogischen auch hauswirtschaftlich ausgebildetes Personal einstellt.

    Teuer wird die Herstellung von Essen in Eigenregie zudem durch die hohen hygienischen Anforderungen an Küchenräume: ausreichende Grund- und Arbeitsflächen, eine strikte Trennung zwischen reinem und unreinem Bereich, getrennte Kühlschränke für Milchprodukte sowie frischen Salat und Gemüse, Lagermöglichkeiten und eine ausreichende Be- und Entlüftung. Auch muss es für das Personal eine Umkleide, eine Waschgelegenheit und eine Toilette geben.

    Zweimal in der Woche Fleisch

    Um die Kosten im Rahmen zu halten, ist zudem eine gewisse Standardisierung nötig: Als Hauptgericht gibt es nur zweimal in der Woche Fleisch, dafür frisch vom Metzger. Einmal in der Woche steht Fisch auf dem Speiseplan und zweimal vegetarische Kost, hin und wieder auch eine Süßspeise. Die Kinder essen in Tischgemeinschaften stets das gleiche Gericht, erst in der Schule gibt es eine Auswahl an Essen. Rücksicht genommen wird jedoch auf Unverträglichkeiten mit Gluten oder Laktose.

    Einige Gemeinderäte irritierte, dass die Kinder keinen Zutritt zu einer Produktionsküche haben dürfen. Darum könnte es eine weitere, kindgerechte, "pädagogische Küche" geben, in der die Erzieher mit den Kindern unterstützend Essen zubereiten können: "So wird für die Kinder erlebbar, wie eine Mahlzeit zubereitet wird", erklärte die Expertin.

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