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    Theilheim

    Kita Theilheim: Bürger und Gemeinderäte reagieren auf Kritik

    Die Kita in Theilheim soll umgebaut und erweitert werden. Foto: Lucas Kesselhut

    Die Kita in Theilheim soll umgebaut und erweitert werden. Seit Jahren wird darüber diskutiert, einen Bauantrag hat es jedoch bisher nicht gegeben. Erst kürzlich musste der im Frühjahr vorgestellte Plan des Architektenbüros Brückner&Brückner überarbeitet werden, da Nachbarschaftsrecht verletzt worden sei (wir berichteten). Dies wurde vor allem dadurch publik, dass mehrere Anlieger immer wieder Kritik an dem Projekt äußern. Laut eigener Aussagen nicht, um einen Kindergarten wegen Lärm generell verhindern zu wollen, sondern weil die Planungen nicht mit den Anliegern abgestimmt seien.

    "Es wird seit Jahren hinter verschlossenen Türen ein Kindergarten geplant", schreibt auch Anlieger Horst Schulte nach der aktuellen Berichterstattung. Insgesamt seien fünf Anlieger von den Plänen betroffen. "Warum kommt man nicht vor der Gemeinderatssitzung auf mich zu und informiert mich? Was gibt es zu verheimlichen?", fragt er sich.

    SPD: Eigennutz über Gemeinwohl

    Denn die überarbeiteten Pläne sind laut Bürgermeister Hubert Henig direkt in die Gemeindeverwaltung geschickt worden – und nicht erst den Anliegern gezeigt worden, obwohl dies laut einem offiziellen Schreiben des Rathauses so geplant war.

    "Tatsache ist, dass es zu den aktuellen Plänen weder kurz- noch mittelfristige Alternativen gibt."
    Karoline Ruf, Ortsvorsitzende der CSU Theilheim

    Während die Nachbarn der Kita sich weiterhin hinters Licht geführt fühlen, kritisieren Gemeinderäte und andere Theilheimer, dass es wegen der Beschwerden zu weiteren Verzögerungen kommen könnte. "Es zeigt, dass hier Eigennutz über dem Gemeinwohl steht", finden die SPD-Gemeinderäte Bernd Endres und Marita Gläßel in einer gemeinsamen Stellungnahme. Dass eine Allianz aus Anliegern geschmiedet wurde, sei mehr als traurig. Die Kirchenstiftung als Bauherr und die Gemeinde hätten aus vielen guten Gründen entschieden, den Ausbau der Kindertagesstätte am bestehenden Standort vorzunehmen. Auch die Elternschaft wünsche sich, dass es genau dort endlich weitergehe – zum Wohl ihrer Kinder.

    Keine Alternativen?

    Dieser Meinung ist auch Karoline Ruf, Ortsvorsitzende der CSU Theilheim. "Alle Beteiligten, die Kirche, die Gemeinde, die Caritas und der Träger St. Johannis-Zweig-Verein, waren übereinstimmend der Überzeugung, ein Um- und Anbau an den vorhandenen Kindergarten sei einem Neubau auf der grünen Wiese vorzuziehen", so Ruf.  Für die Kinder und die Familien im Ort sei es wichtig, endlich zu Lösungen zu kommen und die dringend notwendige Sanierung und den Anbau anzugehen. "Tatsache ist, dass es zu den aktuellen Plänen weder kurz- noch mittelfristige Alternativen gibt", meint sie.

    Auch eine weitere Theilheimerin hat sich nach der aktuellen Berichterstattung bei dieser Redaktion gemeldet. "Es ist wohl offensichtlich, dass hier das Wohl unserer Kinder nur vorgeschoben wird, um einen Neubau an anderer Stelle zu forcieren", meint Tanja Olbrich. Die vorgebrachten Argumente der Anlieger, unter anderem, dass der Platz nicht für die Kinder ausreiche, seien ihrer Meinung nach "fadenscheinig". "Die Außenflächen der neuen Pläne genügen den Kindern", so Olbrich. Bei einer "intelligenten Organisation" müssten nie alle 150 Kinder gleichzeitig draußen spielen, und sollte der Platz zu eng werden, würden Erzieherinnen gerne einen Spaziergang unternehmen, meint sie.

    In der Gemeinderatssitzung am 10. September 2019 um 19.30 Uhr steht der Umbau beziehungsweise die Erweiterung der Katholischen Kindertagesstätte St. Johannes erneut auf der Tagesordnung.

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