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    Würzburg

    Kolumne zur Wahl: Helle Köpfe, Zenners Dackel und die grüne Lady

    Kommunalwahlkampf kann sehr vielfältig sein, findet unser Kolumnist: Während die einen mit Kasperletheater um Stimmen werben, setzen andere auf ihren Hund.
    Die Kolumne 'Herr Czygan wählt...'
    Die Kolumne "Herr Czygan wählt..." Foto: Daniel Biscan

    Langsam, aber sicher wird es ernst: Viele Bürger haben ihre Briefwahlunterlagen erhalten und sind dabei, diese auszufüllen. Etwas Muße braucht es schon, die bis zu 70 Stimmen für die neuen Kreistage oder die bis zu 50 Stimmen für die Stadt- und Gemeinderäte in Unterfranken zu vergeben. Wichtig dabei: Werden zu viele Kreuze gesetzt, ist der ganze Stimmzettel ungültig.

    Besonders aufpassen heißt es in Kitzingen: Hier wurden vereinzelt mit den Briefwahlunterlagen Stimmzettel doppelt verschickt. Was nicht bedeutet, dass die Wähler auch zweimal abstimmen dürfen. Klar ist nämlich: Enthält ein abgegebener Umschlag zweimal den gleichen Stimmzettel, ist die gesamte Wahlentscheidung dieses Wählers ungültig.

    Derweil geht der Wahlkampf munter weiter. Und die Parteien lassen sich einiges einfallen. Originell der Auftritt der CSU-Crew beim Faschingszug in Schonungen (Lkr. Schweinfurt): "Die Schwarzen mit den hellen Köpfen..." lautete das Motto, die Damen und Herren Kandidaten von der CSU trugen zum dunklen Outfit weiße Zylinder. Da muss man erst einmal draufkommen.

    Sehr liebevoll gestaltet auch das Video vom Kasperletheater der Grünen in Volkach (Lkr. Kitzingen) – mit dem schönen Titel "Der Volkacher Kirchnockherlberg":  Da rudern die "Volkacher Herzbuben", ein Polizist und ein Schlotfeger im gleichen Boot, kommen aber nicht vom Fleck. Locker und leicht zieht die "Grüne Lady", erkennbar Grünen-Bürgermeisterkandidatin Andrea Rauch, an der Konkurrenz vorbei: "Hummeln im Hintern, die Bienen im Blick".

    Video

    Derweil versucht Wolfgang Roth, der CSU-Fraktionschef im Würzburger Stadtrat, den schlechten Eindruck, den sein Kotz-Smiley unter einem Facebook-Post zugunsten der Grünen hinterlassen hat, wieder wettzumachen. Ausgerechnet Samen für Sonnenblumen, der Grünen-Symbolpflanze schlechthin,  lässt Roth jetzt überall in der Stadt verteilen. Die schwarz-grüne – oder auch grün-schwarze – Koalition im neuen Stadtrat will schließlich vorbereitet sein.

    Und wenn gar nichts mehr hilft: Tiere gehen immer. So wirbt Marc Zenner, CSU-Gemeinde- und Kreisrat aus Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) im "Steckbrief" auf seinen Flyern mit dem Hinweis "38 Jahre, verheiratet, 1 Dackel". Da sind ihm die Stimmen von Hundefreunden sicher sicher.

    Wie Wahlkampf danebengehen kann, erlebt derweil die Liste "Freie Bürger" in Main-Spessart. Auf  45 000 verteilten Flyern empfiehlt die Gruppierung, bei der Kreistagswahl am 15. März doch bitte "Wahlvorschlag 8" auf dem Stimmzettel anzukreuzen. Dumm nur, dass "Wahlvorschlag 8" die Liste der Linkspartei ist, die "Freien Bürger" sind "Wahlvorschlag 7". Viele "Freie Bürger" sind über den Druckfehler, den einer ihrer Parteifreunde verantwortet, entsetzt, mit den Linken wollen sie nichts zu tun haben. Gemach, gemach, möchte man ihnen zurufen. Die Wähler sind meist schlauer als  Parteistrategen glauben - und lesen sich ihren Stimmzettel vor dem Ankreuzen ganz einfach durch.  

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