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    Veitshöchheim

    Kommandowechsel bei der 10. Panzerdivision

    Die 10. Panzerdivision steht unter neuem Kommando: Generalmajor Bernd Schütt übergab nach vier Jahren und 32 Tagen die Truppenfahne an Brigadegeneral Harald Gante. Anlässlich des feierlichen Appells hatten sich zahlreiche Gäste aus Politik, Geistlichkeit, Justiz, Gesellschaft und nicht zuletzt des Militärs auf dem Exerzierplatz der Balthasar-Neumann-Kaserne in Veitshöchheimeingefunden. Gut 20 Minuten brauchte es, bis die einzelnen Abordnungen in Reih und Glied vor der Tribüne standen und die Ehrenformation mit dem Heeresmusikkorps unter einem flotten Marsch über den Platz zog.

    440 Soldaten, darunter auch wenige Frauen, meldeten sich dem General zur Stelle - so laut und deutlich, dass er vom Echo sicherlich beeindruckt war. In seiner letzten Ansprache an die Truppe betonte Schütt ausdrücklich, wie stolz er auf seine Kameraden sei. Eine nahezu freundschaftliche Verbindung spürte man in seiner spontanen Begrüßung von US-Colonel Col Ruiz. "Hallo, wo ist er denn", rief Schütt ins Mikrofon und winkte dem Abteilungsleiter Einsatz freudig zu. Dessen Integration sei nur ein Zeichen für eine "vertiefte, multinationale Kooperation", die umso mehr an Bedeutung zunehme, da die Bundeswehr vor immer größeren Herausforderungen stehe.

    610 Soldaten derzeit im Einsatz

    "Die sicherheitspolitische Lage ist instabiler und unberechenbarer geworden, was dazu führt, dass die Anforderungen an die Streitkräfte  - national wie international - signifikant gestiegen sind", betonte der 57-Jährige. Vor allem die Konflikte im Nahen, Mittleren und Fernen Osten sowie die Annexion der Krim durch Russland,schaffen für die Bundeswehr neue Aufgaben. "So waren in den vergangenen  vier Jahren etwa 12 500 Kameraden in 15 Ländern im Einsatz . Am heutigen Tag stehen 610 Angehörige der Division im Einsatz", betonte Schütt. Diesen Soldaten sowie allen Truppenangehörigen wünschte er "das notwendige Soldatenglück und Gottes Segen".

    Allerhöchsten Respekt zollte auch Generalleutnant Johann Langenegger der Truppe. Er forderte das Publikum zum Beifall auf und bedankte sich gleichzeitig bei Schütt dafür, dass er die 10. Panzerdivision stets "auf Kurs gehalten" habe. Damit das Heer auch in Zukunft gut aufgestellt ist,  liege es nun an der Bundesregierung, Mittel für die Ausrüstung bereit zu stellen. Dabei setzt Langenegger auf nüchterne Fakten statt emotionaler Phrasen. Emotional aber wandte er sich Schütt zu: "Du bist ein prima Kamerad und guter Freund." 

    Truppe verabschiedet sich mit einem dreifachen Schlachtruf

    Mit der Übergabe der Fahnentruppe überreichte Schütt das Kommando an Brigadegeneral Harald Gante. Er übernehme eine intakte und vitale Truppe, so Langenegger, der dem Nachfolger einen "wunderschönen und gelingenden Start" wünschte. Während das Heeresmusikkorps zum Preußischen Präsentiermarsch aufspielte, versagten einem Mitglied der vitalen Truppe indes die Kräfte und er kippte um. Nahezu unbemerkt versorgten ihn seine Kameraden auf einem hinteren Rasenstück. Unbeeindruckt dessen schritten die Generäle zum Abschluss die Truppe ab, die sich mit dem dreifachen Schlachtruf "Panzer Hurra" von ihrem ehemaligen Chef verabschiedete.

    Brigadegeneral Harald Gante
    Harald Gante ist am 5. Juni 1963 in Attendorn geboren. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.
    1982 trat er in die Bundeswehr ein, seine Offiziersausbildung absolvierte er an der Pionierschule des Heeres in München. Dort nahm er auch 1983 das Studium Bauingenieurswesen an der Bundeswehr-Uni auf. 1987 war er bereits Zugführer im Pionierbataillon 210 in München. Sechs Jahre später wechselte er nach Ulm, wo er Infrastrukturoffizier im gleichnamigen Stab Süd war. In den darauffolgenden Jahren zog es den heute 55-Jährigen in die verschiedensten Regionen, um unterschiedliche Tätigkeiten und Lehrgänge zu absolvieren. Im Jahre 2009 war er Arbeitsbereichsleiter Afghanistan im Einsatzstab des Bundesverteidigungministeriums in Berlin, bevor er ein Jahr später zum Verbindungsoffizier beim Bundespräsidenten wurde. Zuletzt war er Kommandeur der Offiziersschule des Heeres in Dresden.

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