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    Würzburg

    Kommentar: Künstliche Intelligenz braucht echtes Geld

    Selfie mit Roboter Pepper: Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf dem Deutschen IT-Sicherheitskongress.  Foto: Oliver Berg, dpa

    Es gilt als zentrales Zukunftsthema: Künstliche Intelligenz, kurz KI. Andere sprechen vom maschinellen Lernen. Gleich wie: In Deutschland überschlägt sich die Politik, fast panisch schielt man auf den Vorsprung Chinas und der USA.

    Und so wollte sich vor genau einem Jahr Ministerpräsident Markus Söder (CSU) als tatkräftiger und weitsichtiger Zukunftsmacher in Szene setzen – wenige Monate vor der bayerischen Landtagswahl. Überraschend wurde ein bayernweites KI-Programm für eine ganze Reihe von Hochschulstandorten ausgerufen. Prämisse für die Wähler: Bayern hat Zukunft, und die CSU sorgt dafür. Auch Würzburg sollte davon profitieren.

    Im Wahlkampf mehr versprochen, als bezahlbar ist

    Doch mit ihrem Beschluss samt millionenschwerer Zusagen hatte die Staatsregierung die Hochschulen überrumpelt. Statt Pläne mit der Wissenschaft abzustimmen, wurde für die KI einfach der Geld- und Personalhahn aufgedreht. Positiv könnte man sagen: Die Staatsregierung wollte finanzielle Impulse setzen, um die KI-Forschung zu beschleunigen.

    Also zimmerten Hochschulen wie die in Würzburg flugs Konzepte dazu oder bauten bestehende Konzepte aus. Und sie vertrauten auf die Zusagen. Dumm nur, dass sich diese nach der Landtagswahl im Herbst schnell verflüchtigten . . . Viel zu viel hat man im Wahlkampf versprochen, was der Doppelhaushalt 2019/20 nicht hergibt.

    Freistaat muss Finanzierung der Programme sicherstellen

    Und so hat die Staatsregierung den KI-Hahn nicht wie versprochen aufgedreht. Es läuft nicht, es tröpfelt. Für die Forscher muss das frustrierend sein. Seriöse Wissenschaftspolitik sieht anders aus! Der Freistaat muss nachsteuern. Damit aus dem erhofften KI-Aufbruch kein Schiffbruch wird.

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