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    Würzburg

    Kommentar: Verbote sind der falsche Weg zu besserer Luft

    Die Deutsche Umwelthilfe will den nördlichen Stadtring in Würzburg für Diesel-Fahrzeuge sperren. Foto: Marijan Murat, dpa

    Für die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ist die Sache klar: Dieselfahrzeuge tragen die Hauptschuld an mehr als 800 000 jährlichen Diabetes- und Asthma-Neuerkrankungen sowie an knapp 13 000 vorzeitigen Todesfällen. Mit diesen erschreckenden Zahlen im Gepäck ziehen die Luftverbesserer durchs Land und erstreiten Fahrverbot für Fahrverbot. Das droht nun auch dem Würzburger Stadtring. Nichts gegen saubere Luft und weniger Verkehr. Doch grundsätzlich gilt: Über Verbote schreckt man viele eher ab. Zumal, wenn sie auf zweifelhaften Grundlagen erstritten werden.

    Was bringen Diesel-Fahrverbote?

    So hält etwa der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, Prof. Dieter Köhler, unter anderem Zigarettenrauch für viel schädlicher als den Ausstoß der Diesel. Unterdessen fiel eine Zwischenbilanz in Hamburg, wo seit Ende Mai in zwei Straßen ein Diesel-Fahrverbot gilt, verheerend aus: An den entsprechenden Stellen ist die Schadstoffbelastung nicht gesunken, sondern gestiegen. Und in Oldenburg, wo ebenfalls ein Fahrverbot droht, meldete eine Messstelle jüngst Höchstwerte an Stickoxiden, als dort Straßen wegen Bauarbeiten beziehungsweise eines Marathons gesperrt waren.

    Will man "die Mobilität in Städten" verändern, muss man die Menschen mitnehmen. Attraktive Alternativen, wie ein breiteres und preiswertes ÖPNV-Angebot, sind dafür eine Voraussetzung. Hier sind die Städte in der Pflicht – in diesem Punkt hat die DUH Recht.

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