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    Ochsenfurt

    Kommentar: Warum der Rauswurf ungeschickt war

    Zwei Stadträte von einer Versammlung ausschließen, das durfte Bürgermeister Peter Juks. Ob es auch geschickt war, steht auf einem ganz anderen Blatt.
    Ochsenfurts Bürgermeister Peter Juks. Foto: Patty Varasano

    Da gibt es ein Gespräch zwischen Verwaltung und Anliegern, zwei Stadträte dürfen nicht dabei sein. CSU-Fraktionssprecher Wolfgang Karl hat die Gelegenheit genutzt, um dieses Vorgehen in der öffentlichen Stadtratssitzung zu kritisieren. Stadtratsmitglieder aus einer "nicht geheimen" Sitzung zu werfen, das sei kein guter Stil, meint Karl.

    Dabei wollte Peter Juks einen neuen Politikstil im Rathaus etablieren, als er vor fast sechs Jahren für das Amt des Bürgermeisters kandidierte. Ein Wir-Gefühl sollte den Stadtrat erfassen. Zumindest CSU-Stadträtin Rosa Behon, die nächstes Jahr in Ochsenfurt Bürgermeisterin werden möchte und aktuell Juks' Stellvertreterin ist, merkt davon nicht viel. Dass die CSU-Fraktion den Vorfall nutzt, um auf den gefühlten Widerspruch hinzuweisen, kann im Hinblick auf den bevorstehenden Kommunalwahlkampf nicht überraschen.

    Mit mehr Gelassenheit wäre Juks besser gefahren

    Und dass Amtsinhaber Peter Juks von der UWG vor dem gleichen Hintergrund solch ein striktes Vorgehen an den Tag legt, geht schwer in Richtung Eigentor. Wenn auch sein Handeln rechtlich nicht zu beanstanden war, tritt dies doch hinter der griffigen Schelte "Rauswurf" zurück. Mit etwas mehr Gelassenheit wäre Juks in dieser Sache sicher besser gefahren. Er hätte die beiden Stadträte einfach teilnehmen lassen können, was ja in seiner Entscheidungsbefugnis lag, und damit der Opposition diese Angriffsfläche nicht geboten.

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    So aber geht der Punkt in der Causa "Rauswurf" an die CSU – und das, obwohl Juks nüchtern betrachtet nichts falsch gemacht hat. Der Wahlkampf lässt schon mal grüßen. Er verspricht spannend zu werden.

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