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    Würzburg

    Krebs: 22-jährige Irene hat den Kampf verloren

    Krebs: 22-jährige Irene hat den Kampf verloren
    Erinnerung an eine lebensfrohe, junge Frau: Die Eltern Maria González und Valentin Cañibano mit ihrer nun verstorbenen Tochter Irene Ende Februar in der Würzburger Uniklinik. Foto: Thomas Obermeier

    Sie hat gekämpft, war positiv bis zum Schluss. Und doch hat sie ihren persönlichen Kampf gegen die Krebserkrankung verloren: Vor wenigen Tagen ist Irene Cañibano González in der Uniklinik Würzburg gestorben. Die aus Spanien stammende junge Frau wurde nur 22 Jahre alt. Bald werden ihre Eltern in die Heimat nahe Salamanca zurückkehren, mit der Urne ihrer Tochter.

    Große Anteilnahme und Unterstützung für die Familie

    Anfang März hatte diese Redaktion über das Schicksal berichtet, den Lebenswillen der Patientin beschrieben sowie das Netzwerk an Zuwendung und Behandlung, das ihr und den Eltern Maria und Valentin so viel Hoffnung und Kraft gab. Es war ein Netzwerk aus Eltern, Ärzten, Krankenschwestern, dem Krebshilfeverein von Gaby Nelkenstock. Dazu die Ritaschwestern, die den Eltern während der schweren letzten Wochen ein Zuhause gaben. Und schließlich Charlotte Bartels, jene 25-jährige Medizinstudentin, die auf den Hilferuf reagiert hatte und als fachlich versierte Spanisch-Dolmetscherin Irene und ihre Eltern bis zum Schluss begleitete.

    Krebs: 22-jährige Irene hat den Kampf verloren
    Medizinstudentin Charlotte Bartels (rechts) stand Patientin Irene Cañibano González und ihren Eltern in den vergangenen Monaten als Spanisch-Dolmetscherin zur Seite. Foto: Thomas Obermeier

    Unbekannte Menschen waren nach der Berichterstattung in die Klinik gekommen, um der Familie Trost und Mut zuzusprechen. Spanier aus Würzburg und der Region nahmen Kontakt mit den Eltern auf – und diese sind beeindruckt von der Offenheit und Unterstützung, die sie in Würzburg erfahren haben. So groß ihr Schmerz über den Verlust der eigenen Tochter ist – bei einem Abschiedstreffen diese Woche sprachen Maria González und Valentin Cañibano allen Helfern ihren Dank aus. Gemeinschaft und Zusammenhalt hätten sie in der schweren Zeit getragen.

    Ziel: Wohnungen für Angehörige von Krebs-Patienten

    Maria González – sie hat nicht nur Tochter Irene, sondern fast zeitgleich ihre Mutter in Spanien verloren – sagt: "Wir haben ein ganz anderes Bild von den Deutschen bekommen. Vorher dachten wir, die Leute wären nur mit Arbeit und sich selbst beschäftigt." In den letzten Tagen waren auch noch etliche Freunde von Irene aus Frankfurt gekommen, um sie aufzumuntern. Und sich zu verabschieden. Auf ihrer Facebook-Seite erinnern viele Weggefährten mit Fotos an die Verstorbene.

    Die Anteilnahme in Würzburg hat die Eltern überwältigt – voran die Unterstützung durch Gaby Nelkenstock und ihren Verein "Hilfe im Kampf gegen Krebs". Sie setzt sich unter anderem für die Schaffung von Angehörigen-Wohnungen ein, damit krebskranke Patienten ihre Nächsten bei sich haben können.

    Nelkenstock erinnert daran, dass jeder Zweite in der westlichen Welt an Krebs erkrankt. "Irene hat allen betroffenen Patienten und deren Familien ein Gesicht gegeben." Im Kampf gegen Krebs müssten alle Kräfte gebündelt werden. Für die junge Frau aus Spanien, die in Frankfurt eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht hatte, sei alles getan worden.

    "Der frühe Tod von Irene Cañibano hat uns alle sehr betroffen gemacht."
    Prof. Martin Fassnacht, Experte für das Nebennierenkarzinom an der Uniklinik

    Trotzdem konnten die Ärzte ihren Tod nicht verhindern. Irene Cañibano González war am Nebennierenkarzinom erkrankt, eine sehr seltene und besonders bösartige Krebsform. Zuletzt hatten die Metastasen mehrere Organe angegriffen. Auch wenn die Uniklinik europaweit als führend in der Behandlung dieser Krebsart gilt – im Fall der jungen Spanierin waren auch die Spezialisten machtlos.

    Krebs: 22-jährige Irene hat den Kampf verloren
    Prof. Dr. Martin Fassnacht, ist Leiter des Schwerpunktes Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Würzburg und Spezialist für das Nebennierenkarzinom. Foto: Daniel Peter

    "Ja", sagt Prof. Martin Fassnacht, Experte für das Nebennierenkarzinom, "als Mediziner muss man sich auch seine Begrenztheit eingestehen". Irenes Schicksal jedenfalls lässt die behandelnden Ärzte und Klinikmitarbeiter nicht kalt. "Der frühe Tod von Irene Cañibano hat uns alle sehr betroffen gemacht", sagt Fassnacht. Aber er sei auch Ansporn, die Ursachen der heimtückischen Erkrankung besser zu verstehen, um sie in Zukunft besser behandeln zu können.

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