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    Würzburg

    Kreuzweg von Ben Willikens im Kiliansdom

    Jürgen Emmert, kommissarischer Leiter des Kunstreferats des Bistums Würzburg, zeigt die Lichtquelle im letzten Bild des Kreuzwegs von Ben Willikens.
    Jürgen Emmert, kommissarischer Leiter des Kunstreferats des Bistums Würzburg, zeigt die Lichtquelle im letzten Bild des Kreuzwegs von Ben Willikens. Foto: Rebecca Hornung, POW

    Den Kreuzweg von Ben Willikens in der Sepultur des Würzburger Kiliansdoms hat der diesjährige Ökumenische Kreuzweg der Jugend zum Thema. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Unter dem Titel „Ans Licht“ nehmen zehntausende junge Christen in Deutschland den Kreuzweg in den Blick, um die Karwoche mit ihm zu beginnen oder zu beenden. An vielen Orten machen sich die katholischen und evangelischen Jugendlichen gemeinsam auf den Weg und beschäftigen sich mit der Passion Jesu, heißt es in der Mitteilung.

    Aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Abstufungen von Licht und Dunkelheit zeigt der Kreuzweg einen Raum, in dem nur wenige Elemente wie Stühle oder Tische zu sehen sind. „Der Künstler Ben Willikens ist sehr minimalistisch unterwegs. Seine Bilder sehen aus wie Fotos, sie sind aber mit Acrylfarben gemalt“, erklärt Jürgen Emmert, kommissarischer Leiter des Kunstreferats des Bistums Würzburg. Charakteristisch für Willikens Bilder seien die Grisaille, also die Malerei in Grautönen, sowie die Auseinandersetzung mit Architektur und Licht.

    Wahrnehmung wird verändert

    Menschen sind in Willikens Bildern nicht anwesend. „Der Kreuzweg ist eigentlich voller Menschen: die Mächtigen, der Verurteilte, die Mutter, die Frauen, die Soldaten. Willikens geht raus aus dem Personal und versucht, die Situation nur auf den Betrachter und das Bild zu fixieren.“ Im ersten Bild, der Urteilsverkündung, ist ein Stuhl zu sehen. Laut Emmert könne man sich einen Verurteilten vorstellen. „Untypisch für einen Kreuzweg endet Willikens Werk in der Auferstehung“, erklärt Emmert. Das letzte Bild zeigt die gleiche Raumsituation wie bei der Urteilsverkündung – nun aber von Licht durchflutet. „Dadurch ist die Wahrnehmung völlig anders“, erklärt Emmert.

    Es gibt immer einen Lichtstrahl

    „Ich denke, das ist es auch, was der Kreuzweg an die Jugendlichen vermitteln möchte, die vielleicht Stress im Elternhaus haben oder nicht wissen, wie es nach der Schule weitergehen soll: Da ist immer wieder auch ein Lichtstrahl, der reinfällt.“ Der Ökumenische Jugendkreuzweg entstand 1958 auf dem Katholikentag in Berlin mit jungen katholischen Christen in der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. Mit jährlich knapp 60 000 Teilnehmern gehört er zu den größten ökumenischen Jugendaktionen Europas.

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    Bearbeitet von Katrin Amling

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